Txai Suruí

Txai Suruí (* 1997 in Rondônia) ist eine indigene brasilianische Umweltaktivistin. 2022 erhielt sie als Executive Producerin des Dokumentarfilms The Territory einen Primetime Emmy Award in der Kategorie Exceptional Merit in Documentary Filmmaking. Der Film porträtiert den Widerstand des indigenen Volkes der Uru-Eu-Wau-Wau gegen die illegale Abholzung und den Landraub im Amazonasgebiet.

Leben

Txai Suruí wurde im brasilianischen Bundesstaat Rondônia geboren.[1] Ihr Vater, Almir Suruí, ist ein bekannter indigener Aktivist, ehemaliger Parlamentskandidat und Mitglied des Volkes der Paiter-Suruí. Ihre Mutter, Ivaneide Bandeira Cardozo, ist Wissenschaftlerin mit Schwerpunkt auf indigenen Gemeinschaften Brasiliens, insbesondere den Uru-Eu-Wau-Wau.

Suruí besuchte erst im Alter von sieben Jahren eine Schule, nachdem ihre Familie aus Cacoal, einem indigenen Dorf in der Terra Indígena Sete de Setembro, in die nächstgelegene Stadt gezogen war. Einen Großteil ihrer Kindheit verbrachte sie bei ihren Großeltern in Porto Velho.[2] Später nahm sie ein Jurastudium an der Bundesuniversität von Rondônia auf.[3]

2021 reichte Suruí gemeinsam mit drei weiteren Mitgliedern der brasilianischen Jugend-Umweltorganisation Engajamundo sowie zwei Aktivisten der internationalen Bewegung Fridays for Future Klage gegen die brasilianische Regierung ein. Hintergrund war die Anpassung der offiziellen CO₂-Emissionsberechnungen, die nach Ansicht der Kläger dazu diente, die Verpflichtungen des Pariser Klimaabkommens zu umgehen.[4] Im selben Jahr trat Suruí als Rednerin auf der UN-Klimakonferenz auf. In ihrer Rede kritisierte sie die mangelnde Aufmerksamkeit der Teilnehmenden für die fortschreitende Abholzung des Amazonas-Regenwaldes. Ihr Auftritt verschaffte ihr internationale Bekanntheit, die spanische Zeitung El País bezeichnete sie daraufhin als „die weltweit bekannteste brasilianische Umweltaktivistin“.[5]

2022 war Suruí Executive Producerin des Dokumentarfilms The Territory, einer Produktion von National Geographic. The Territory erhielt mehrere Nominierungen für den Primetime Emmy Award, darunter für Kamera, Regie und Dokumentarfilm/Nichtfiktion. Suruí und das Filmteam gewannen den Emmy in der Kategorie Exceptional Merit in Documentary Filmmaking.

2023 wurden Suruí gemeinsam mit ihrer Mutter und dem britische Regisseur Heydon Prowse sowie einem Filmteam von bewaffneten Männern als Geiseln genommen, später jedoch wieder freigelassen.[6]

Commons: Txai Suruí – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Naiara Galarraga Cortázar: The activism of Txai Suruí: From the Amazon jungle to the halls of power In: El País, 22. März 2023. Abgerufen am 30. September 2025 (englisch). 
  2. Maria Laura Neves: Dia da Amazônia: Txai Suruí, a voz indígena que conquistou o mundo após discurso em defesa da floresta na ONU In: Vogue Brasil, 5. September 2022. Abgerufen am 29. Juli 2023 (portugiesisch). 
  3. Sarah Hutchison: Meet the indigenous people fighting to preserve the Amazon In: The Independent, 8. August 2021. Abgerufen am 30. September 2025 (englisch). 
  4. Young climate activists sue Brazil over 'carbon trick' In: France24, 14. April 2021. Abgerufen im September 30, 2025. (englisch). 
  5. Txai Suruí – die Klimakämpferin aus dem Amazonas In: WWF, 15. Juli 2021. Abgerufen im September 30, 2025. 
  6. UK director, Indigenous group ambushed in Brazil: activists In: France24, 17. Mai 2023. Abgerufen am 30. September 2025 (englisch).