Stiftskirche St. Peter (Salzburg)
Die Stiftskirche St. Peter ist die Abteikirche der Benediktiner-Erzabtei St. Peter inmitten des St.-Peter-Bezirkes unmittelbar am Fuß des Mönchsberges in der Stadt Salzburg. Die Kirche wurde auf dem hl. Apostel Petrus gewidmet. Die Gesamtanlage des Stiftes St. Peter steht unter Denkmalschutz (Listeneintrag). Nach einjährigen umfassenden Renovierungsarbeiten ist die Stiftskirche am 22. September 2019 mit der Weihe eines neuen Altares durch den Salzburger Erzbischof und den Erzabt von St. Peter wiedereröffnet worden.
Geschichte
Das Kirchengebäude wurde von Abt Balderich in den Jahren 1130 bis 1143 an der Stelle einer zerstörten ersten Klosterkirche der Zeit um 1000 bzw. noch älterer Vorläuferbauten vermutlich unter Verwendung eines karolingischen Kirchturmunterbaues aus dem 9. Jahrhundert errichtet. Die Kirche ist eine im Kern romanische Basilika, welche im Zuge von barocken Umgestaltungen ein Querschiff, einen Chor und eine Kuppel erhielt. Im Jahr 2019 wurde Maximilian Eugen von Österreich, der Bruder des Seligen und letzten Kaisers von Österreich Karl in der Krypta der Stiftskirche beigesetzt.
Außenbau
In der Nord- und Südmauer befanden sich ursprünglich offene Arkaden aus vermutlich spätrömischer Zeit.
Der Turm, im Kern vermutlich aus dem 9. Jahrhundert stammend, wurde unter Abt Otto II. (1375–1414) romanisierend erhöht und 1754–1756 unter Abt Beda Seeauer mit Eckpilastern, rundbogigen Schallfenstern und einem stadtbildprägenden hohen Zwiebelturm ausgestaltet. An der Westseite des Turmes finden sich die marmornen Wappen des Stiftes St. Peter und des Abtes Beda Seeauer mit der Jahreszahl 1756.
Über der Vorhalle thront auf einer Attikamauer mit Rundbogen als Sieger über alles Böse Christus (als Knabe dargestellt) zwischen den hl. Petrus und Paulus, gestaltet von Franz Hitzl 1781–1783. In einer Wandnische über dem Eingang steht die Statue des hl. Rupert, die vermutlich von Josef Anton Pfaffinger gestaltet wurde. Das Bronzeportal, eingebaut im Jahr 2025, entwarf Wilhelm Scherübl.
Die Vorhalle westlich des Turmes samt der Kapelle der Turmsüdseite wurde im zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts errichtet. Die Kapelle der Turmnordseite stammt aus dem Jahr 1424. Ab dem Jahr 1431 bis um 1750 entstanden schrittweise die Kapellen im Süden des Kirchenschiffes.
In den Jahren 1605 und 1606 wurden im Auftrag von Abt Martin Hattinger die drei Apsiden im Osten der Kirche abgerissen und der Innenraum neu gestaltet. Unter Abt Joachim Buchauer wurde 1619–1620 die Kirche neu eingewölbt und 1622 die frühbarocke Vierungskuppel errichtet. Diese hohe achteckige Tambourkuppel ließ Abt Beda Seeauer 1757 durch Eckpilaster gliedern und mit Tambourfenstern sowie mit einer Turmhaube versehen.
