Susanne Bartsch (Partyveranstalterin)
Susanne Bartsch (* 19. September 1951 in Bern als Susanne Hedwig Bärtsch) ist eine in New York City wirkende Schweizer Partyveranstalterin und Stilikone.[1][2] Sie ist Trägerin des Schweizer Grand Prix Design.[3]
Leben und Wirken
Susanne Bartsch wuchs als jüngstes von drei Kindern von Mina (geb. Enz) und Werner Alfred Bärtsch, einem Tischler, in Bümpliz am Rand von Bern auf.[4] Sie verliess mit 17 Jahren ihre Familie und zog nach London.[5] In den späten 1960er-Jahren befreundete sie sich dort mit Prominenten wie Jimmy Page und Malcolm McLaren.[4]
Anfang der 1980er-Jahre zog sie nach New York City in das Künstlerhotel Chelsea Hotel, in dem sie bis heute wohnt.[2] Sie eröffnete ein Modegeschäft im Stadtteil SoHo und verhalf britischen Designern und Modelabels wie Vivienne Westwood, Leigh Bowery, BodyMap, John Galliano und dem Hutmacher Stephen Jones zu Bekanntheit.[3] Zudem förderte sie Karrieren junger amerikanischer Designer wie Alpana Bawa und Michael Leva.[6]
Ab Ende der 1980er-Jahre machte sich Bartsch als Partyveranstalterin einen Namen. Sie begann, wöchentliche Partys in bekannten New Yorker Nachtclubs wie Savage, Bentley's und schliesslich Copacabana zu organisieren.[7] Sie war eine Unterstützerin der lokalen Club-Kids-Bewegung und förderte junge Talente.[4] Als Bartsch in dieser Zeit viele Freunde verlor, die an AIDS erkrankt waren, engagierte sie sich mit Benefiz-Projekten, um für die Krankheit zu sensibilisieren, gegen die Ausgrenzung HIV-Infizierter zu kämpfen und Geld für die medizinische Forschung zu sammeln.[8] 1989 initiierte sie mit dem Love Ball den ersten grossen AIDS-Wohltätigkeitsanlass und erzielte mit weiteren Spenden-Anlässen, unter anderem in Los Angeles und Paris, Erlöse von mehreren Millionen Dollar.[6] An den Events brachte sie die Harlemer Ballroom-Szene mit Persönlichkeiten aus Popkultur und Mode zusammen, darunter Madonna, Keith Haring oder David Byrne. Damit trug sie dazu bei, dass sich das Vogueing von New York aus als Tanzstil verbreitete. Madonnas Lied Vogue und der Dokumentarfilm Paris is Burning gingen aus dieser Zeit hervor.[5][7]
„Susanne Bartsch ist dank der Kreation ihrer legendären Looks und Partys ein glanzvolles Gesamtkunstwerk. Als Impresaria, Künstler-Agentin und grossherzige, offene Gastgeberin bewegt sie sich virtuos an der Schnittstelle von Mode, Make-Up, Aktivismus, Kunst, Musik und Performance. Sie ist die Muse zahlreicher Modedesigner und als Vorreiterin und Botschafterin der expressiven Selbstverwirklichung eine prägende Stilikone. Die frühe Kämpferin für die Rechte der LGBTQI-Community und die Anerkennung von Menschen mit HIV/Aids gilt in New York als inoffizielle Schutzpatronin für Transformation und Integration.“
Im Jahr 2015 widmete das Museum des Fashion Institute of Technology Bartschs Kostümen eine Ausstellung.[9] 2017 veröffentlichte Netflix einen Dokumentarfilm über sie.[10] 2022 verlieh ihr das Bundesamt für Kultur den Schweizer Grand Prix Design.[3] 2025 zeigte das Zürcher Museum für Gestaltung in der Ausstellung Transformation! eine Retrospektive mit über 35 ihrer Modekreationen.[11] Die Schweizer Fernsehsendung Kulturplatz veröffentlichte 2025 auf SRF 1 eine zweiteilige Dokumentation über ihr Leben und Werk.[8][2]
Bartsch wohnt und arbeitet in New York. Sie ist seit 1995 mit dem Bodybuilder und Fitnessunternehmer David Barton verheiratet, von dem sie getrennt lebt.[5] Der gemeinsame Sohn Bailey wurde 1993 geboren.[4]
Auszeichnungen
- 2022: Schweizer Grand Prix Design
Literatur
- Schweizer Grand Prix Design 2022. Zürich 2022, Scheidegger & Spiess, ISBN 978-3-03942-118-3.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Zivilstand der Stadt Bern. In: e-newspaperarchives.ch. Neue Berner Zeitung, 26. September 1951, abgerufen am 26. November 2025.
- ↑ a b c Die New Yorker Nachtclubikone aus Bern, Folge 1. In: srf.ch. 12. November 2025, abgerufen am 29. Dezember 2025.
- ↑ a b c Grand Prix Design 2022: Susanne Bartsch. Bundesamt für Kultur, abgerufen am 26. November 2025.
- ↑ a b c d Die Salondame. In: republik.ch. 12. September 2018, abgerufen am 26. November 2025.
- ↑ a b c Susanne Bartsch: "Mein Ziel war es, niemals ein Büro zu betreten". In: annabelle.ch. 2. Mai 2025, abgerufen am 29. Dezember 2025.
- ↑ a b How A Niche Fashion Designer Has Maintained Entrepreneurial Longevity. In: Forbes. 14. August 2017 (forbes.com [abgerufen am 30. Dezember 2025]).
- ↑ a b Die Schweizer Nachfolgerin von Andy Warhol. In: tagesanzeiger.ch. 13. Juni 2022, abgerufen am 29. Dezember 2025.
- ↑ a b Die New Yorker Nachtclubikone aus Bern, Folge 2. In: srf.ch. 12. November 2025, abgerufen am 29. Dezember 2025.
- ↑ New Yorks Schweizer Partykönigin. In: tagesanzeiger.ch. 29. September 2015, abgerufen am 30. Dezember 2025.
- ↑ Susanne Bartsch: On Top. In: imdb.com. 7. September 2018, abgerufen am 29. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Susanne Bartsch. In: emuseum.ch. Abgerufen am 29. Dezember 2025.