Strakosch (Familie)

Strakosch ist der Name einer alten österreichischen Industriellenfamilie ursprünglich mährisch-jüdischer Herkunft. Die Familie war zunächst in der Tuchindustrie in Brünn tätig, ab 1867 auch in der Zuckererzeugung. So war beispielsweise die Zuckerfabrik Hohenau in Niederösterreich eine Gründung von sechs Brüdern Strakosch. Die „Zuckerbarone“ Strakosch spielten auch im österreichischen Kulturleben eine nicht unbedeutende Rolle.

Mitglieder der Familie waren vor allem:

  • Salomon Strakosch (1795–1867), Tuchfabrikant in Butschowitz bei Brünn, dann in Brünn
    • Jonas Strakosch (1820–1888), Sohn von Salomon, Gesellschafter der Tuchfabrik Gebrüder Strakosch in Brünn und ab 1867 der Zuckerfabrik Hohenau
    • Isidor Strakosch (1826–1898), Sohn von Salomon, Gesellschafter der Tuchfabrik Gebrüder Strakosch in Brünn und ab 1900 der Zuckerfabrik Hohenau
    • Bernhard Strakosch (1829–1908), Sohn von Salomon, Gesellschafter der Tuchfabrik Gebrüder Strakosch in Brünn und ab 1867 der Zuckerfabrik Hohenau
      • Felix Strakosch (1864–1931), Sohn von Bernhard, Vetter von Siegfried, um 1900 Mitinhaber der Zuckerfabrik Hohenau[12]
        • Oskar Strakosch (1904–1974), Sohn von Felix Strakosch und dessen Ehefrau Elise (* 1878; † nach 1958), trat 1933 als Gesellschafter in das Unternehmen ein,[13] nach Rückkehr aus der Emigration in London übernahm er 1949 die Zuckerfabrik.[14]
    • Eduard Strakosch (1830–1888), Sohn von Salomon, Gesellschafter der Tuchfabrik Gebrüder Strakosch in Brünn und ab 1867 der Zuckerfabrik Hohenau, 1879 Mitgründer der Confections-Waaren-Fabrik D.S.E. Strakosch in Brünn
      • Henry Strakosch (1871–1943), Sohn von Eduard Strakosch und Mathilde, geborener Winterstein, österreichisch-britischer Bankier
    • David Strakosch (Dominik, 1834–1891), Sohn von Salomon, Gesellschafter der Tuchfabrik Gebrüder Strakosch und 1879 Mitgründer der Confections-Waaren-Fabrik D.S.E. Strakosch in Brünn
    • Simon Strakosch (1835–1901), Sohn von Salomon, Gesellschafter der Tuchfabrik Gebrüder Strakosch und 1879 Mitgründer der Confections-Waaren-Fabrik D.S.E. Strakosch in Brünn
    • Nathan Strakosch (1836–1904), Sohn von Salomon, Hopfenhändler in Prag, Großvater von Alice Rühle-Gerstel

Weiterhin gehören zur Familie:

Weitere Träger des Namens (Verwandtschaft mit der genannten Familie nicht geklärt bzw. nicht gegeben):

Literatur

  • Adolph Kohut: Berühmte israelitische Männer und Frauen in der Kulturgeschichte der Menschheit. Lebens- und Charakterbilder aus Vergangenheit und Gegenwart. Ein Handbuch für Haus und Familie. 2 Bände. Payne, Leipzig-Reudnitz 1901/02. – Volltext online: Band 1, Band 2.
  • Elisabeth Lebensaft, Josef Mentschl: Strakosch. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 25. Duncker & Humblot, Berlin 2013, ISBN 978-3-428-11206-7, S. 466–468 (deutsche-biographie.de).
  • Marie-Theres Arnbom: Textil und Zucker. Familie Strakosch. In: —: Friedmann, Gutmann, Lieben, Mandl und Strakosch: fünf Familienporträts aus Wien vor 1938. 2. Auflage. Böhlau, Wien 2002, ISBN 3-205-99373-X, S. 105–136 (in Teilen) online.
  • Achter Bericht des amtsführenden Stadtrates für Kultur und Wissenschaft über die gemäß dem Gemeinderatsbeschluss vom 29. April 1999 erfolgte Übereignung von Kunst- und Kulturgegenständen aus den Sammlungen der Museen der Stadt Wien sowie der Wienbibliothek im Rathaus. (Restitutionsbericht 2007). Wien 2008. – Volltext online (PDF; 1,2 MB).
  • Strakosch (Strakosch-Feldringen), Textil- und Zuckerindustriellen- sowie Musikerfamilie in Mähren, Niederösterreich und Wien. In: Biographisches Lexikon zur Geschichte der böhmischen Länder. Hrsg. im Auftrag des Collegium Carolinum von Miroslav Kunštát, Hans Lemberg, Ralph Melville, Ferdinand Seibt, Helmut Slapnicka und Thomas Winkelbauer. Band IV. Collegium Carolinum, München 2024, ISBN 978-3-944396-71-2, S. 465–471.

Einzelnachweise

  1. a b Kleine Chronik. (…) † Opernsänger Ludwig Strakosch. In: Neue Freie Presse, Nachmittagblatt, Nr. 19818/1919, 27. Oktober 1919, S. 5, Mitte rechts. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nfp
  2. Arnbom, S. 118.
  3. Sophie Fetthauer: Lydia Biermann. In: lexm.uni-hamburg.de, Musikwissenschaftliches Institut der Universität Hamburg, 3. Februar 2009, abgerufen am 9. Juli 2011.
  4. Arnbom, S. 133.
  5. Achter Bericht, S. 142, 144, 147.
  6. Achter Bericht, S. 141.
  7. a b https://www.newspapers.com/image/175269227/?terms=%22otto%20patzau%22%20&match=1
  8. Arnbom, S. 135.
  9. Arnbom, S. 127 f.
  10. Achter Bericht, S. 146, 148.
  11. Arnbom, S. 132.
  12. Arnbom, S. 123.
  13. Arnbom, S. 131.
  14. Arnbom, S. 125.
  15. Arnbom, S. 119 f.
  16. Forty Years a Manager. (Nachruf auf Maurice Strakosch; englisch). In: The New York Times, 11. Oktober 1887, abgerufen am 9. Juli 2011.
  17. a b c Arnbom, S. 111.
  18. Chief Musical Events 1889. January. In: The New York Clipper Annual. Frank Queen Pub. Co., New York 1890, S. 10.
  19. Edgar Strakosch’s Bride. Wedded In Canada To Miss Kellogg’s Understudy. (englisch). In: The New York Times, 1. Februar 1889, abgerufen am 10. Juli 2011.
  20. a b Tod des Rezitators Alexander Strakosch. In: Neue Freie Presse, Abendblatt, Nr. 16191/1909, 17. September 1909, S. 5 Mitte. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nfp
  21. Rezitator Strakosch gestorben. In: Neue Schlesische Zeitung / Schlesisches Tagblatt. Einzige Morgenzeitung in Österreichisch-Schlesien, Nr. 210/1909 (XIV. Jahrgang), 18. September 1909, S. 1, Mitte links. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nsz
  22. Nachlässe in Österreich – Personenlexikon, Österreichische Nationalbibliothek, September 2009.
  23. Kohut, Band 1, S. 250.
  24. Otmar Rychlik: Gäste – Große Welt in Bad Vöslau. Zur Ausstellung in den historischen Räumen des Schlosses. Stadtgemeinde Bad Vöslau, Bad Vöslau 1994, OBV, S. 164.
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