Suraj Bhan

Suraj Bhan (Hindi सुरज भान; * 1. Oktober 1928 in Mehlanwali, Yamunanagar, Punjab, Britisch-Indien; † 6. August 2006[1] in Neu-Delhi) war ein indischer Politiker der Bharatiya Janata Party (BJP), der unter anderem 1996 Landwirtschaftsminister im Kabinett Vajpayee I, zwischen 1998 und 2000 Gouverneur von Uttar Pradesh sowie zugleich 1999 Gouverneur von Bihar und außerdem von 2000 bis 2003 Gouverneur von Himachal Pradesh war. 1971 wurde er mit dem Padma Bhushan ausgezeichnet, dem dritthöchsten indischen Zivilorden.

Leben

Suraj Bhan absolvierte nach dem Schulbesuch ein Studium an der Panjab University, das er mit einem Master of Arts (M.A.) beendete. Ein Studium der Rechtswissenschaften an der Kurukshetra University (KUK) schloss er mit einem Bachelor of Laws (LL.B.) ab und war im Anschluss als Rechtsanwalt tätig. Er wurde für die Volkspartei BJP (Bharatiya Janata Party) bei der Parlamentswahl vom 15. bis 21. Februar 1967 im Wahlkreis „Ambala“ erstmals zum Mitglied der Lok Sabha gewählt, des Unterhauses des Parlaments (Bhāratīya Sansad), und gehörte dieser zunächst bis März 1971 an. 1971 wurde er mit dem Padma Bhushan ausgezeichnet, dem dritthöchsten indischen Zivilorden. Bei der Parlamentswahl vom 16. bis 20. März 1977 wurde er für die BJP im Wahlkreis „Ambala“ abermals zum Mitglied der Lok Sabha gewählt, der er nunmehr nach seiner Wiederwahl bei Parlamentswahl 3. und 6. Januar 1980 bis Dezember 1984 angehörte. Er war unter Chief Minister Devi Lal[2] von 1987 bis 1989 Finanzminister in der Regierung von Haryana und im Anschluss zwischen 1989 und 1990 Oppositionsführer in der Legislativversammlung dieses Bundesstaates.[3]

Bei der Parlamentswahl am 27. April, sowie am 2., 7., 23., 27. und 30. Mai 1996 wurde Bhan für die BJP noch einmal im Wahlkreis „Ambala“ zum Mitglied der Lok Sabha gewählt und gehörte dieser nunmehr bis Februar 1998 an. Am 16. Mai 1996 wurde er als Landwirtschaftsminister in das erste Kabinett von Premierminister Atal Bihari Vajpayee[4] berufen und bekleidete dieses Ministeramt bis zum 1. Juni 1996. Im Anschluss war er zwischen dem 12. Juli 1996 und dem 4. Dezember 1997 stellvertretender Sprecher der Lok Sabha und damit Vertreter von Parlamentspräsident Purno Agitok Sangma.[5] Als Nachfolger von Mohammad Shafi Qureshi[6] übernahm er am 20. April 1998 das Amt als Gouverneur von Uttar Pradesh[7] und bekleidete dieses bis zum 23. November 2000, woraufhin Vishnu Kant Shastri[8] neuer Gouverneur wurde.[9] Er war zusätzlich als Nachfolger von Brij Mohan Lal zwischen dem 6. Oktober und seiner Ablösung durch Vinod Chandra Pande[10] am 23. November 1999 Gouverneur von Bihar.[11] Er löste außerdem am 23. November 2000 Vishnu Kant Shastri auch als Gouverneur von Himachal Pradesh ab[12] und bekleidete die Funktion bis zum 7. Mai 2003, woraufhin Vishnu Sadashiv Kokje[13] neuer Gouverneur dieses Bundesstaates wurde.[14]

2002 galt Suraj Bhan auch als möglicher Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten des Landes, nachdem es innerhalb der BJP zu einem Umdenken hinsichtlich der Kandidatur des ehemaligen Chief Minister von Rajasthan, Bhairon Singh Shekhawat,[15] gekommen war. Einige hochrangige Dalit-Führer des Indischen Nationalkongresses ließen inoffiziell durchblicken, dass die Parteivorsitzende Sonia Gandhi[16] keine Einwände gegen die Kandidatur von Suraj Bhan hatte.[17] Tatsächlich blieb Bhairon Singh Shekhawat offizieller BJP-Kandidat für die Vizepräsidentschaft und wurde am 12. August 2002 mit 454 Stimmen (59,82 Prozent) gegenüber 305 Stimmen (40,18 Prozent) für den INC-Kandidaten Sushil Kumar Shinde[18] vom Wahlkollegium (Electoral College) zum neuen Vizepräsidenten Indiens gewählt.[19] Er wurde zudem 2004 erster Vorsitzender der neu gebildeten Nationalen Kommission für Angehörige der Kastenlosen NCSC (National Commission for Scheduled Castes) und bekleidete das Amt bis zu seinem Tode am 6. August 2006, woraufhin Buta Singh[20] diese Funktion übernahm.[21][3] Er verstarb an den Folgen eines Herzstillstandes.[22]

Commons: Suraj Bhan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. India: 6 August 2006. rulers.org, abgerufen am 29. November 2025 (englisch).
  2. Lal, (Chaudhary) Devi. rulers.org, abgerufen am 29. November 2025 (englisch).
  3. a b SURAJ BHAN, SHRI. Lok Sabha, abgerufen am 29. November 2025 (englisch).
  4. Vajpayee, Atal Bihari. rulers.org, abgerufen am 29. November 2025 (englisch).
  5. Sangma, Purno Agitok. rulers.org, abgerufen am 29. November 2025 (englisch).
  6. Qureshi, Mohammed Shafi. rulers.org, abgerufen am 29. November 2025 (englisch).
  7. India: 17 April 1998. rulers.org, abgerufen am 29. November 2025 (englisch).
  8. Shastri, Vishnu Kant. rulers.org, abgerufen am 29. November 2025 (englisch).
  9. Uttar Pradesh: Governors. rulers.org, abgerufen am 29. November 2025 (englisch).
  10. Pande, Vinod Chandra. rulers.org, abgerufen am 29. November 2025 (englisch).
  11. Bihar: Governors. rulers.org, abgerufen am 29. November 2025 (englisch).
  12. India: 3 November 2000. rulers.org, abgerufen am 29. November 2025 (englisch).
  13. Kokje, Vishnu Sadashiv. rulers.org, abgerufen am 29. November 2025 (englisch).
  14. Himachal Pradesh: Governors. rulers.org, abgerufen am 29. November 2025 (englisch).
  15. Shekhawat, Bhairon Singh. rulers.org, abgerufen am 29. November 2025 (englisch).
  16. Gandhi, Sonia. rulers.org, abgerufen am 29. November 2025 (englisch).
  17. Yoginder Gupta: Suraj Bhan joins race for VP’s post. The Tribune, 13. Juli 2002, abgerufen am 29. November 2025 (englisch).
  18. Shinde, Sushil Kumar. rulers.org, abgerufen am 29. November 2025 (englisch).
  19. India:12 August 2002. rulers.org, abgerufen am 29. November 2025 (englisch).
  20. Singh, (Sardar) Buta. rulers.org, abgerufen am 29. November 2025 (englisch).
  21. Christophe Jaffrelot: India's Silent Revolution: The Rise of the Lower Castes in North India, Hurst 2003, S. 487, ISBN 978-1-85065-670-8
  22. Bhan, Suraj. rulers.org, abgerufen am 29. November 2025 (englisch).