Sylvester Zilva

Sylvester Solomon Zilva (* 14. Oktober 1884 in Białystok; † 29. November 1956 in London[1]) war ein britischer Biochemiker.

Leben

Zilva, der jüdischer Herkunft war und dessen Familie ursprünglich Silbermann hieß,[2] besuchte die Latymer Foundation School und dann das St. Mark's College in Chelsea, das er 1910 abschloss. Es folgte ein Studium in Leipzig, Halle, Berlin und Gießen. 1913 wurde er bei Paul Gisevius mit einer Arbeit Über den Nährwert des Bananenmehls bei Mastschweinen und seinen Einfluß auf die Beschaffenheit der Schlachtprodukte zum Dr. phil. promoviert[3]. Die Anregungen zum Themen stammten von den Agrarwissenschaftlern Ferdinand Wohltmann und Simon von Nathusius. Anschließend kehrte er nach Großbritannien zurück und fand eine Anstellung am renommierten Lister Institute of Preventive Medicine in London, wo er bis zum Eintritt in den Ruhestand tätig war.

1918 begann er mit der Präparierung konzentrierter Extrakte der Ascorbinsäure und leistete dadurch wichtige Vorarbeiten für seine Kollegen Charles Glen King und Albert Szent-Györgyi[4].

Zilva war es auch, der 1921 einer Zitronensaftmischung, die er zur Heilung von Skorbut verwendete, den Namen Vitamin C gab, wobei das 'C' für „Citrus“ stand[5].

Veröffentlichungen

  • Über den Nährwert des Bananenmehls bei Mastschweinen und seinen Einfluss auf die Beschaffenheit der Schlachtprodukte, in: Kühn-Archiv. Bd. 3. Halbbd. 1, Merseburg 1913, S. 129–168 (Retrodigitalisat, dort auch Lebenslauf Zilvas).

Einzelnachweise

  1. Journal of the Royal Institute of Chemistry 81 (1957), S. 248.
  2. Der Namenswechsel erfolgte mit der Einbürgerung im Jahre 1908. Vgl. The London Gazette vom 3. März 1908, S. 1511.
  3. https://des.genealogy.net/dissertationslisten/scans/1913-0562
  4. Walter Sneader, Drug Discovery. A History, Chichester 2005, S. 236/237; Joseph Louis Svirbely; Albert Szent-Györgyi, The chemical nature of vitamin C, in: The Biochemical Journal 27 (1933), No. 1, p. 279–285.
  5. Manfred Gey, Instrumentelles und Bioanalytisches Praktikum, Berlin, Heidelberg 2017, S. 133.