Summia Tora

Summia Tora (persisch سمیه تورا) ist eine afghanische Menschenrechtlerin, Sozialunternehmerin und Gründerin des Dosti-Netzwerks, das Afghanen im Land und in der Diaspora mit Informationen, Bildung und humanitärer Unterstützung verbindet.[1] Sie wurde 2020 als erste Afghanin mit einem Rhodes-Stipendium ausgezeichnet.[2] Im Jahr 2023 wurde sie in die BBC-Liste 100 Women aufgenommen.[3] Im selben Jahr führte Forbes sie in der Liste Forbes 30 Under 30 Asia auf.[4]

Leben

Tora wuchs als afghanische Geflüchtete in Pakistan auf.[1] Sie besuchte das United World College–USA.[1] Am Earlham College erwarb sie 2020 einen Bachelor der Volkswirtschaftslehre sowie der Friedens- und globalen Studien.[1] Im selben Jahr wurde sie als erste Person aus Afghanistan für ein Rhodes-Stipendium ausgewählt.[5] An der University of Oxford schloss sie einen Master of Public Policy und einen MSc in International Human Rights Law ab.[3] Seit 2025 studiert sie als Paul-&-Daisy-Soros-Fellow im Juris Doctor-Programm der Yale Law School.[1]

Wirken

Tora gründete und leitet das Dosti-Netzwerk, das nach dem Zusammenbruch der afghanischen Regierung im Jahr 2021 global Freiwillige und Partner vernetzt, um Afghanen bei Umsiedlung, Asylverfahren, humanitärer Hilfe und Bildungszugang zu unterstützen.[6] Den unmittelbaren Auslöser bildeten ihre Bemühungen, im August 2021 ihren Vater und andere Angehörige aus Kabul zu evakuieren; über diese Erfahrung schrieb sie später einen Essay für The Economist.[7] Vor 2021 arbeitete Dosti – aufbauend auf früheren Programmen – an Projekten zur Enttabuisierung von Menstruation und zur Aufklärung über Menstruationshygiene in Afghanistan und Pakistan.[2] Zugleich brachte sich Tora in die Flüchtlingsarbeit in Pakistan, Griechenland, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten ein und war für die World Bank, das Malala-Fund-Team, die Vereinten Nationen und Schmidt Futures tätig.[3] Sie war Afghanistan Observatory Scholar bei New America.[8] Für ihre Arbeit erhielt sie 2022 ein Echoing Green Global Fellowship.[6] 2023 wurde sie – als eine von sechs Preisträgerinnen – mit dem CEU Open Society Prize geehrt.[9]

Einzelnachweise

  1. a b c d e Summia Tora. In: Paul & Daisy Soros Fellowships for New Americans. Abgerufen am 4. Januar 2026 (englisch).
  2. a b Summia Tora. In: Rhodes Trust. Abgerufen am 4. Januar 2026 (englisch).
  3. a b c Summia Tora. In: Yale Jackson School of Global Affairs. Abgerufen am 4. Januar 2026 (englisch).
  4. Summia Tora – Dosti Network. In: Forbes. Abgerufen am 4. Januar 2026 (englisch).
  5. Summia Tora named first Rhodes Scholar from Afghanistan. In: Earlham College. 27. November 2019, abgerufen am 4. Januar 2026 (englisch).
  6. a b Summia Tora. In: Echoing Green Fellows Directory. Abgerufen am 4. Januar 2026 (englisch).
  7. Summia Tora on evacuating her father - and others - from Kabul. In: Blavatnik School of Government. Abgerufen am 4. Januar 2026 (englisch).
  8. Summia Tora. In: New America. Abgerufen am 4. Januar 2026 (englisch).
  9. CEU Names Afghan Women and Girls Winners of CEU Open Society Prize. In: Central European University. 23. Juni 2023, abgerufen am 4. Januar 2026 (englisch).