Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München

Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München
(AKM)
Rechtsform Stiftung des bürgerlichen Rechts
Bestehen seit dem 15. November 2007
Stifter Florian Bronner
Christine Bronner
Sitz München
Zweck die Förderung von Hospizprojekten für Kinder und Jugendliche, die Förderung der Kinder- und Jugendhilfe und der öffentlichen Gesundheitspflege
Vorsitz Florian Bronner (Vorstand im Bereich Finanzen)
Christine Bronner (Geschäftsführender Vorstand)
Stiftungsrat Florian Bronner
Christine Bronner
Christa Stewens[1]
Website www.kinderhospiz-muenchen.de

Die Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München[2][3] (kurz AKM oder Stiftung AKM), die seit 2007 besteht, ist eine allgemeine (nicht-kommunale) Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in München, die öffentliche Zwecke verfolgt und von dem Stifterehepaar Christine und Florian Bronner[4] aus eigener Betroffenheit heraus gegründet wurde.[5][6][7][8][9] Ihr Zweck ist „die Förderung von Hospizprojekten für Kinder und Jugendliche, die Förderung der Kinder- und Jugendhilfe und der öffentlichen Gesundheitspflege.“[2][3] Es kamen drei regionale Zentren in Landshut, Rosenheim[10] und Inning am Ammersee dazu.[11] Jährlich werden zahlreiche Familien von hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern sowie einem Partnernetzwerk betreut. Schirmherrin der Stiftung ist seit Oktober 2013 Staatsministerin a. D. Melanie Huml.[12][13]

Ziel und Leitbild

Nach eigenen Angaben versteht sich die Stiftung in erster Linie als Lebens- und nicht vorrangig als Sterbebegleitung. Anders als in der Erwachsenenhospizarbeit betreuen Kinderhospizdienste laut § 39a Abs. 1 Satz 4 SGB V Familien mit Ungeborenen, Neugeborenen, Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen in der Regel ab dem Zeitpunkt der Diagnose und somit über den gesamten Krankheitsverlauf. Die Betreuungszeit kann somit mehrere Jahre betragen und bei einem günstigen Krankheitsverlauf auch mit der Gesundung des Kindes enden. Dabei wird stets das gesamte Familiensystem in die Fürsorge mit einbezogen, also auch Eltern und Geschwisterkinder. Im Sinne der Kindeswohlsicherung werden seit 2016 auch Familien mit schwerkranken Eltern, in denen Minderjährige leben, unterstützt. Das Leitbild der Stiftung lautet: „Nicht das Leben mit Tagen, sondern die Tage mit Leben füllen!“[6]

Leistungen

Die Stiftung bietet neben dem klassischen Kinderhospizdienst auch Leistungen für die Alltags- und Lebenshilfe an und greift dabei auf ein Netzwerk aus Ärzten, Psychologen, Kinderkrankenschwestern, Sozialarbeitern und weiteren Berufsgruppen zurück.[14]

Kinderhospizarbeit

Durch das Erstgespräch mit einer Koordinatorin werden Möglichkeiten der Unterstützung aufgezeigt. In dieser Beratung werden sowohl psychosoziale als auch sozialrechtliche Themen gemeinsam durchgesprochen. Des Weiteren unterstützt die Koordination bei der Vermittlung ergänzender Hilfen wie zum Beispiel Therapiemöglichkeiten, Rechtsberatung oder psychologischer Hilfe.

Sozialmedizinische Nachsorge

Ziel der Sozialmedizinischen Nachsorge soll die an einen Krankenhausaufenthalt anschließende ambulante Behandlung sicherstellen und den Übergang ins häusliche Umfeld erleichtern.[15]

Teilhabeorientierte Angebote

Die Kernaufgabe der Teilhabeorientierten Angebote ist es, Familien zu stärken und präventiv zu stützen. Dazu gehören u. a. Mütter-/Vätertreff, Bewegungs- und Entspannungsangebote, Outdoor-Aktivitäten oder Geschwistertage.[16]

Therapeutische Begleitung

Bei Bedarf erhalten die Betroffenen eine direkte therapeutische Unterstützung. Hausbesuche sind dabei die Regel, um so die Familien zu unterstützen.[17]

Krisendienst

Der Krisennotruf RUF24 ist rund um die Uhr erreichbar. Der Dienst bietet eine kostenlose Rufbereitschaft für krisenhafte Ausnahmesituationen.[18]

Angehörigenberatung

Gemeinsam wird die Pflegesituation zu Hause angesehen, psychosoziale Unterstützung und Entlastung bereitgestellt und bei Behördenangelegenheiten unterstützt.[19]

Finanzierung und Unterstützung

Die Dienste der Stiftung AKM sind für die betroffenen Familien kostenfrei.[20] Die Stiftung ist zur Finanzierung ihrer Arbeit auf Spendengelder angewiesen. 2024 lagen die Einnahmen nach eigenen Angaben der Stiftung bei rund 7,5 Millionen Euro.[21][22][23]

