Sugano (Orvieto)
| Sugano | |||
|---|---|---|---|
| Amtliche Bezeichnung: Sugano | |||
| Panorama von Sugano mit der Felsen von Orvieto im Hintergrund | |||
| Staat | Italien | ||
| Region | Umbrien | ||
| Provinz | Terni (TR) | ||
| Gemeinde | Orvieto | ||
| Koordinaten | 42° 43′ N, 12° 6′ O | ||
| Höhe | 436 m s.l.m. | ||
| Einwohner | 344 (2001) | ||
| Demonym | Suganesi | ||
| Telefonvorwahl | 0763 | CAP | 05018 |
Sugano ist ein Ortsteil der Gemeinde Orvieto (TR).
Sie liegt auf einem felsigen Hang der Hochebene Alfina, 436 Meter über dem Meeresspiegel, und überragt sowohl Orvieto als auch das untere Tal des Flusses Paglia. Sugano hat 344 Einwohner (Daten Istat, 2001).
Geschichte
Die Ursprünge des Dorfes lassen sich bis ins 4. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgen, als sich die ersten etruskischen Gemeinschaften in der Umgebung des Felsens von Orvieto niederließen. Im Jahr 1115 gab es mit Sicherheit bereits ein Dorf und 1278, als die Grenzen der Piviere (der alten Dörfer) festgelegt wurden, war Sugano das 36. Dorf der Gemeinde Orvieto. Später war es Lehen der Monaldeschi della Cervara und Festung der Grafschaft Bolsena. Es war daher in alle Ereignisse dieser Gebiete involviert und identifizierte sich zunehmend mit Orvieto.
Wirtschaft
Obwohl Sugano in einer rein landwirtschaftlich geprägten Gegend liegt, gab es hier bereits im 19. Jahrhundert zahlreiche vorindustrielle Aktivitäten. So wurde in einem Steinbruch das leucitische Tephrit-Gestein abgebaut, der im Bauwesen von Orvieto verwendet wurde. Außerdem gab es eine kleine Leucitmine. Der Wasserreichtum – eine Quelle versorgt Orvieto noch heute mit Trinkwasser – bot die Möglichkeit zum Bau eines kleinen Kraftwerks, das bereits im Jahr 1891 Orvieto und die umliegende Region mit Elektrischer Energie versorgte. Mit dem gleichen Wasser wurde eine Papiermühle betrieben, die angeblich den Vatikan mit hochwertigem Papier belieferte. Die Mineralwasserquellen des Tione wiederum versorgten eine Ziegelofen, zwei Getreidemühlen und eine Ölmühle. Später wurden sie auch für eine Nutria-Zucht genutzt. Heute wird das Wasser der Quellen des Tione abgefüllt. Vom alten Kraftwerk sind nur noch eine von Vegetation überwucherte Ruine und zwei verrostete Turbinen übrig. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden in der Umgebung des Tione Maulbeerbäume zur Versorgung einer kleinen Seidenraupenzucht in Sugano angebaut.
Die Weinberge von Sugano lieferten die Trauben für den heute vergessenen, aber einst hochgeschätzten Sucano-Wein, den der päpstliche Weinkellermeister von Papst Paul III. stets vorrätig hielt. Davon zeugt ein Brief aus dem Jahr 1549, den Sante Lancerio an Kardinal Guido Ascanio Sforza schrieb.
„Er kommt nach Rom auf dem Rücken von Maultieren und Lasteseln. Diese Weine sind überwiegend Rotweine, die sich sowohl für den Winter als auch für den Sommer eignen. Sucano ist ein kleines Schloss, zwei Meilen von Orvieto entfernt. Nach dem Monterano-Wein gibt es keinen vergleichbaren Rotwein. Diese Weine sind duftend, elegant und vollmundiger als der Monterano, haben aber nicht so viel Aroma. Um ihre Perfektion zu erkennen, muss man darauf achten, dass sie duftend und schön, aber nicht rustikal sind. Es gibt einige Weißweine, die sich sehr gut für den Winter eignen. Sie sollten eine süße Note haben, aber spritzig sein, nicht fettig oder schwer. Wenn man einen Rotwein für den Sommer sucht, sollte man ihn jung und von alten Reben nehmen, denn alte Reben haben die Eigenschaft, dass sie den Wein, egal ob süß oder trocken, lange haltbar macht; eine junge Rebe bewirkt das Gegenteil. S.S.[1] trank diesen Wein gerne, vor allem, wenn er sich in Orvieto aufhielt. Hauptmann Jeronimo Benincasa legte sich einen guten Vorrat davon an und ließ ihn nach Rom und auf Reisen mitnehmen.“
Einzelnachweise
- ↑ Sua Santità
Weblinks
- Irene Mariani: Benvenuti a Sugano, un borgo affascinante sulle colline umbre! In: terredamare.it. Terredamare, 11. Oktober 2022, abgerufen am 30. Oktober 2025 (italienisch, englisch).