Svetolik Dragačevac
Svetolik Dragačevac (serbisch-kyrillisch Светолик Драгачевац) (* 15. April 1883 in Požega; † 9. Juli 1942 im KZ Mauthausen) war ein jugoslawischer Polizeibeamter serbischer Herkunft, und Vorsteher des Srez Paraćin, welcher vor allem deshalb Bekanntheit erlangte, weil er im März 1941 einen „Drohbrief“ an Adolf Hitler sandte.
Leben
Svetolik Dragačevac wurde am 15. April 1883 in Zentralserbien in der Stadt Požega geboren. Er war das dritte Kind des Kaufmanns Maksim Dragačevac. Nach dem Schulabschluss, und einigen Jahren, die er im Betrieb des Vaters arbeitete, trat er der örtlichen Polizei als Praktikant bei. Während der Balkankriege 1912–1913 diente Dragačevac in Makedonien und zog sich dann mit der königlichen serbischen Armee vor dem näherrückenden Feind, über Albanien nach Korfu zurück. Aus Gesundheitsgründen konnte er der Armee aber nicht beitreten und wurde zur Erholung nach Korsika geschickt. Nach dem Weltkrieg kehrte Dragačevac nach Serbien zurück und setzte seine Karriere bei der Polizei fort. Er diente als Polizeichef der Städte Orahovac, Vranje, Preševo und Paraćin und wurde 1933 pensioniert. Von 1919 bis 1935 war er Mitglied der demokratischen Partei Jugoslawiens, dann trat er der radikalen Union Jugoslawiens bei, welche ihn in ihr Exekutivkomitee für Paraćin berief. Er war ebenfalls für die Jugoslawische radikale Union tätig.
Nach der Eroberung Jugoslawiens durch das deutsche Reich im Balkanfeldzug wurde Svetolik Dragačevac festgenommen und verhört, schließlich in das KZ Mauthausen überführt, wo er am 9. Juli 1942 an einer Bauchfellentzündung verstarb und kremiert wurde. Er und seine Frau Jelena hatten keine Kinder.
Brief an Hitler
Dragačevac verfasste am 25. März 1941 folgenden maschinengeschriebenen Brief an den deutschen Diktator Adolf Hitler:
Original:
Nit pravde prekinut je. Zacarila obest i sila. Veliki tlače male i u svojoj osionosti ne poznaju Boga; nemaju dušu. Krvožedni Hitler hita da ni jedna njiva na ovo zemaljskoj kugli ne ostane zasejana jadom i čemerom. Ni naša napaćena Otadžbina nije pošteđena. Pružamo ti svoju poštenu ruku ali ti hoćeš i srce. U želji da osvajaš i tlačiš ti nam gaziš ono što nam je kroz sva robovanja i kroz vekove bilo najsvetije gaziš nam slobodu i čast gaziš nam ponos. Tebi Hitlere; kajinov sine mi deca velikih otaca i dedova uzvikujemo dosta. Ne slušaš li naićićeš na bodre mišice naše. Prolićemo ti krv i nogom ti aždajo stati na vrat da se ne digneš. Upamti da nas je možda Gospod Bog odredio da kod nas dobiješ odmazdu za sva nedela. Upamti.
Übersetzung:
Der Faden der Gerechtigkeit ist zerrissen. Es herrschen Mutwille und Gewalt. Die Großen unterdrücken die Kleinen, und in ihrer Arroganz kennen sie Gott nicht, sie haben keine Seele. Der blutdurstige Hitler eilt umher damit kein Acker auf der Weltkugel unbesät bleibe von Elend und Kummer. Auch unser leidgeprüftes Vaterland bleibt nicht verschont. Wir reichen Dir unsere anständige Hand, aber Du willst auch das Herz. Im Wunsch zu erobern und zu Unterdrücken, trittst Du uns auf das was uns durch alle Sklaverie, und alle Jahrhunderte hindurch das heiligste war, Du trittst auf unsere Freiheit, und unsere Ehre, Du trittst auf unserern Stolz. Dir Hitler, dem Sohn Kains rufen wir, die Kinder großer Väter und Großväter zu, genug. Hörst Du nicht, so wirst Du auf unsere rüstigen Muskel treffen. Wir werden Dein Blut vergießen und Dir, Du Drache (Ungeheuer), mit dem Bein auf den Hals treten damit Du Dich nicht (mehr) erhebst. Merke Dir, dass uns vielleicht Gott dazu erwählt hat, dass Dir bei uns deine Untaten vergolten werden. Merk es Dir.
Weblinks
- Tamara Ćirić-Danilović / Ljubomir Zečević: Светолик Драгачевац / Svetolik Dragačevac. In: Raum der Namen der KZ-Gedenkstätte Mauthausen. Abgerufen am 23. Dezember 2025 (deutsch, englisch, serbisch).