Stiftung Zukunft Berlin
Die Stiftung Zukunft Berlin ist ein unabhängiges Forum für bürgerschaftliche Mitverantwortung. Als rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts mit Sitz in Berlin ist sie gemeinnützig und politisch unabhängig. Ihre Arbeit ist operativ. Beate Stoffers ist Geschäftsführerin, Vorständin und Vorstandssprecherin der Stiftung Zukunft Berlin.
Organisation
Die Stiftung engagiert sich für die Entwicklung Berlins. Sie ist 2006 aus dem „Forum Zukunft Berlin e.V.“ hervorgegangen. Stifter sind die Unternehmer Dieter Rosenkranz (1925–2021) und Klaus Groth. Der Vorstand bestimmt die Schwerpunkte der Stiftungsarbeit und vertritt die Stiftung nach außen. Ihm gehören neben Beate Stoffers auch Markus Dröge (Vorstandssprecher), Isabella Hermann, Christophe Knoch, Karin Kohler und Richard Meng an.[1] Der Stiftungsrat besteht aus fünf Mitgliedern: Andreas Gebhard (Vorsitzender), Henry Bren d’Amour, Jutta Croll, Andrea Peters und Sabine Toepfer.[2]
Die Stiftung arbeitet operativ und fördert keine externen Projekte im Sinne klassischer Projektförderung. Nach eigenen Angaben arbeiten in der Stiftung mehr als 400 Berliner in Gruppen mit jeweils fünf bis 15 ehrenamtlichen Mitgliedern. Jede Initiative wählt aus ihrer Mitte eine verantwortliche Person, die gemeinsam mit der Geschäftsstelle der Stiftung organisatorisch betreut wird. Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürger mit Politik und Entscheidungsträgern zusammenzubringen und Veranstaltungen für Meinungsbildung und Austausch zu bieten.[3]
Ziele und Aufgaben
Die Stiftung versteht sich als Brücke zwischen Zivilgesellschaft, Politik, Wirtschaft und Verwaltung. Ihr Ziel ist es, die Erfahrungen und Kompetenzen der Bürgerinnen und Bürger in politische Entscheidungsprozesse einzubringen und so demokratische Mitverantwortung zu fördern. Das Engagement richtet sich auf das Gemeinwohl und die nachhaltige Entwicklung Berlins – ohne die politische Verantwortung der Institutionen zu ersetzen.[4][5]
Zu ihren Arbeitsfeldern zählen u. a.: Stadt- und Regionalentwicklung, Bildung und Jugend, Kultur, Wissenschaft, soziale und gesellschaftliche Teilhabe sowie demokratische Beteiligung. Dabei strebt sie auch Kooperationen auf europäischer und internationaler Ebene an.[4]
Projekte und Initiativen (Auswahl)
- A Soul for Europe – Eine zivilgesellschaftliche Initiative, die auf Kooperation zwischen Zivilgesellschaft und politischen Entscheidungsträgern setzt.[6] Ausgehend von ihren Basispunkten in Amsterdam, Belgrad, Berlin, Brüssel, Porto und Tiflis bildet die Initiative ein internationales Netzwerk aus europäischen Städten und Regionen, dem Kultur- und Wirtschaftssektor als auch europäischen politischen Entscheidungsträgern.
- Berlin-Forum – Das Berlin-Forum möchte Stadtgesellschaft zu Wort kommen lassen und mit der Politik in gemeinsame Arbeit bringen. Es besteht aus 50 Menschen aus allen Bereichen der Berliner Gesellschaft und möchte an langfristigen Entscheidungen der Stadtentwicklung mitwirken. Das Forum wird gemeinsam mit den Partnerorganisationen BUND Berlin, Deutscher Caritasverband, Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Handwerkskammer Berlin, Landesmusikrat Berlin, Landessportbund Berlin, Paritätischer Wohlfahrtsverband Berlin und ver.di Berlin-Brandenburg getragen.[7]
- Gemeinsam Berlin – Das Projekt erörtert, wie Bürger besser in Entscheidungen einbezogen werden können und konzentriert sich dabei insbesondere auf Gruppen, die oft kein Gehör in den Prozessen finden. Auch best-practice Beispiele für Bürgerhaushalte – von Bürgern verwaltete Budgets – sollen für Berlin erprobt werden.[8]
- Modell Rütli – Um die Bildungssituation in Neukölln zu verbessern, initiierte die Stiftung Zukunft Berlin gemeinsam mit dem Bezirksbürgermeister a. D. Heinz Buschkowsky im Jahre 2007 den „Campus Rütli – CR²“. Das Gebiet um die Rütli-Schule wird durch entsprechende Bildungs- und Betreuungsangebote von einem Problembezirk zu einem Modellprojekt entwickelt. Schirmherrin des „Campus Rütli“ ist Christina Rau.[9]
- Preis für internationale Brückenbauer:innen – Die Initiative vergibt 2025 zum ersten Mal einen nicht dotierten Preis für Menschen, die sich um die internationalen Beziehungen Berlins verdient gemacht haben. Hierbei stehen (junge) Menschen, die nach Berlin gekommen sind (ERASMUS-Studierende, Praktikant:innen, Zugewanderte etc.), Fachkräfte, Studierende und internationale Familien im Vordergrund. Damit sollen die Lebens- und Teilhabebedingungen von Zugewanderten in Berlin verbessert und ihre Erfahrungen vernetzt werden.[10]
Literatur
- Stiftung Zukunft Berlin (Hrsg.): Reden über die Hauptstadt. Die Bundesländer und Berlin – Ministerpräsidenten im Dialog. B&S Siebenhaar, Berlin 2009, ISBN 978-3-936962-02-4.
- Volker Hassemer: Wozu Berlin? Eine Streitschrift. B&S Siebenhaar, Berlin 2011, ISBN 978-3-936962-87-1.
- Die Stiftung Zukunft Berlin; Fischer, Hubertus; Lütjens, Nina (Hrsg.): Nachbarn bei Nachbarn. Sieben Jahre Berlin-Brandenburger Begegnungen. Berlin 2024, ISBN 978-3-96982-100-8 (verlagberlinbrandenburg.de).
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Vorstand. In: Stiftung Zukunft Berlin. Abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ Stiftungsrat. In: Stiftung Zukunft Berlin. Abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ Über die Stiftung: Stiftung Zukunft Berlin. Archiviert vom am 12. August 2022; abgerufen am 4. Dezember 2025 (deutsch).
- ↑ a b Förderung der Stiftung Zukunft Berlin. Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt, 2025, abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ Einzelansicht: Berliner Stiftungswoche. Berliner Stiftungswoche, 2025, abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ A Soul for Europe – Activating Europe's Cultural Potential. Abgerufen am 4. Dezember 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ berlinforum.berlin ( vom 13. August 2020 im Internet Archive)
- ↑ Info - Gemeinsam Berlin. In: Gemeinsam Berlin. (gemeinsamberlin.blog [abgerufen am 4. Dezember 2025]).
- ↑ Modell Rütli. In: Stiftung Zukunft Berlin. Abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ Initiative Weltberliner:innen – Preis für internationale Brückenbauer:innen. In: Stiftung Zukunft Berlin. Abgerufen am 4. Dezember 2025.