In der Algebra ist die Sylvestermatrix zu zwei Polynomen eine spezielle mit den Koeffizienten der Polynome besetzte Matrix, deren Determinante die Resultante der Polynome ergibt. Sie ist nach dem britischen Mathematiker James J. Sylvester benannt.
Definition
Seien
ein kommutativer Ring sowie
und
zwei Polynome
und 
aus dem Polynomring
mit den Graden
und
.
Dann heißt die quadratische
-Matrix[1]

die Sylvestermatrix zu
und
. Die
stehen für eine Zeile der Matrix mit Koeffizienten des Polynoms
.
Für das Polynom
mit
Koeffizienten gibt es
Zeilen mit verschobenen Koeffizienten, weil
Einträge in einer Zeile jeweils mit
gefüllt sind. Daraus folgt: Die erste Zeile, die ganz links in der Matrix beginnt, kann insgesamt
mal nach rechts verschoben werden.
Beispiel: Seien
und
, dann ist die Sylvestermatrix
![{\displaystyle \operatorname {Syl} (f,g)={\begin{pmatrix}f_{4}&f_{3}&f_{2}&f_{1}&f_{0}&0&0\\[2mm]0&f_{4}&f_{3}&f_{2}&f_{1}&f_{0}&0\\[1mm]0&0&f_{4}&f_{3}&f_{2}&f_{1}&f_{0}\\[1mm]g_{3}&g_{2}&g_{1}&g_{0}&0&0&0\\[1mm]0&g_{3}&g_{2}&g_{1}&g_{0}&0&0\\[1mm]0&0&g_{3}&g_{2}&g_{1}&g_{0}&0\\[1mm]0&0&0&g_{3}&g_{2}&g_{1}&g_{0}\end{pmatrix}}}](./_assets_/eb734a37dd21ce173a46342d1cc64c92/ff718ad91ea6513740dbbc50c2b4d0ccb6cd983e.svg)
Eigenschaften
Die trunkierte Sylvester-Matrix
wird verwendet, um den Grad des größten gemeinsamen Teilers zweier Polynome
und
zu bestimmen.
Für
entsteht
aus der Sylvestermatrix durch folgende Schritte[2]
- Man behält die ersten
Zeilen von
-Koeffizienten,
- Man behält die ersten
Zeilen von
-Koeffizienten,
- Man behält die ersten
Spalten

ist dann eine
-Matrix.
Das Polynom

ist dann die
-te Subresultante von
und
; ihr Leitkoeffizient

ist der
-te Hauptsubresultantenkoeffizient. Der
-te Hauptsubresultantenkoeffizient

schließlich ist die Resultante von
und
.
Bedeutung
Die Hauptsubresultantenkoeffizienten haben eine wichtige Bedeutung als „Gradmesser“ des größten gemeinsamen Teilers von Polynomen: Der Grad von
für zwei Polynome ungleich 0 über einem kommutativen faktoriellen Integritätsring ist genau das kleinste
mit
.
Einzelnachweise
- ↑ Peter F. Stiller: An Introduction to the Theory of Resultants. 2004, S. 4 (semanticscholar.org).
- ↑ Peter F. Stiller: An Introduction to the Theory of Resultants. 2004 (semanticscholar.org).