Swadeshi-Bewegung

Die Swadeshi-Bewegung war eine gegen die britischen Kolonialherren gerichtete Boykottbewegung während der britischen Kolonialherrschaft in Britisch-Indien. Sie wird in verschiedene Zeitabschnitte eingeteilt. Der erste Zeitabschnitt dauerte von 1850 bis 1918. Der zweite Abschnitt war von Mahatma Gandhi beherrscht und dauerte bis zur Unabhängigkeitserklärung Indiens 1947.

Die Swadeshi-Bewegung entstand, als der britische Vizekönig Lord Curzon Indien und die Provinz Bengalen aufteilen wollte. Hiergegen erhob sich Widerstand insbesondere von Hindus der oberen Kasten in Bengalen. Die Bewegung boykottierte britische Waren und förderte den Kauf einheimischer Waren. Die Hymne der Swadeshi-Bewegung war „Bande mataram“.[1] Die Marwaris, die den Handel mit importiertem britischem Leinen dominierten, verloren hierdurch allerdings an Gewinn und waren gegen die Bewegung eingestellt. Muslimische Bewohner Bengalens stellten sich ebenfalls dagegen, da die Bewegung von der hinduistischen Oberschicht dominiert war. Die Briten nutzten diese Spannungen zu ihrem eigenen Vorteil aus und die Swadeshi-Bewegung ging zunächst an dieser Differenz zugrunde.[2]

Literatur

  • Joya Chatterji: Shadows at Noon. The South Asian Twentieth Century, Penguin Random House UK, 2004.
  • Claude Markovits (Hrsg.): A History of Modern India. 1480–1950, Anthem Press, London, 2004.

Einzelnachweise

  1. Joya Chatterji: Shadows at Noon. The South Asian Twentieth Century, Penguin Random House UK, 2004, S. 22–25.
  2. Claude Markovits (Hg.): A History of Modern India. 1480–1950, Anthem Press, London, 2004, S. 364.