Die Arbeit der Stiftung wird nicht regelhaft vom Staat subventioniert. Neben Geldspenden besteht die Möglichkeit, den Dienst durch ehrenamtliche Tätigkeiten, Sachspenden, Familienpatenschaften oder dem Erfüllen von Herzenswünschen seitens der erkrankten Kinder zu unterstützen. Die Unterstützung von Ehrenamtlichen in den Bereichen Kinderhospizarbeit, Öffentlichkeitsarbeit und dem Krisentelefon RUF24 trägt erheblich dazu bei, dass die Stiftung ihre Leistungen dauerhaft anbieten kann. Außerdem kann die Stiftung auf die Hilfe und Multiplikatoren-Wirkung prominenter Botschafter zählen.[24]

Haus ANNA

Das erste Haus ANNA wurde im September 2023 im niederbayerischen Eichendorf eröffnet.[25]

Auszeichnungen und Preise

Die Stiftung AKM hat Auszeichnungen und Preise für ihr Engagement erhalten.[26]

Einzelnachweise

  1. Christa Stewens, Staatsministerin a D. , Ehrenkreisvorsitzende CSU-KV Ebersberg: - - Ehrenamtliche Tätigkeiten -. Abgerufen am 17. November 2025: „Mitglied im Stiftungsrat, Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München (AKM)“
  2. a b StiftungsVerzeichnis - Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München. In: Bayerisches Landesamt für Statistik. Abgerufen am 13. November 2025: „Entstehungszeitpunkt: 15.11.2007“
  3. a b Satzung der Stiftung "Ambulantes Kinderhospiz München". (PDF) In: Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München. Abgerufen am 13. November 2025.
  4. „Etwas Gutes tun“. Abgerufen am 13. November 2025: „Gegründet wurde die Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München von dem Stifterehepaar Christine und Florian Bronner“
  5. Blanche Mamer: Hilfe in schlimmsten Tagen. In: Süddeutsche Zeitung. 9. Februar 2016, abgerufen am 12. November 2025: „2004 den ambulanten Kinderhospizdienst und gemeinsam mit ihrem Mann Florian Bronner 2005 die Stiftung“
  6. a b Unsere Stiftung. In: Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München - AKM. Abgerufen am 12. November 2025: „2004 startete der erste eigenständige ambulante Kinderhospizdienst [...] im Frühjahr 2005, gründete Christine Bronner gemeinsam mit ihrem Mann Florian die Stiftung“
  7. „Man ist nur noch mit Überleben beschäftigt”. Abgerufen am 12. November 2025: „2004 gründete Christine Bronner zusammen mit ihrem Mann Florian das Ambulante Kinderhospiz München (AKM), im Frühjahr 2005 die dazugehörige Stiftung.“
  8. „Zeit schenken“. Abgerufen am 29. Januar 2020.
  9. Florian J. Haamann: Helfer in schweren Stunden. In: Süddeutsche Zeitung. 9. Oktober 2018, abgerufen am 12. November 2025.
  10. Rosenheim: Ambulantes Kinderhospiz eröffnet. 5. Juli 2019, abgerufen am 10. Januar 2020.
  11. Standorte. In: Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München - AKM. Abgerufen am 13. November 2025: „2016 unser erstes Zentrum außerhalb von München in Inning am Ammersee [...] eröffnet.“
  12. Huml würdigt Arbeit der Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München – Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin anlässlich des Festaktes 15 Jahre Stiftung AKM. Abgerufen am 19. Dezember 2019.
  13. Ilmmünster: "Wir verstehen uns als Lebensbegleitung". Ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 10. Januar 2020.@1@2Vorlage:Toter Link/www.donaukurier.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven)
  14. Unsere Leistungen. In: Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München – AKM. Abgerufen am 19. Dezember 2019.
  15. Sozialmedizinische Nachsorge. In: Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München - AKM. Abgerufen am 12. November 2025.
  16. Teilhabeorientierte Angebote. In: Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München - AKM. Abgerufen am 12. November 2025.
  17. Therapeutische Begleitung - Stiftung AKM. In: Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München - AKM. Abgerufen am 12. November 2025.
  18. Kriseninterventionsdienst RUF24. In: Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München - AKM. Abgerufen am 12. November 2025.
  19. Angehörigenberatung. In: Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München - AKM. Abgerufen am 12. November 2025.
  20. FOCUS Online: Haben so viel Kraft: Hospizlerin erzählt, wie sie Kinder bis zum Tod begleitet. Abgerufen am 29. Januar 2020.
  21. Geschäftsbericht 2024. (PDF) Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München, S. 133, abgerufen am 12. November 2025.
  22. Transparenz - Unsere Zahlen. In: Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München - AKM. Abgerufen am 12. November 2025.
  23. Testamentsspende. In: Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München - AKM. Abgerufen am 12. November 2025: „pro Jahr durchschnittliche Kosten von rund 6.500 Euro“
  24. Unsere Schirmherrin und Botschafter – Stiftung AKM. In: Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München – AKM. Abgerufen am 19. Dezember 2019.
  25. Kinderhospiz Haus Anna Eichendorf eröffnet. 11. September 2023, abgerufen am 19. September 2023 (deutsch).
  26. Auszeichnungen und Preise. In: Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München - AKM. Archiviert vom Original; abgerufen am 12. November 2025.