Vorhalle
Die romanische Vorhalle besitzt ein Kreuzrippengewölbe. Das Hauptportal zum Turmerdgeschoß stammt aus der Zeit um 1250 und weist starke Ähnlichkeit mit dem etwa hundert Jahre eher entstandenen Portal der Kirche St. Zeno in wenige Kilometer entfernten Bad Reichenhall auf. Es ist stufig mit drei umlaufenden Säulchen mit zwischenliegenden Hohlkehlen gegliedert und mit Knollen- und Akanthus-Kapitellen geschmückt. Das Tympanon über dem Tor stammt aus der Zeit um 1160 und zeigt über einem Weinrankenfries ein Relief mit dem auf einem Regenbogen thronenden Christus als Retter und Richter der Welt zwischen den hl. Petrus und Paulus. Die beiden Bäume mit den darauf sitzenden Tauben sind Friedenszeichen. Der lateinische Text über dem Tympanon lautet übersetzt: „Ich bin die Pforte des Lebens. Kommt, ihr Bedürftigen des Heils und gehet durch mich. Kein anderer Weg führt zum Leben.“[1] Die Tür selbst besitzt geschnitzte barocke Holzfüllungen, die Lorenz Härmbler geschaffen hat. Das Oberlichtengitter wurde 1765–1766 vom bekannten Salzburger Kunstschmied Philipp Hinterseer gefertigt. Die beiden Aschentröge stammen aus römischer Zeit.
Das innere Kirchenschiff
Das Kirchenschiff ist mit einem kunstvollen Rokokogitter, geschmiedet 1768 von Philipp Hinterseer, abgeschlossen. Es stellt mit seinen Blättern, Blüten und Bortenornamenten den Höhepunkt des reichhaltigen Schaffens des Künstlers dar.
Hinter dem zarten Rokokostuck des Kirchenschiffes, den 1760–1766 Benedikt Zöpf in grün auf weiß gestaltete, bleibt die ursprüngliche romanische Baustruktur der Kirche gut erkennbar. Sockelteile von Säulen und Pfeilern zeigen sogar noch die romanische Gestalt. Mehrere Stufen führen zu den erhöhten Seitenschiffen.
Das Orgelgehäuse wurde von Lorenz Härmbler 1772–63 umgestaltet. Die Aufsatzfiguren des hl. Petrus (ursprünglich Gottvater) sowie der hl. Rupert und Vitalis stammen vom ehemaligen Hochaltar Hans Waldburgers.
Die Reste romanischer Wandmalereien
Im Jahr 1885 wurden in der Kirche Reste romanischer und gotischer Wandmalereien entdeckt und freigelegt.
Das östlichste Joch der Südwand (Mittelschiff) zeigt Fragmente des Stundengebetes (tertia hora) aus der Mitte des 12. Jahrhunderts. Das südliche Seitenschiff im Osten stellt Maria Magdalena mit dem Erzbischof Eberhard II. von Regensberg (?) als Stifter der Arbeiten dar. Dazu kommen Darstellungen eines Baumes und ein ornamental bemaltes Bogenfries aus der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts.
Im nördlichen Seitenschiff finden sich im östlichen Arkadennischen mit ornamentaler Bemalung. Die fünfte Stütze der Nordseite zeigt aus der Zeit um 1400 stammend eine Marmorierung des Säulenschaftes, die fünfte Stütze der Südseite zwei einander umklammernde Fabelwesen.
Die barocken Wand- und Deckenbilder
Das Deckengewölbe des Langhauses und des Altarraumes ist mittig in vier Feldern mit Fresken bemalt. Sie wurden von Johann Weiß 1764 geschaffen und stellen folgende Szenen dar: Die Berufung Petri, Jesus wandelt auf dem See Genezareth, die Schlüsselübergabe an den hl. Petrus und die Befreiung Petri aus dem Kerker. In die Wölbung der Kuppel malte Weiß musizierende Engel und Putten.
Die Seitenwände des Langhauses zeigen große rechteckige Leinwandbilder: Im Norden von Ignazio Solari 1632 gemalt, die Kreuzaufrichtung, im Süden von Kaspar Memberger (1591) die Kreuztragung Christi. Neben diesen Bildern sind von Thiemo Sing wurden um 1660 im Norden die Segnung des Königs Totila durch den hl. Benedikt dargestellt und im Süden ein Bild des Baiernherzogs Theodo, dem der Heilige Rupert das Stift St. Peter zeigt.
