Stukas über London
| Film | |
| Titel | Stukas über London |
|---|---|
| Originaltitel | La battaglia d'Inghilterra |
| Produktionsland | Italien, Spanien, Frankreich |
| Originalsprache | Italienisch |
| Erscheinungsjahr | 1969 |
| Länge | 116 Minuten |
| Altersfreigabe |
|
| Produktionsunternehmen | Fida Cinematografica Atlántida Films Les Productions Jacques Roitfeld |
| Stab | |
| Regie | Enzo G. Castellari |
| Produktion | Edmondo Amati |
| Musik | Francesco De Masi |
| Kamera | Alejandro Ulloa |
| Schnitt | Vincent Thomas |
| → Besetzung und Synchronisation | |
Stukas über London (italienisch La battaglia d'Inghilterra) ist ein italienisch-spanisch-französischer Kriegsfilm über die Luftschlacht um England unter der Regie von Enzo G. Castellari. Die Hauptrollen übernahmen Frederick Stafford, Van Johnson und Francisco Rabal.
Handlung
Frankreich im Mai 1940: Während der Evakuierung von Dünkirchen gelingt es einer deutschen Sabotageeinheit, sich mithilfe der Uniformen und Papiere gefallener oder gefangener alliierter Soldaten als britische Militärangehörige auszugeben. Ihr Auftrag ist es, unbemerkt nach England zu gelangen und wichtige britische Radarstationen auszuschalten. Diese Radaranlagen sind entscheidend für die frühzeitige Erkennung deutscher Luftangriffe.
In England wird Captain Paul Stevens mit merkwürdigen Vorfällen konfrontiert, darunter ein Mord in einer Kaserne. Er erhält den Auftrag, mögliche Verräter in den eigenen Reihen aufzuspüren. Dabei kommt er einem perfiden deutschen Plan auf die Spur und erkennt, dass die Deutschen so unbemerkt nach London fliegen konnten, weil Saboteure tatsächlich britische Radarstellungen manipulieren oder zerstören wollten.
Zu Stevens’ Entsetzen stellt sich heraus, dass einer der deutschen Spione sein eigener Freund und Mitbewohner, Leutnant Martin, der ein perfekt getarnter deutscher Offizier ist, der die Sabotagegruppe anführt.
Während die deutsche Luftwaffe einen massiven Angriff vorbereitet, gelingt es den Saboteuren, in die britische Radarzentrale einzudringen und die Sprengung vorzubereiten. Dadurch bricht der Funkkontakt zu den britischen Jagdstaffeln zusammen, die verzweifelt versuchen, den Luftraum über London zu verteidigen.
Im letzten Moment erreichen Stevens und seine Männer die Zentrale. Es kommt zu schweren Feuergefechten, in denen viele Soldaten auf beiden Seiten fallen. Schließlich stehen sich Stevens und Martin im Hauptradarraum gegenüber. Martin weigert sich zu kapitulieren, und Stevens ist gezwungen, ihn zu töten.
Mit der Ausschaltung der Saboteure bleibt die Radarzentrale intakt. Die RAF kann die herannahende riesige deutsche Luftflotte rechtzeitig erkennen und ihre Verteidigung koordinieren. Der Angriff der Luftwaffe scheitert, und eine Invasion Großbritanniens wird verhindert.
Produktion
Als Enzo G. Castellari den Film Töte alle und kehr allein zurück fertiggestellt hatte, fragte er die Produzenten, was ihr nächster Film sein würde. Sie antworteten, es würde ein Kriegs-Epos über die Luftschlacht um England werde. Castellari hielt das für eine großartige Idee, aber die Produzenten hatten Alberto De Martino als Regisseur im Auge. Die Produzenten legten fest, dass Archivaufnahmen der tatsächlichen Luftschlacht um England im Split-Screen-Verfahren im Film verwendet werden sollten. Sie fragten Castellari, ob er die Spezialeffektsequenzen inszenieren und schneiden würde. Castellari hatte noch nie von „Split Screen“ gehört, daher wurden ihm die amerikanischen Filme Thomas Crown ist nicht zu fassen und Der Frauenmörder von Boston gezeigt. Er drehte die Spezialeffektsequenzen und mischte sie mit einer dreifachen Split-Screen-Methode. Ein Beispiel dafür ist eine Szene, in der auf der linken Seite ein britisches Flugzeug schießt, auf der rechten Seite ein deutsches Flugzeug getroffen wird und in der Mitte Archivaufnahmen zu sehen sind. Als den Produzenten diese Split-Screen-Aufnahmen gezeigt wurden, waren sie so beeindruckt, dass sie beschlossen, Castellari mit der Regie des gesamten Films zu beauftragen. Danach setzte sich Enzo eine Woche lang mit einem Drehbuchpartner zusammen, um das überlange Drehbuch umzuschreiben, damit es actionreicher und weniger wie eine „Seifenoper“ wirkte.[1]
Fehler
Der Film ist komplett erfunden und historisch ungenau. Zum Beispiel hat die RAF nie 94 deutsche Flugzeuge an einem Tag abgeschossen; London wurde nie in einem einzigen Angriff von „1000 Flugzeugen“ bombardiert und das Kontrollzentrum der RAF wurde nie angegriffen. Der Regisseur verwendete Messerschmitt Bf 109 (oder fast identische Nachbauten) als „Hawker Hurricanes“ der RAF und Supermarine Spitfires als „Bf 109“ der Luftwaffe. Die fiktiven „Bomber“, die angeblich Heinkel He 111 darstellen, sind in Wirklichkeit ähnliche Flugzeuge vom Typ CASA 2.111, die in Spanien in Lizenz gebaut wurden.
Wiederverwendung des Films
Etwa dreißig Prozent des Films wurden in dem Kriegsfilm Nur drei kamen durch wiederverwendet. Castellari sagte, dass er und seine Frau Nur drei kamen durch im Kino gesehen hätten und es ihn verärgerte, dass sein Filmmaterial in einem anderen Film wiederverwendet wurde.[1]
Besetzung und Synchronisation
Die deutsche Synchronisation des Films übernahm die Deutsche Synchron Filmgesellschaft mbH & Co. Karlheinz Brunnemann Produktions KG in Berlin, nach einem Dialogbuch und Dialogregie von Karlheinz Brunnemann.[2]
| Rolle | Darsteller | Sprecher |
|---|---|---|
| Captain Paul Stevens | Frederick Stafford | Gert Günther Hoffmann |
| General George Taylor | Van Johnson | Helmo Kindermann |
| Martin Donovan | Francisco Rabal | Jürgen Thormann |
| Meg | Evelyn Stewart | Eva Katharina Schultz |
| Major Krüger | Luigi Pistilli | Heinz Petruo |
| Sergeant Donald Mulligan | Renzo Palmer | Arnold Marquis |
| Jacques | Luis Dávila | Rainer Brandt |
| Gaston | Christian Hay | Thomas Danneberg |
| Colonel Smith | Jacques Berthier | |
| Sheila | Teresa Gimpera | |
| Deutscher Offizier | Eduardo Fajardo | Siegmar Schneider |
Veröffentlichung
Die deutsche Erstaufführung fand am 10. Dezember 1970 statt.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b Severin Films DVD (Hrsg.): A Conversation with Enzo Castellari and Quentin Tarantino Part 2. 2009.
- ↑ Stukas über London in der Deutschen Synchronkartei