Sulpicius II. von Bourges
Sulpicius II. (* Ende des 6. Jahrhunderts in Vatan, Frankreich; † 17. Januar 647 in Bourges) war Bischof von Bourges und ist ein Heiliger der römisch-katholischen Kirche.
Leben
Sulpicius II. entstammte einer gallo-römischen Adelsfamilie. Er wurde Diakon unter Bischof Austregisilus (Outrille) von Bourges und leitete zunächst die bischöfliche Schule. Später berief ihn der fränkische König Chlothar II. zum Hofgeistlichen. Als 624 Austregisilus starb, wurde Sulpicius zu seinem Nachfolger bestimmt.
Als Bischof bemühte sich Sulpicius vor allem um die Wiederherstellung der kirchlichen Disziplin und die Konversion der Juden. Er nahm 626 an der Synode von Clichy teil. Seinen Schatzmeister Desiderius weihte er zum Bischof von Cahors. Gegen Ende seines Lebens setzte Sulpicius einen Koadjutor ein, zog sich in ein von ihm gegründetes Kloster zurück und starb im Alter von ungefähr fünfzig Jahren am 17. Januar 647.
Verehrung
Dem Heiligen Sulpicius wurden mehrere Kirchen geweiht, darunter Saint-Sulpice in Paris, deren Pfarrer Jean-Jacques Olier im Jahr 1642 die Sulpizianer gründete. Weitere bedeutsame Bauten sind die dreiapsidiale romanische Prioratskirche Saint-Sulpice im südwestfranzösischen Marignac und die spätgotische Kirche Saint-Sulpice in Fougères. Sein Gedenktag ist der 17. Januar.
Siehe auch
Literatur
- Ernst Pulsfort: Sulpicius. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 11, Bautz, Herzberg 1996, ISBN 3-88309-064-6, Sp. 257–258.
- Sulpitius, S. [2]. In: Johann E. Stadler, Franz Joseph Heim, Johann N. Ginal (Hrsg.): Vollständiges Heiligen-Lexikon … Band 5: Q–Z. Herder, Freiburg im Breisgau 1882, S. 399–400 (Digitalisat. zeno.org).
Weblinks
- Sulpicius II. von Bourges. In: Joachim Schäfer: Ökumenisches Heiligenlexikon