Sweet X-Rated Nothings
| Sweet X-Rated Nothings | ||||
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| Studioalbum von Pyogenesis | ||||
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Veröffent- |
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| Label(s) | Nuclear Blast | |||
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Gothic Metal, Melodic Metal | ||||
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Titel (Anzahl) |
12 | |||
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59:04 | ||||
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Falk Gruber, Flo V. Schwarz, Tim Eiermann | ||||
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Studio(s) |
B14 Studios, Waiblingen | |||
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Sweet X-Rated Nothings ist das zweite Studioalbum der deutschen Metal-Band Pyogenesis. Es wurde weltweit am 4. November 1994 veröffentlicht.[1] Das Album erschien auf dem Label Nuclear Blast, im deutschsprachigen Raum über den Vertrieb von Warner Music.
Hintergrund
Mit der Veröffentlichung ihrer EP Waves of Erotasia im Februar 1994 wechselte Pyogenesis zu Nuclear Blast. Im selben Monat fanden auch die Aufnahmen für Sweet X-Rated Nothings im B14 Studio in Waiblingen statt.[1] Das Album wurde von der Band und Falk Gruber produziert. Für die Aufnahmen wurde das damals neuartige digitale Aufnahmesystem ADAT verwendet.
Der Mix erfolgte im April 1994, das Mastering übernahm Tom Müller in den Hansa Tonstudios Berlin und wurde kurz darauf im Mai abgeschlossen.[1]
Während der Sessions kam es zu einer kuriosen Begegnung mit dem Hitler-Tagebuch-Fälscher Konrad Kujau, für den die Band die Studioarbeit für einen Tag unterbrach, damit er den „Fälscherblues“ für eine TV-Produktion bei SAT.1/Pro7 einsingen konnte. Die Band freundete sich mit Kujau an und war später zu Gast auf seiner Vernissage, bei der er von ihm gefälschte Kunstklassiker ausstellte.
Stil und musikalische Ausrichtung
Sweet X-Rated Nothings verbindet Elemente des Gothic Metal und Doom Metal mit deutlichen melodischen Akzenten. Im Mittelpunkt steht das Zusammenspiel von klarem, emotionalem Gesang und aggressiven Growls. Ein eigenes Stilmittel, das Pyogenesis bereits auf den vorherigen Veröffentlichungen nutzten und hier weiter zu ihrem Markenzeichen ausbauten. Das Album stellte eine deutliche Entwicklung hin zu atmosphärischeren, strukturierten Songs mit hymnischem Charakter dar.
Das Songwriting umfasst sowohl melancholische Stücke wie It’s On Me als auch aggressivere Tracks wie Through the Flames. Letzterer ist sowohl auf der EP Waves of Erotasia in der ursprünglichen Version als auch als Neuaufnahme auf Sweet X-Rated Nothings vertreten. Das Album enthält außerdem ironisch gefärbte Momente, etwa das Crust-lastige Extasis oder den Hidden Track Coming Home, der je nach Version bis zu 14 Minuten teils skurrile Noise- und Soundexperimente bietet.
Songs und Highlights
Als wichtigste Songs des Albums gelten Fade Away und It’s On Me, in denen die melodischen Gesangspassagen von Flo V. Schwarz besonders stark ausgeprägt sind. Diese Titel trugen maßgeblich zur Identität des Albums bei und zeigen die stilistische Öffnung der Band.
Veröffentlichung und Rezeption
Nach der Veröffentlichung am 4. November 1994 erhielt das Album gemischte bis positive Kritiken.[1] Während internationale Magazine die Mischung aus Härte und Emotion lobten, reagierte die deutsche Presse stellenweise polemisch. Besonders berüchtigt ist ein Zitat aus dem Metal Hammer, das das Album wie folgt beschrieb:
„Arschlochmusik, also wirklich. Saufen, rülpsen und verschwenden damit noch wertvolle Spielzeit auf der CD. Assich, echt.“
Trotz solcher harscher Kritik konnte sich das Album international durchsetzen: In Mexiko stieg es auf Platz eins der Importcharts ein. Im April 1995 tourten Pyogenesis dort erstmals – ein wichtiger Meilenstein für die internationale Präsenz der Band und entscheidender Schritt für deren Kultstatus in Lateinamerika.
Bereits Anfang 1994 tourte Pyogenesis mit Anathema[2] durch Europa, trat auf Branchenveranstaltungen wie der Popkomm in Köln sowie in mehreren osteuropäischen Ländern auf.
Weitere Fakten
- Die CD-Version enthält 99 Tracks – die letzten bestehen aus kurzen Pausen, Noise oder Hidden-Material und verlängern das Album auf knapp 59 Minuten.[1]
- Das Stück Extasis ist eine Neuinterpretation ihres Doom-Metal-Songs Sacrificious Profanity von der gleichnamigen 1992er 7”.[3]
- Das Album war das erste von insgesamt vier Pyogenesis-Veröffentlichungen bei Nuclear Blast (gefolgt von Unpop, Twinaleblood und Mono… or will it ever be the way it used to be).
- Sweet X-Rated Nothings war das erste Pyogenesis-Album, das auch in den USA erschien.[1]
Bedeutung
Sweet X-Rated Nothings gilt als ein früher und prägender Beitrag zur europäischen Gothic-Metal-Bewegung der 1990er-Jahre. Die Verbindung von klaren Vocals und düsterer Härte beeinflusste spätere Genregrößen und trug zur Entwicklung eines eigenständigen Stils im Gothic- und Doom-Metal bei.
Für Pyogenesis stellte das Album einen entscheidenden künstlerischen Wendepunkt dar: Es führte die Band weg vom reinen Death-Metal ihrer Anfangszeit hin zu einem vielschichtigen und melodischeren Sound, der ihnen eine breitere Hörerschaft erschloss und den Grundstein für ihre spätere internationale Anerkennung legte.
Titelliste
- Intro – 0:58
- Fade Away – 4:36
- Sweet X-Rated Nothings – 7:19
- It's On Me – 3:13
- I'll Search – 3:39
- Skykiss – 4:22
- These Roads – 4:29
- Golden Sins – 5:17
- Masquerade – 4:04
- Through The Flames – 3:58
- Extasis – 2:39
- Coming Home – 14:30
Besetzung
- Tim Eiermann – Gesang, Gitarre
- Flo V. Schwarz – Gesang, Gitarre
- Roman Schönsee – Bass
- Wolle Maier – Schlagzeug
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f Pyogenesis – Sweet X-Rated Nothings. In: Encyclopaedia Metallum: The Metal Archives. Abgerufen am 2. Oktober 2025.
- ↑ Pyogenesis – Biografie. In: Chartsurfer.de. Abgerufen am 2. Oktober 2025.
- ↑ Pyogenesis – Sacrificious Profanity. In: Encyclopaedia Metallum: The Metal Archives. Abgerufen am 2. Oktober 2025.