Straßenbahn Kumamoto
Straßenbahn Kumamoto
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|---|---|
| Niederflurwagen des Typs GT4N-ZR an der Haltestelle Tōrichō-suji vor der Burg Kumamoto | |
| Basisinformationen | |
| Staat | Japan |
| Stadt | Kumamoto |
| Eröffnung | 1924 |
| Betreiber | Verkehrsamt Kumamoto |
| Infrastruktur | |
| Streckenlänge | 12,2 km |
| Ehemals größte Streckenlänge |
ca. 30 km |
| Spurweite | 1435 mm (Normalspur) |
| Stromsystem | 600 V = Oberleitung |
| Haltestellen | 35 |
| Betrieb | |
| Linien | 2 |
| Fahrzeuge | circa 45 |
Die Straßenbahn Kumamoto (jap. 熊本市電, Kumamoto shiden) ist ein 12,2 Kilometer langes Straßenbahnnetz in Kumamoto auf der Insel Kyūshū in Japan.
Liniennetz
Es besteht aus zwei Linien, die über eine gemeinsame Stammstrecke von den östlichen Stadtteilen bis ins Zentrum verkehren, wo sie sich verzweigen. Linie A führt weiter nach Südwesten zum Hauptbahnhof, Linie B nach Norden zum Oberen Bahnhof (上熊本駅 Kamikumamoto-eki).
| Linie | Streckenverlauf | Halte | Zeit | Länge |
|---|---|---|---|---|
| A | Kengunmachi (健軍町) - Shinsuizenji (新水前寺駅前) - Karashimacho (辛島町) - Kumamoto (熊本駅前) - Tasakibashi (田崎橋) | 26 | 50 Min | 9,4 km |
| B | Kengunmachi (健軍町) - Shinsuizenji (新水前寺駅前) - Karashimacho (辛島町) - Kamikumamoto (上熊本) | 28 | 50 Min | 9,7 km |
Im gesamten Netz sind weder Gleisdreiecke noch Wendeschleifen vorhanden, so dass nur Zweirichtungswagen eingesetzt werden können. Wendemanöver werden über Weichen und einen Führerstandswechsel des Fahrers an den entsprechenden Stellen durchgeführt. Auch die Verzweigung der Außenäste westlich der Station Karashimacho lässt keinen direkten Abzweig vom Außenast der Linie A (Tasakibashi) auf den Außenast der Linie B (Kamikumamoto) zu.
Unmittelbar an der Endhaltestelle am Bahnhof Kamikumamoto befindet sich auf engen Raum der Betriebshof der Straßenbahn mit Werkstatt sowie diversen Außen- und Innenabstellgleisen. Er kann über eine Weichenverbindung von der Endhaltestelle aus erreicht werden, wo für eine Fahrt ins Zentrum die Fahrtrichtung gewechselt werden muss.
Eine weitere dreigleisige Freiluft-Abstellanlage befindet sich an der Station Kotsukyoku-Mae.
Fahrpreise und Betriebszeiten
Im Jahr 2025 gilt ein pauschaler Fahrpreis von ¥ 200 für Erwachsene und ¥ 100 für Kinder je Fahrt.
Der Betrieb beginnt morgens um etwa 05:30 Uhr mit den ersten ausrückenden Bahnen und endet abends gegen 23:30 Uhr.
Geschichte
Die elektrische Straßenbahn wurde 1924 eröffnet, der Betrieb erfolgte seit Anfang an unter städtischer Regie.[1]
Zuvor existierende Vorort-Dampftrambahnen wurden erst später nach Elektrifizierung und Umspurung(en) teilweise integriert. Seine größte Ausdehnung erfuhr das Netz um 1960, als es mit etwa 30 km weite Teile des Stadtgebietes abdeckte sowie bis in den südlich gelegenen Ort Kawashiri (川尻) und über eine separate Linie mit 1067 mm Spurweite bis ins westlich gelegene Hyakkanseki (百貫石) reichte. Seitdem wurden zahlreiche Strecken stillgelegt, sodass das heutige Netz verblieb.
Potentielle Erweiterungen kamen seitdem nicht über das Diskussionsstadium hinaus.[2]
Fahrzeuge
In Kumamoto werden (Stand November 2025) insgesamt 45 Fahrzeuge im Linienverkehr eingesetzt. Der Fuhrpark besteht dabei größtenteils aus hochflurigen Einzelwagen, nur acht Niederflurgelenkfahrzeuge sind derzeit im Bestand:
Hochflurbaureihen
Die Wagen der Reihen 1000, 1200 und 1300 wurden zwischen 1954 und 1960 von Tōyo Kōki gebaut. Einige Fahrzeuge dieser Serien werden noch im Linienverkehr eingesetzt.
1982 wurden zwei Fahrzeuge der Reihe 8200 von Nippon Sharyō in Betrieb genommen, gefolgt von vier Wagen der Reihe 8500 von Aruna Kōki im Jahr 1985.
Die Reihe 8800, bestehend aus zwei Fahrzeugen, wurde 1988 von Aruna Kōki geliefert, genauso wie die fünf Wagen der letzten Hochflurserie 9200 des gleichen Herstellers aus 1992.
Niederflurbaureihen
Im August 1997 wurde in Kumamoto der japanweit erste Niederflurwagen in Betrieb genommen: MAN und Adtranz lieferten hierfür Komponenten für ein zweiteiliges Zweirichtungsfahrzeug ihres Typs GT4N-ZR an die japanische Firma Niigata, welche die Endmontage übernahm. Der Wagen erhielt die Nummer 9701. Im März 1999 und März 2001 wurden je zwei weitere Wagen dieses Typs mit den Nummern 9702 bis 9705 in Betrieb genommen, womit sich der Bestand auf fünf Wagen vergrößerte.
2009 wurden ebenfalls von Niigata-Transys zwei weitere Triebwagen geliefert. Sie erhielten die Nummern 0801 und 0802. Technisch gehören sie zur gleichen Bauform wie die Wagen der Serie 9700, haben jedoch eine modernere Außengestaltung. 2013 nahm ein dritter Wagen des Typs seinen Dienst auf, womit die Flotte der Reihe 0800 über drei Fahrzeuge verfügt.
Weblinks
- Offizielle Website (japanisch)
Anmerkungen
- ↑ Die vorbereitende AG wurde bereits vor Inbetriebnahme von der Stadt übernommen
- ↑ Aktueller Zeitungsartikel (September 2016) zu angestrebten Netzerweiterungen ( vom 11. September 2016 im Internet Archive)