Suiyo Seamount

Suiyo Seamont[1]
Koordiaten 28,6° N, 140,6333° O
Gipfel: Tiefe −1.418 m
Höhe über Meeresboden ~1.400 m
Gebiet Boningraben
Land Japan (Izu-Inseln)
Typ Tiefseeberg (Submariner Vulkan)
Vulkangürtel Shichiyo Seamounts[2]

Der Suiyo Seamount (japanisch 水曜海山 Suiyō Kaizan) ist ein Unterwasservulkan vor der Ostküste Japans, direkt südlich von Torishima[3] und der Vulkaninsel Sōfugan (alias Sōfu-iwa, Widow Rock, Lot's Wife)[4] an der Südspitze der Izu-Inseln. Der Vulkan gehört zu den Shichiyō-Vulkankette (七曜海山列, Shichiyō Kaizanretsu) ,[2] einer kleinen Gruppe von sieben Unterwasservulkanen, die nach den Wochentagen benannt sind (japanisch „suiyō“ bedeutet „Mittwoch“, „kaizan“ bedeutet „Vulkan“).[5]

Geologie

Suiyo besteht aus einer basaltischen bis dazitischen Unter­wasser-Caldera und einem Lavadom und erhebt sich etwa 1400 m von seiner Basis auf dem Meeresboden und ragt bis in etwa 1418 m unterhalb der Meeresoberfläche. Die markante Caldera von Suiyo selbst ist 1,5 km breit und 500 m tief.[5]

Die exzidierte (verwitterte) Struktur des Vulkans lässt darauf schließen, dass er älter ist als einige der anderen Vulkane in dieser Gruppe. Suiyo ist von einer dicken Sedimentschicht bedeckt, die sich während einer langen Phase von Inaktivität gebildet hat; an seinen Flanken wurden Verwerfungsmuster (englisch fault patterns) und Täler beobachtet.[6]

Magnetische Anomalie

Der Suiyo-Seamount steht außerdem im Zusammenhang mit einer magnetischen Anomalie: Untersuchungen des Meeresbodens und der Umgebung ergaben, dass östlich des Seamounts ein großer magnetisch negativer Gesteins­körper existiert (magnetischer Südpol), während sich im Nordwesten und Süden positive Körper be­fin­den (magnetische Nordpole). Die Gründe für diese komplexe Anomalie, die auch bei mehreren anderen Seamounts in der Nähe auftritt, sind unbekannt; es wird jedoch vermutet, dass sie das Ergebnis von Wechsel­wirkungen zwischen verschiedenen Magnetfeldern unterschiedlichen Alters ist.[6]

Vulkanische Aktivität

Im Juli 1991 wurde eine hydrothermale Aktivität beobachtet, die die Wassertemperatur an der Öffnung auf 290 °C ansteigen ließ. Nach diesem Ereignis wurde der bis dahin als erloschen geltende Vulkan von der Japanischen Wetterbehörde aktualisiert als aktiv eingestuft.[5]

Ökologie

Eine bathymetrische Untersuchung des Vulkans ergab 2004, dass schwefeloxidierende Bak­terien vor­herr­schen, darunter Gammaproteobacteria („SUP05-Gruppe“) und Epsilon­proteo­bacteria („SUP01-Gruppe“). Die Studie kam zu dem Schluss, dass der Suiyo-Seamount eine natürliche „Brutstätte“ für diese Bakterien ist.[7] Daneben wurden auch Archaeen gefunden,[7] darunter ebenfalls 2004 insbesondere mit dem Stamm SY1 eine neue Spezies Aeropyrum camini der hyperthermophilen Gattung Aeropyrum;[8] Metagenomik-Hinweise auf Vertreter dieser Gattung wurden auch am Brothers Seamount nördlich der neuseeländischen Nordinsel gefunden.

Einzelnachweise

  1. Suiyo Seamon. Auf: GeoNames.
  2. a b Shichiyō Seamount Chain. Auf: GeoNames.
  3. Tori-shima. Auf: Geonames.
  4. Sofu-gan. Auf GeoNames.
  5. a b c Suiyo Seamount. Global Volcanism Program. Smithsonian Institution. Abgefragt am 10. Oktober 2010 (englisch).
  6. a b Makoto Yuasa, Fumitoshi Murakami, Eiji Saito, Kazuaki Watanabe: Submarine topography of seamounts on the volcanic front of Izu–Ogasawara (Bonin) Arc. In: Bulletin of the Geological Society of Japan. Band 42, Nr. 12, 1991; PDF, S. 703–743 (englisch).
  7. a b Michinari Sunamura, Yowsuke Higashi, Chiwaka Miyako, Jun-ichiro Ishibashi, Akihiko Maruyama: Two Bacteria Phylotypes Are Predominant in the Suiyo Seamount Hydrothermal Plume. In: Applied and Environmental Microbiology. 70. Jahrgang, Nr. 2. American Society for Microbiology, Februar 2004, S. 1190–1198, doi:10.1128/AEM.70.2.1190-1198.2004, PMID 14766605, PMC 348851 (freier Volltext) – (englisch).
  8. Satoshi Nakagawa, Ken Takai, Koki Horikoshi, Yoshihiko Sako: Aeropyrum camini sp. nov., a strictly aerobic, hyperthermophilic archaeon from a deep-sea hydrothermal vent chimney. In: International Journal of Systematic and Evolutionary Microbiology, Band 54, Nr. 2, 1. März 2004, S. 329–335; doi:10.1099/ijs.0.02826-0, PMID 15023940 (englisch).