Sulzhof (Dettelbach)

Sulzhof
Koordinaten: 49° 50′ N, 10° 8′ O
Höhe: 276 m ü. NHN
Postleitzahl: 97337
Vorwahl: 09324
Lage von Sulzhof (fett) im Dettelbacher Gemeindegebiet

Sulzhof (ursprünglich Sulzhart) ist ein Gemeindeteil der Stadt Dettelbach im Landkreis Kitzingen (Unterfranken, Bayern).[1] Sulzhof liegt in der Gemarkung Neusetz.[2]

Der Hof wurde im 20. Jahrhundert abgebrochen und zur Wüstung.

Geografische Lage

Die Einöde Sulzhof lag im Norden des Dettelbacher Gemeindegebiets. Weiter nördlich beginnt das Gebiet der Gemeinde Prosselsheim im Landkreis Würzburg. Im Osten befindet sich Neusetz. Südöstlich liegt Schnepfenbach. Die Flurlage Sulzhofer Höhe trennte Sulzhof von Schernau im Süden. Nordwestlich beginnt der Landkreis Würzburg, die Gemarkung des Prosselsheimer Gemeindeteils Seligenstadt lag dem Sulzhof am nächsten.

Geschichte

Erstmals erwähnt wurde das Dorf Sulzhart bereits im Jahr 1189. Damals übergab der Würzburger Fürstbischof Gottfried von Spitzenberg elf Mansen im Dorf an den Adeligen Wolfram von Zabelstein. Den Dorfcharakter der Siedlung unterstreicht außerdem eine Urkunde aus dem Jahr 1293. Damals wurde die Ansiedlung „villa Sulzhart“ (Dorf Sulzhart) genannt. Im Jahr 1320 ist dort Heinrich von Schaumberg nachgewiesen. Er besaß dort Einkünfte an mehreren Lehen des Hochstifts Würzburg.

Im 14. oder 15. Jahrhundert wurden große Teile des Dorfes Sulzhart aufgegeben, sodass lediglich der Sulzhof übrigblieb. Das älteste Salbuch des Würzburger Hochstifts nennt im Jahr 1468 nur noch den „Sulzhof“.[3] Im 19. und 20. Jahrhundert wurde der Hof in ein Hofgut umgewandelt, das vom Würzburger Juliusspital an eine Familie Graber verpachtet wurde.

Ab 1957 übernahm das Weingut selbst die Bewirtschaftung und setzte einen Verwalter ein. Der Sulzhof war allerdings auch nach dieser Umstrukturierung nicht profitabel, sodass man ihn 1970 an das Gut Seligenstadt angliederte. Der kleine Aussiedlerhof war im 19. Jahrhundert Teil der Ruralgemeinde Neusetz, ehe diese 1978 nach Dettelbach eingemeindet wurde. Die Baulichkeiten wurden bereits kurz nach der Angliederung an Seligenstadt abgerissen, sodass der Hof bereits 1987 als unbewohnt galt.[4]

Literatur

  • Alfred Knoll: Besitzrechtliche und wirtschaftliche Wandlungen der Gutsbetriebe im Steigerwaldvorland, Ochsenfurter Gäu und einem Teil des Maindreiecks seit 1900. Zulass. Erlangen 1994.
  • Peter Rückert: Landesausbau und Wüstungen des hohen und späten Mittelalters im fränkischen Gäuland. Diss. Würzburg 1990.
Commons: Sulzhof (Dettelbach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Stadt Dettelbach, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 7. Januar 2026.
  2. Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 7. Januar 2026.
  3. Peter Rückert: Landesausbau und Wüstungen des hohen und späten Mittelalters im fränkischen Gäuland. Diss. Würzburg 1990. S. 259.
  4. Alfred Knoll: Besitzrechtliche und wirtschaftliche Wandlungen der Gutsbetriebe im Steigerwaldvorland, Ochsenfurter Gäu und einem Teil des Maindreiecks seit 1900. Zulass. Erlangen 1994. S. 46.