Svatopluk Poljak

Svatopluk Poljak (auch bekannt als Sváťa Poljak; * 9. Oktober 1951 in Prag; † 2. April 1995) war ein tschechischer Mathematiker, der für seine Arbeiten auf dem Gebiet der diskreten Mathematik und der kombinatorischen Optimierung bekannt war.

Leben

Poljak wurde in Prag, Tschechoslowakei (heute Tschechische Republik) geboren. 1980 promovierte er unter der Betreuung von Zdeněk Hedrlín und Jaroslav Nešetřil an der Karls-Universität in Prag in Mathematik.[1] Nach seiner Promotion nahm er eine Stelle an der Tschechischen Technischen Universität Prag in der Abteilung für Operations Research an und kehrte 1986 an die Karls-Universität zurück, um eine leitende Forschungsstelle in der Abteilung für Angewandte Mathematik zu übernehmen. Während seiner Zeit an der Karls-Universität wurde er zu längeren akademischen Aufenthalten nach Kyoto, New Brunswick, Paris, Bonn und Taipeh eingeladen. Für seinen 18-monatigen Aufenthalt in Bonn erhielt er ein Humboldt-Stipendium.[2] 1994 wurde er Professor für Mathematik an der Universität Passau.

Am 2. April 1995 starb Poljak bei einem Autounfall auf der Fahrt von seinem Sommerhaus im Dorf Nové Hutě nach Prag.[3]

Werk

Poljak leistete zahlreiche wichtige Beiträge in verschiedenen Bereichen der Diskreten Mathematik, darunter zu den Theorien der Matroide, Matchings, Maximalen Schnitte, Stabilen Mengen, zur spektralen Graphentheorie, sowie zur semidefiniten Programmierung und anderen Methoden im Zusammenhang mit der ganzzahligen Optimierung. Zu seinen frühen Arbeiten zählen auch Beiträge zur Theorie der neuronalen Netze.[3] Im Laufe seiner Karriere verfasste Poljak über 90 wissenschaftliche Arbeiten. Zu seinen häufigen Co-Autoren zählen Daniel Turzík, Vojtěch Rödl, Martin Loebl, Monique Laurent, Franz Rendl, Jaroslav Nešetřil, Zsolt Tuza und Aleš Pultr.[4]

Anerkennung

Das im Jahr 2000 veröffentlichte Buch Handbook of Semidefinite Programming: Theory, Algorithms, and Applications wurde dem Andenken an Svatopluk Poljak gewidmet.[5] Im Jahr 2025 wurde an der Universität Passau zu Ehren von Poljak eine jährliche Vortragsreihe mit dem Titel „Poljak Lecture“ ins Leben gerufen.[2]

Einzelnachweise

  1. Svatopluk Poljak im Mathematics Genealogy Project (englisch) Vorlage:MathGenealogyProject/Wartung/id verwendet
  2. a b Poljak Lecture. In: University of Passau. Abgerufen am 27. Juni 2025 (englisch).
  3. a b In memory of Svatopluk Poljak. In: Mathematical Programming. 77. Jahrgang, Nr. 1, April 1997, S. 97–104, doi:10.1007/BF02614430 (englisch).
  4. Svatopluk Poljak. In: MathSciNet. American Mathematical Society, abgerufen am 27. Juni 2025 (englisch).
  5. Henry Wolkowicz, Romesh Saigal, Lieven Vandenberghe (Hrsg.): Handbook of Semidefinite Programming: Theory, Algorithms, and Applications. Springer Science+Business Media, New York 2000, ISBN 978-1-4613-6970-7 (englisch).