Stiftung Lebendige Stadt

Stiftung „Lebendige Stadt“
Rechtsform rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts
Gründung 24. Mai 2000
Gründer ECE Projektmanagement
Sitz Hamburg
Vorsitz Andreas Mattner
Umsatz 1.227.423 Euro (2016)
Stiftungskapital 511.292 Euro (2016)
Website lebendige-stadt.de

Die Stiftung Lebendige Stadt wurde im Jahre 2000 von Alexander Otto gegründet, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der ECE Group, das gewerbliche Großimmobilien, insbesondere innerstädtische Einkaufszentren, entwickelt, errichtet, vermietet und betreibt. Inzwischen engagieren sich darin weitere Firmen wie Thalia, Schüco, und Vonovia. Seit ihrem Bestehen hat die Stiftung mehrere Projekte initiiert und gefördert.

Arbeitsansatz

Nach eigenen Angaben engagiert sich die Stiftung für die Zukunft der Städte.

„Die urbane Vielfalt aus Arbeit, Kultur und Wohnen gilt es zu erhalten und mit zu gestalten. Themenschwerpunkte bilden die Bereiche Licht, Grün und Gestaltung öffentlicher Räume […] Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Medien haben auf Seiten der Stiftung daran mitgewirkt.“[1]

Gremien der Stiftung

Der Vorsitzende des Kuratoriums ist Rolf Buch. Zum Kuratorium gehören außerdem Hildegard Müller (stv. Vorsitzende), Andreas Engelhardt, Rolf Bösinger, Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Bürgermeisterin Katharina Fegebank, Ministerpräsident Daniel Günther, der bayerische Innenminister Joachim Herrmann, Ingo Kretzschmar (Thalia Bücher) und Bundesbankvorstand Lutz Lienenkämper. Das Kuratorium entscheidet über die Verwendung der Stiftungsmittel und überwacht die Vorstandsarbeit. Der Vorstand führt als Ansprechpartner für alle Institutionen und Einzelpersonen die Geschäfte. Vorstandsmitglieder sind Andreas Mattner (Vorstandsvorsitzender), Eva Weiß (stv. Vorsitzende), Torsten Albig, Michael Batz, Friederike Beyer, Nicola Gehringer, Robert Heinemann, Markus Lewe, Eva Lohse und Oberbaudirektor a. D. Jörn Walter. Der Stiftungsrat besteht u. a. aus Marie-Agnes Strack-Zimmermann (MdEP; Vorsitzende), Monika Griefahn (stv. Vorsitzende), Arved Fuchs, Städtetagspräsident Burkhard Jung, Jan-Marco Luczak, MdB, Ministerin Nicole Razavi, Veronika Rücker, Erster Parlamentarischer Staatssekretär Dirk Wiese (MdB), Schauspielerin Sandra Quadflieg und Yehuda Teichtal. Er berät die Grundsätze der Stiftung und gibt Empfehlungen für deren Umsetzung.

Die Mitglieder der Gremien wie Vorstand, Kuratorium oder Stiftungsrat nehmen ihre Tätigkeit ehrenamtlich wahr.

Kritik/Kodizes

Die Stiftung geriet anfänglich mit dem Hinweis auf Interessenskonflikte in die Kritik, die durch die Verflechtung der Stiftung mit dem ECE-Projektmanagement entstanden.[2]

Stiftungspreis

Die Stiftung vergibt jährlich einen Preis an Projekte in Städten und Gemeinden mit Vorbildcharakter in Bezug auf einen wechselnden Aspekt.[3] Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert. Die Ausschreibung erfolgt jeweils zu Beginn des Jahres. Eine Fachjury bewertet die Bewerbungen und wählt den oder die Sieger aus.