Darüber sind in je zehn Bildern im Norden des Mittelschiffs das Leben des hl. Benedikt, im Süden desselben das Leben des hl. Rupert samt der Geschichte des Stiftes St. Peter dargestellt, die Franz Xaver König um 1760 malte.
Im Tambour der Kuppel wurden von Franz Xaver König die acht Seligkeiten in alttestamentlichen Szenen dargestellt, in den Kuppelpendentifen die vier frühen Kirchenväter.
Im nördlichen Querarmgewölbe wird von Franz Xaver König die Auffindung des Grabes des hl. Amands dargestellt, im südlichen Querarmgewölbe die Predigt des hl. Vitalis. Die Stirnwände zeigen ebenfalls von Franz Xaver König im Norden die Geburt Christi, im Süden die Anbetung des Jesuskindes durch die heiligen drei Könige.
Die Bilder im Turmerdgeschoß stellen von Thiemo Sing gemalt im Norden den Tod des hl. Benedikt, im Süden die Taufe des Baiernherzogs Theodo dar.
Hauptaltar
Der Altar wurde von Lorenz Härmbler entworfen. Die Steinmetzarbeiten für den 1777 bis 1780 errichteten Hochaltar stammen von Johann Nepomuk Högerl, die Bildhauerarbeiten großteils von Lorenz Härmbler, die zugehörigen Fassungen von Franz Xaver König. Der Altar besitzt seitliche hohe Marmorsäulen und Aufbauten mit geschwungenen Gebälkstücken. Das Altarblatt von Martin Johann Schmidt zeigt die hl. Petrus, Paulus und Benedikt samt umgebenden Engeln, welche die Jungfrau mit dem Kind verehren. Das Altaroberbild stellt Gottvater mit der Taube des Heiligen Geistes dar. Als Rest eines früheren Hochaltars von Hans Waldburger hat sich der Tabernakel aus dem Jahr 1625 erhalten. Die seitlichen Statuen von Franz Hitzl zeigen die in Salzburg bekannten hl. Rupert, Vitalis, Virgil, Amandus von Worms bzw. Amand von Maastricht.
Die sechs Mittelschiffaltäre
Drei an der nördlichen und drei an der südlichen Mittelschiffsseite stehende Altäre wurden in den Jahren 1774–1777 errichtet; die zwei mittleren Altäre sind größer als die vier äußeren.
- Schutzengelaltar
Die Altäre an der Nordseite zeigen im östlichen Altarbild (Schutzengelaltar) Engel in der Anbetung Gottes (Verherrlichung des Namens Gottes) von Carl Reselfeld (1704), mit dem Oberbild des hl. Virgil von Martin Johann Schmidt, die seitlichen Figuren stellen die hl. Thekla und Rosalia dar.[2]
- Benediktusaltar
Das nördliche mittlere Altarblatt (Benediktusaltar) zeigt den Tod des hl. Benedikt, gemalt von Kremser Schmidt, und im Oberbild den hl. Sebastian, von Engeln umgeben. Die seitlichen Heiligenskulpturen zeigen Scholastika und Erntrud.[3]
- Apostelaltar
Der nördliche westliche Altar (Apostelaltar) zeigt im Altarblatt „Jesus lehrt die Apostel“, im Oberbild den hl. König Heinrich.[4]
- Sakramentsaltar (Josefsaltar)
Der an der Südseite östliche (Josefsaltar) zeigt, von Martin Johann Schmidt gemalt, im Altarblatt die heilige Familie von Engeln umgeben, über der Madonna die Taube, welche den Heiligen Geist symbolisiert, im Oberbild den hl. Bonifatius.[5] Die seitlichen Heiligen sind Theresia von Avila und Gertrud von Nivelles.
