Ströhen (Wagenfeld)
Ströhen Gemeinde Wagenfeld
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| Koordinaten: | 52° 32′ N, 8° 42′ O | |
| Höhe: | 42 m ü. NN | |
| Fläche: | 41,01 km² | |
| Einwohner: | 1738 (31. Dez. 2020)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 42 Einwohner/km² | |
| Eingemeindung: | 1. März 1974 | |
| Postleitzahl: | 49419 | |
| Vorwahl: | 05774 | |
Lage von Ströhen in Niedersachsen
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Ströhen ist eine Ortschaft der Gemeinde Wagenfeld im niedersächsischen Landkreis Diepholz. Zur Absetzung vom benachbarten Preußisch Ströhen (Kreis Minden-Lübbecke in Nordrhein-Westfalen) wird er auch Hannoversch Ströhen bzw. Hannover Ströhen genannt.
Geografie
Ströhen liegt im Zentrum der Diepholzer Moorniederung, acht Kilometer östlich vom Kernort Wagenfeld; die Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen verläuft südlich in 1,5 km Entfernung. Durch Ströhen fließt in nördlicher Richtung die Große Aue, ein 84,5 km langer, südwestlicher bzw. linker Nebenfluss der Weser.
Ströhen ist Kreuzungspunkt der drei Landesstraßen L 343, L 347 und L 349.
Geschichte
Am 1. März 1974 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde in die Nachbargemeinde Wagenfeld eingegliedert.[2]
Wappen
Mit Beschluss des Verwaltungsausschusses vom 27. November 2024 wurde der Ortschaft Ströhen die Verwendung eines eigenen Wappens auf ortsbezogenen Publikationen sowie für Vereine, Verbände und Gruppierungen gestattet, nachdem unselbstständigen Ortschaften nach Landesrecht kein amtliches eigenes Wappen zusteht.[3] Die Gestaltung des Wappens beruht auf einem Relief auf einer mehrere hundert Jahre alten Herd- oder Ofenplatte und wurde nach den Regeln der Heraldik koloriert.[3] Es hat seinen historischen Bezug in der Jahrhunderte geltenden Zugehörigkeit des Dorfes Ströhen zur Grafschaft Hoya und zur Region Sulingen.[3]
Die offizielle Wappenbeschreibung besagt:
„Im oberen Bereich des Wappens ist die Hoyaer Bärentatze dargestellt, daneben jeweils ein steilendes Pferd. Angenommen werden darf hier die historische Zugehörigkeit Ströhens zur Grafschaft Hoya, in Nachbarschaft zu Hannover und Westfalen. Dargestellt durch das hannoversche und durch das westfälische Wappenpferd. Im mittleren Bereich teilt eine gebogene Flusslinie das Wappen und stellt damit die Große Aue dar. Im unteren Bereich sind ein Torfspaten und zwei Moorpflanzen abgebildet.“[3]
Infrastruktur
Der Bahnhof Ströhen (Han) lag an der Bahnstrecke Bünde–Bassum, welche in diesem Bereich inzwischen stillgelegt ist. In Ströhen befindet sich eine Grundschule und zwei vom DRK geführte Kindergärten. Die Sparkasse betreibt eine Filiale im Ort. Die Freiwillige Feuerwehr Ströhen sorgt für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe und führt eine Jugendfeuerwehr. Zwei Tierärzte und ein Zahnarzt haben ihre Praxen in Ströhen. Eine evangelische Kirche befindet sich im Ortskern.
Wirtschaft und Tourismus
Ströhen ist vor allem durch den Tierpark Ströhen bekannt, der sich im Privatbesitz der Familie Ismer befindet.
Im 2014 eröffneten Ausstellungs- und Tagungsgebäude „Moorwelten“ hat das „Europäische Fachzentrum Moor und Klima“ (EFMK) seinen Sitz.
Auf der stillgelegten Streckenabschnitt Rahden–Ströhen (Han) wird heute ein Eisenbahn-Draisinenverkehr für Touristen angeboten. Im alten Bahnhof von Ströhen schließt eine entsprechend umgebaute ehemalige Moorbahn an. Die etwa 3,5 km lange Strecke führt zum Naturschutzgebiet Neustädter Moor. Sie endet in der Nähe des Schäferhofs Teerling, wo ein Moorpfad in das Moor beginnt.
Baudenkmale
In der Liste der Baudenkmale in Wagenfeld sind für Ströhen 18 Baudenkmale aufgeführt, darunter
- die evangelische Kirche, ein neugotischer Backsteinbau mit Querhaus, dreiseitig geschlossenem Chor und vorgestelltem, quadratischem Westturm.[4]
Persönlichkeiten
- George Wege (1876–1931 Dresden) Kurarzt in Dresden-Weißer Hirsch
- Ingo Eichmann (1901–1988), Gestapobeamter und SS-Führer
Literatur
- Wilhelm Falldorf: Wagenfeld und Ströhen in alten Bildern. Band I (Hrsg.: Gemeinde Wagenfeld), Wagenfeld 1986, 96 S. m. 80 Abb.
- Wilhelm Falldorf: Wagenfeld und Ströhen. Ein geschichtlicher Überblick. Wagenfeld 1988
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Gemeinde Wagenfeld, Stand: 30. Dezember 2024.
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 190.
- ↑ a b c d Gemeinde Wagenfeld: Wappen der Ortschaft Ströhen. In: wagenfeld.de. Abgerufen am 26. Oktober 2025.
- ↑ STRÖHEN, Gem. Wagenfeld, Kr. Diepholz. In: Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Bremen Niedersachsen. Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 1992, ISBN 3-422-03022-0, Seite 1260.