Sven Wiebe

Sven Wiebe (* 27. März 1963 in Köln) ist ein deutscher Wirtschaftsgeograph und parteiloser politischer Beamter. Von 2019 bis 2023 war er Staatsrat bei der Wirtschaftssenatorin der Freien Hansestadt Bremen.

Leben

Wiebe absolvierte sein Abitur in Bergisch Gladbach und nahm anschließend ein Studium der Geographie mit Schwerpunkt Wirtschaftsgeographie und in Nebenfächern Städtebau und Öffentliches Recht an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn auf. In seiner Diplomarbeit beschäftigte er sich mit der Europäischen Regionalpolitik. Nach dem Abschluss seines Studiums war er von 1990 bis 1994 als Gutachter bei einer Wirtschaftsberatung tätig, ehe er 1995 Referent im Bereich Europa- und Bundesfördermittel beim Senator für Wirtschaft der Freien Hansestadt Bremen wurde. 2000 übernahm er beim umgewidmten Senator für Wirtschaft und Häfen die Leitung der Referate Regionalpolitik sowie Industrie und Finanzierung. 2008 übernahm er beim Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen die Leitung des Stabsreferats Grundsatzangelegenheiten, ehe er 2012 beim Senator für Wirtschaft, Arbeit und Europa die Leitung der Zentralabteilung übernahm. In der Position war er auch stellvertretender Staatsrat im Wirtschaftsressort.

Am 18. September 2019 wurde er vom Bremer Senat für Senatorin Kristina Vogt zum Staatsrat für Wirtschaft bei der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa berufen. Dieses Amt hatte er ab Juli 2023 auch in der umgebildeten Senatsverwaltung für Wirtschaft, Häfen und Transformation inne. Ende September 2023 wurde Wiebe durch Senatorin Kristina Vogt in den einstweiligen Ruhestand versetzt.[1] Ihm folgte Martin Bialluch nach.[2]

Die Umstände der Entlassung Wiebes als Staatsrat sind im Jahr 2025 Gegenstand eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft Bremen gegen Senatorin Vogt wegen des Anfangsverdachts der Untreue zum Nachteil des Landes Bremen. Die Behörde geht dabei dem Verdacht nach, dass die Initiative zum Ausscheiden tatsächlich von Wiebe ausgegangen sein könnte. Weiter wird geprüft, ob die Versetzung in den einstweiligen Ruhestand durch die Senatorin vor diesem Hintergrund nur dem Zweck gedient haben könnte, Wiebes Wunsch nachzukommen und ihm gleichzeitig den Erhalt von Versorgungsbezügen zu ermöglichen, die ihm im Falle des freiwilligen Ausscheidens nicht zugestanden hätten.[3][4]

Seit Juli 2025 ist Wiebe Geschäftsführer des Interessengemeinschaft Stadtbremische Häfen e.V., eines Zusammenschlusses von Unternehmen, die in den bremischen Hafengebieten tätig sind.[5]

Schriften

  • Die Städtepolitik der Europäischen Union: Anforderungen an die kommunalen Akteure am Beispiel der Freien Hansestadt Bremen. Institut für Städtebau Berlin der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung, Berlin 2000.

Einzelnachweise

  1. Ärger um Pension: Ex-Wirtschaftsstaatsrat sieht bei sich keinen Fehler - buten un binnen. 9. Oktober 2025, abgerufen am 22. November 2025.
  2. Martin Bialluch folgt Sven Wiebe als Staatsrat für Wirtschaft nach. In: senatspressestelle.bremen.de. 31. August 2023, abgerufen am 2. Oktober 2023.
  3. Lotta Drügemöller: Ermittlungen gegen Bremer Senatorinnen: Kommt noch ein Rücktritt wegen Rücktritt? In: Die Tageszeitung: taz. 23. Oktober 2025, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 23. November 2025]).
  4. Darum geht es bei den Ermittlungen gegen Bremens Wirtschaftssenatorin - buten un binnen. 20. Oktober 2025, abgerufen am 23. November 2025.
  5. Bürgermeister Bovenschulte: "Stadtbremische Häfen sind Spezialisten" - Pressestelle des Senats. 10. Juli 2025, abgerufen am 23. November 2025.