- Rupertsaltar
Das südliche mittlere Altarblatt (Rupertusaltar) zeigt den Tod des hl. Rupert, Aufsatzbild: Hl. Rochus. Die seitlichen Figuren stellen die hll. Placidus und Maurus dar. Beide Altäre, Benedikt- und Rupertsaltar, wurden von Högler im Jahr 1766 geschaffen.[6]
- Skapulieraltar
Das westliche Altarblatt (Skapulieraltar) zeigt die Verleihung des Skapuliers an den hl. Simon Stock und wurde wiederum von Martin Johann Schmidt gemalt, das Oberbild, von Franz Xaver König geschaffen, die heilige Kunigunde.[7]
Die Altäre im Querschiff
Der gen Osten gerichtete Altar im nördlichen Querschiff stellt im Altarblatt die Enthauptung Johannes des Täufers dar, das Martin Johann Schmidt gemalt hat. Die seitlichen Figuren der hl. Georg und Martin sowie die Figuren im oberen Auszug die Heiligen Magdalena und Margareta hat Franz Hitzl geschnitzt. Links davon, gen Norden gerichtet, steht der Maria Säul-Altar. Er stellt, zwischen Maikrügen, Maria mit dem Kind im linken Arm dar, stehend, mit stark ausgebogener Hüfte, in reichem, faltigem Kleid; in der rechten Hand hält sie das Szepter. Neben ihr die Statuen von Cäcilia und Agnes. Die um 1420 zu datierende Marienstatue gilt als Schöne Madonna-Typus; erst im Barock erhielt sie Szepter und Krone.
Im südlichen Querschiff steht der Vitalis-Altar. Das Altarbild von Martin Johann Schmidt zeigt den Klosterpatron als Helfer der Kranken und im Oberbild, den hl. Andreas. Die seitlichen Statuen stellen die hl. Wolfgang und Ulrich dar, die Figuren im Auszug sind die hl. Elisabeth und Barbara.
Kanzel und Fürstenloge
Kanzel und Loge sind im Langhaus symmetrisch, wobei die Patronats- oder Fürstenloge verglast ist. Der Schalldeckel der Kanzel wird vom hl. Paulus bekrönt, die Loge vom hl. Petrus; die Stukkatur dazu stammt von Benedikt Zöpf.
Kapellen im Süden des Langhauses
Diese Kapellen sich sämtlich mit Altären von Martin Johann Schmidt gestaltet. Die östlichste Kapelle mit der Anbetung des Lammes (Offb 7,9–10 ) durch die heiligen Jungfrauen wurde 1431 geweiht. Das Oberbild zeigt hier Maria Magdalena. Die Kapelle wurde 1724 von Josef Schmidt mit barocken Gewölbestuck versehen.
Die zweite Kapelle, das Altarblatt zeigt ein erweitertes Vesperbild mit Magdalena und Johannes, weist in der Bogenlaibung Stuckreliefs von den Arma Christi auf. Im Gewölbe der Kapelle ist ein Pelikan mit Jungem dargestellt.
Die dritte Kapelle besitzt ein Altarbild der Maria Immaculata, die vierte eines mit der Verzückung der heiligen Theresa und die fünfte Kapelle eines mit den Vierzehn Nothelfern. Diese Kapellen wurden alle in den Jahren zwischen 1710 und 1720 barockisiert. Die Deckenmalerei der dritten, vierten und fünften Kapelle ist von Sinnbildern geprägt.
Mariazeller- bzw. Katharinenkapelle
Die romanische Katharinenkapelle stammt aus dem Jahr 1215 und wurde vom Babenbergerherzog Leopold VI. gestiftet. Sie stellt sich als schlichtes Langhaus mit Rundbogenfenstern dar. Das Kreuzgratgewölbe ruht dabei auf einfachen Wandpfeilern. Den neuen Namen erhielt die Kapelle im Jahr 1733, anlässlich der Errichtung des Altars nach dem Vorbild des Mariazeller Altars. Hauptmotiv ist eine Kopie des Mariazeller Gnadenbildes (Magna Mater Austriæ). Die seitlichen Figuren der hl. Katharina und Barbara gestaltete Johann Georg Hitzl.