Preis der Stiftung Lebendige Stadt
Jahr Thema Preisträger Anerkennung
2024 Das schönste Bahnhofsumfeld Wuppertal.[4] Burg (bei Magdeburg), Königssee und Wien
2022 Die engagierte Stadtgesellschaft Crivitz Bad Neuenahr-Ahrweiler, Danzig, Frankfurt am Main und Hamburg
2021 Kunst kann überall Gevelsberg Lichtenstein/Sachsen, Lünen und Witten
2020 Das beste Heimatmuseum Museum im Zumsteinhaus in Kempten Historisches Museum in Frankfurt am Main, Ostfriesisches Teemuseum in Norden, das Stadtmuseum von Tübingen und das Museum Leuchtenburg in Seitenroda
2019 Das beste kommunale Schwimmbad Deggendorf Erding, Nienburg a.d. Weser und Schorndorf.[5]
2018 Die digitalste Stadt Dortmund und Wien Coburg und Heidelberg.[6]
2017 Die lebendigste Städtepartnerschaft Iserlohn / Chorzów / Nyíregyháza Bordesholm / Kekava, Münster / York und Pforzheim / Irkutsk
2016 Die integrierende Sportstadt Nürtingen Bensheim, Falkensee, Hamburg, Maxdorf, Nürnberg und Stuttgart
2015 Das vorbildlichste öffentliche Bauprojekt Drachenfelsplateau in Königswinter Feuerwehr-Hauptwache in Celle, Bergpark im Quartier Lohberg in Dinslaken, Haus Bürger in Kirchhain, Neue Gebläsehalle in Neunkirchen, Porta Posnania in Posen und die Stadthalle in Reutlingen
2014 Die lebendigste Erinnerungsstadt Leipzig
2013 Das schönste Stadtfest Stadtgeburtstag in Karlsruhe
2012 Die barrierefreie Stadt Schwerin
2011 Die unverwechselbare Stadt Hiddenhausen und Ingelheim
2010 Seniorenfreundlichste Stadt Arnsberg
2009 Kinderfreundlichstes Mobilitätskonzept Griesheim Kiel, Kaiserslautern und Oberursel[7][8]
2008 Schönster Wochenmarkt Grünmarkt in Nienburg Bremen, Münster, Freiburg im Breisgau, Frankenberg und Wuppertal[9][10]
2007 Bestes Parkraumkonzept Parkgarage P23 in Amsterdam[11] Bruchsal, Göhren (Rügen), Graz, Innsbruck, München, Ulm und Wiesbaden[12]
2006 Bester Spiel- und Freizeitplatz Georg-Freundorfer-Platz in München Waldschule Tempelsee in Offenbach, das Projekt „H2O“ in Hannover, der alte Flugplatz in Frankfurt, die „Dreirosenanlage“ in Basel, ein Naturspielplatzprojekt in Freiberg und der Kinderbauernhof „Pinke-Panke“ in Berlin[13]
2005 Beste Sportstätte Funbox Amalie in Essen und Schule am Mummelsoll in Berlin Sporthalle an der Europastraße in Tübingen, Spiel- und Sportstätte Niebuhrstraße in Berlin, Sportpark Flandernhöhe in Esslingen am Neckar, Bendix-Gymnasium/Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium in Dülmen, Dreifeldsporthalle in Barleben, Camp 24|sieben in Kiel und Sportgarten in Bremen

Literatur

  • Schriftenreihe Stiftung Lebendige Stadt, Societäts-Verlag
    • Band 1: Stadtplätze, Dittmar Machule und Claudia Köster
    • Band 2: Grün Gürtel Frankfurt, Klaus Hoppe
    • Band 3: Die menschliche Marktwirtschaft, u. a. Angela Merkel, Alexander Otto, Fritz Schramma
    • Band 4: Stadt am Wasser, Heiner Haass
    • Band 5: Stadtumbau, u. a. Wolfgang Tiefensee
    • Band 6: Public-Space Public-Relations, Franziska Lehmann
    • Band 7: Grün-Natur Stadt-Struktur, Dittmar Machule, Jens Usadel
    • Band 8: Stadtfarben, Markus Schlegel, Gerhard Fuchs
    • Band 9: Grüne Labore, Frank Lohrberg, Jasmin Matros
    • Band 10: Ein Leben für den Sport, Reinhard Grindel, Edina Müller, Michael Stich, Michael Vesper
    • Band 11: Was soll, was kann Demokratie, Hans Peter Bull
  • Dissertation Hans-Hermann Albers: Corporate Urban Responsibility : die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen in der Stadtentwicklung. Campus-Verlag, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-593-39506-7.[14]
  • Holger Pump-Uhlmann: Die Stiftung Lebendige Stadt. In: Was die Stadt im Innersten zusammenhält. Stadtentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe. In: Almanach 2005/2006 der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung. Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung, Berlin 2006, ISBN 3-9809331-3-X, S. 80–86.

Einzelnachweise

  1. Vgl. lebendige-stadt.de (Memento vom 1. Juli 2013 im Webarchiv archive.today)
  2. Lobbyismus für ECE - Das nützliche Netzwerk des Herrn Otto. 27. Oktober 2010, abgerufen am 27. November 2025.
  3. Der Preis der Stiftung. Stiftung Lebendige Stadt, abgerufen am 9. Februar 2025.
  4. Stiftungspreis 2024. Stiftung Lebendige Stadt, abgerufen am 9. Februar 2025.
  5. Stiftungspreis 2019. In: Stiftung Lebendige Stadt. Abgerufen am 29. April 2021.
  6. Stiftungspreis 2018. In: Stiftung Lebendige Stadt. Abgerufen am 29. April 2021.
  7. kinderfreundliches Mobilitätskonzept (Memento vom 3. August 2012 im Webarchiv archive.today) (12. September 2010)
  8. Stadt Griesheim (12. September 2010)
  9. Stiftungspreis 2008: Schönster Wochenmarkt. (PDF; 3,5 MB) Stiftung Lebendige Stadt, abgerufen am 26. Oktober 2018.
  10. Stadt Nienburg/Weser (Memento vom 7. Dezember 2008 im Internet Archive)
  11. Neustrukturierung des Stadtteils (Memento vom 9. September 2012 im Webarchiv archive.today) (12. September 2010).
  12. Stiftungspreis 2001-2007-Gesamtdokumentation. (PDF; 23,1 MB) Stiftung Lebendige Stadt, abgerufen am 26. Oktober 2018.
  13. Stiftung „lebendige Stadt“ (Memento vom 4. August 2012 im Webarchiv archive.today) (12. September 2010).
  14. Dissertation von Hans-Hermann Albers: dort u. a. Analyse der Stiftung Lebendige Stadt (ECE GmbH & Co. KG, Hamburg).