Felsengrab des hl. Rupert
Das heutige leere „Grab“ des hl. Rupert liegt hinter dem mittleren Altar, dem Rupertusaltar, auf der Südseite des Kirchenschiffs. Die Gebeine des Heiligen wurden 774 in den Salzburger Dom übertragen. Heute weist eine Grabstelle im Seitenschiff der Stiftskirche St. Peter mit einer Grabplatte mit dem Ewigen Licht und eine Inschrift darüber auf das (ehemalige) „Grab des hl. Rupert“ hin. Der tatsächliche, ursprüngliche Ort des Rupertusgrabes in der Kirche ist jedoch unbekannt.[8] Frühe Quellen geben darüber keine Auskunft und auch die Tituli Alkuins, die sonst wertvolle Angaben zum 8. Jahrhundert in Salzburg erhalten, äußern sich nicht dazu.
Marienkapelle im Klostertrakt (ehemals Veitskapelle)
Die Marienkapelle wurde 1130 geweiht und 1319 als gotisches Bauwerk auf dem erhaltenen romanischen Sockel neu gestaltet. Sie ist eines der ältesten gotischen Bauwerke in Salzburg. In ihr befinden sich die Grabsteine etlicher Äbte des Klosters, darunter Johann Staupitz. Das Chorgebet der Mönche findet hier statt.
Orgeln
Hans-Gröber-Orgel 2025
Das Gehäuse der Orgel auf der Westempore geht auf ein Instrument von Daniel Hayl d. J. († nach 1638) aus dem Jahr 1620 zurück,[9] der 1623 die in Details ähnlich aussehende Freisinger Domorgel schuf. Im Jahr 1762 gestaltete der Salzburger Bildhauer Lorenz Härmbler die Orgel um, was z. B. an den rokoko geformten Turmabschlüssen des Prospekts ablesbar ist, im Gegensatz zu den um 150 Jahre älteren Mittelfeldern und Schleierbrettern.[10]
Das historische Gehäuse erhielt im Jahr 2025 durch
Hendrik Ahrend ein stilistisch kongruentes Instrument.
Die Inauguration der Orgel fand am 23. November 2025 statt, gespielt von Roman Summereder. Da sie von der Lichtensteinischen Hans Groeber-Stiftung finanziert wurde, trägt sie die Bezeichnung Hans Groeber-Orgel.
Galerie
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Emblem J ASP 1620 (Joachim, Abbas Sancti Petri 1620); Amtszeit: 1615–1626.
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Emblem B ASP 1763 (Beda, Abbas Sancti Petri 1763); Amtszeit: 1753–1785.
Disposition
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- Tremulant
- Koppeln: I/II, III/II, I/P, II/P, III/P.
- Spielhilfen: RP, UW ein/aus
- Anmerkungen
- ↑ Rekonstruktion
Mertel-Dreher-Orgel 1918
Eine bis 2018 in diesem Gehäuse stehende Orgel wurde 1918 von den Salzburger Orgelbauern Hans Mertel[11] und Max Dreher erbaut. Sie hatte 39 Register auf zwei Manualen und Pedal, mit pneumatischen Trakturen und Kegelladen. Die Kollaudierung des Instruments fand am 4. und 5. November 1918 statt, beteiligt daran war u. a. der Salzburger Domorganist Franz Sauer.[12] Im Zuge einer Kirchenrenovierung wurde die Mertel-Dreher-Orgel in den Jahren 2018/19 von Mathis Orgelbau aus dem historischen Gehäuse ausgebaut und in den Vitalis-Chor (im südlichen Oratorium) transloziert.
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- Anmerkungen
Venezianische Orgel 1996
1996 schuf der Orgelbauer Franz Zanin, ansässig in Camino al Tagliamento, eine italienisierend disponierte Chororgel und stellte sie im Psallierchor auf.[13] Die Pfeifen des I. Manuals füllen ein bis 1996 verglastes Fenster ins Langhaus zur Gänze aus. Dieses Prospekt ist neben der Fürstenloge, über dem Schutzengelaltar, zu sehen.
- B = Basso / S = Soprano
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- Koppeln: I-P, II-P, I-II
- Ripieno
- Anmerkungen
Glocken
Über die Glocken der karolingischen bzw. romanischen Epoche ist wenig bekannt, doch dürfte es damals bereits ein Geläute gegeben haben, da die Mönche der Abtei zu dieser Zeit nachweislich den Glockenguss ausübten. Bei einem dieser Glockengüsse brach am 5. Mai 1127 ein Großbrand aus, der das Kloster, den Dom sowie die ganze Stadt schwer in Mitleidenschaft zog. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts erfolgte eine komplette Erneuerung des Geläutes, wobei fünf Glocken 1305 und die große Glocke 1332 gegossen wurden. Die große Glocke wies ein Gewicht von 2673 kg auf. Dieser frühgotische einheitliche Geläutesatz – dessen Gießer unbekannt ist – blieb nahezu 500 Jahre erhalten.
Im 19. Jahrhundert beschloss man schließlich im Zuge der großen „Umgusswelle“ das Geläute zu erneuern. Fünf Glocken mit einem Gesamtgewicht von 2148 kg wurden 1811 vom Salzburger Glockengießer Johann Oberascher (1769–1847) geschaffen. Von seinem Sohn Franz Oberascher I. (1802–1877) stammte die große Glocke mit einem Gewicht von 2178 kg aus dem Jahr 1851.
Diese sechs Glocken ergaben ein Moll-Motiv, das auf einem Moll-Akkord beruhte. Sie mussten 1916 im Ersten Weltkrieg aufgrund ihres geringen Alters als Metallspende zur Herstellung von Kriegsgerär abgegeben werden.
Als 1927 das Stift aufgrund seiner Verdienste um das Kolleg St. Benedikt Anfang der 1920er-Jahre zur Erzabtei erhoben wurde, wurde dies zum Anlass genommen, um ein gewaltiges Monumentalgeläute zu beschaffen. Diese Geläute zählt heute zu den bedeutendsten Geläuten in Österreich, da es eines der ganz wenigen komplett erhaltenen Bronzegeläutesätze der Zwischenkriegszeit darstellt. Es gilt zudem als die größte und bedeutendste Gussleistung der Zwischenkriegszeit in Österreich. Geschaffen wurde es 1927 von Josef Pfundner sen. Dabei wurde erstmals in Österreich moderne Glockenzier verwendet, entworfen vom bekannten Künstler Jakob Adlhart.
Das Geläute wurde 1950 noch um eine Glocke von Oberascher (Gießer: Ing. Georg Sippel) ergänzt.[14][15]
| Glocke | Name | Nominal | Gewicht | Durchmesser | Gussjahr | Gießer |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Große Petersglocke | as0+0 | 5698 kg | 2040 mm | 1927 | Josef Pfundner sen. |
| 2 | des1-2 | 2946 kg | 1600 mm | |||
| 3 | es1+0 | 1678 kg | 1340 mm | |||
| 4 | f1+0 | 1197 kg | 1200 mm | |||
| 5 | as1-2 | 683 kg | 1000 mm | |||
| 6 | b1-2 | 491 kg | 900 mm | |||
| 7 | Zügenglocke | as2+4 | ca. 50 kg | 1950 | Gießerei Oberascher |
Literatur
- Hans Tietze: Die Denkmale des Benediktinerstiftes St. Peter in Salzburg. In: K.K. Zentralkommission für Denkmalpflege (Hrsg.): ÖKT (Österreichische Kunsttopographie). Nr. XII. Anton Schroll & Co, Wien 1913 (redigiert von Max Dvořák).
- P. Petrus Eder OSB: Stiftskirche St. Peter in Salzburg. Die neue venezianische Chororgel von Franz Zanin. Verlag St. Peter, Salzburg 1996.
- Lieselotte Eltz-Hoffmann: Die Kirchen Salzburgs. Anton Pustet, Salzburg 1993, ISBN 3-7025-0308-0.
- Bernd Euler, Ronald Gobiet, Horst R. Huber, Roswitha Juffinger: Dehio Salzburg 1986. Stadt und Land. Hrsg.: Bundesdenkmalamt. Anton Schroll & Co, Wien 1986, ISBN 3-7031-0599-2.
- Heinz Dopsch, Roswitha Juffinger, Valentin Kunnert: St. Peter in Salzburg. In: Amt der Salzburger Landesregierung (Hrsg.): Ausstellungskatalog zur 3. Landesausstellung 15. Mai – 26. Oktober 1982. Amt der Salzburger Landesregierung, Kulturabteilung, Salzburg 1982, ISBN 3-900173-48-6.
- Jörg Wernisch: Glockenkunde von Österreich. Journal Verlag, Lienz 2007, ISBN 978-3-902128-10-2.
Weblinks
- Offizielle Homepage
- Glocken (Informationen und Hörproben)
- Stiftsmusik
- Bericht über die ausgegrabenen Mauerreste aus dem 5. Jahrhundert
Einzelnachweise
- ↑ Janua sum vitae, salvandi quique venite, per me transite. Via non est altera vitae.
- ↑ Die Denkmale des Benediktinerstiftes St. Peter. In: ÖKT. Nr. XII. Wien 1913, S. 19 u. 21.
- ↑ Die Denkmale des Benediktinerstiftes St. Peter. In: ÖKT. Nr. XII. Wien 1913, S. 20 (Wandaufbau unter dem Altarbilde bezeichnet: B. A. S. P. 1776 = Beda, Abbas Sancti Petri 1776).
- ↑ Die Denkmale des Benediktinerstiftes St. Peter. In: ÖKT. Nr. XII. Wien 1913, S. 19 (Christus unter den Aposteln lehrend. An der Rückseite des Altars: B. A. S. P. 1774 = Beda, Abbas Sancti Petri 1774).
- ↑ Die Denkmale des Benediktinerstiftes St. Peter. In: ÖKT. Nr. XII. Wien 1913, S. 19.
- ↑ Die Denkmale des Benediktinerstiftes St. Peter. In: ÖKT. Nr. XII. Wien 1913, S. 20 u. 25 (Tod des hl. Rupert, rechts unten bezeichnet: Sylvester Bauer pinxit Salisb. ao. 1661 und Altar: B. A. S. P. 1777 = Beda, Abbas Sancti Petri 1777).
- ↑ Die Denkmale des Benediktinerstiftes St. Peter. In: ÖKT. Nr. XII. Wien 1913, S. 19 (Die hl. Jungfrau mit dem Kinde dem hl. Simon Stock erscheinend, das Skapulier reichend. An der Rückseite des Altars: B. A. S. P. 1774 = Beda, Abbas Sancti Petri 1774).
- ↑ Karl Forstner: Ad propriam remeavit sedem Salzburg – Sterbeort des heiligen Rupert. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. Band 153, 2013, S. 27–37, hier S. 31 (zobodat.at [PDF]).
- ↑ Hayl, Daniel in Musikland-Tirol
- ↑ Gerhard Walterskirchen: Die Orgel als Raumornament – Beobachtungen an barocken Orgelprospekten in Salzburg. In: Regina Kaltenbrunner für das Salzburg Museum (Hrsg.): Barockberichte. Nr. 31, 2001, S. 59–63: 62 f.
- ↑ Johann Josef Mertel, Orgelbauer (* 14. Mai 1873 in Marktschorgast, Oberfranken; † 14. Dezember 1937 in Gnigl, Salzburg).
- ↑ Orgel-Kollaudierung. In: Salzburger Chronik, 9. November 1918, S. 1. Spalte unten (online bei ANNO).
- ↑ Informationen zur Orgel ( vom 17. April 2012 im Internet Archive)
- ↑ Jörg Wernisch: Glockenkunde von Österreich. Journal-Verlag, Lienz 2006.
- ↑ Die Glocken der Stiftskirche St. Peter, abgerufen am 14. September 2024.
Koordinaten: 47° 47′ 49″ N, 13° 2′ 45″ O