Stefanie Babst
Stefanie Babst (* 12. Juni 1964 in Kiel) ist eine deutsche Politologin und ehemalige leitende Mitarbeiterin des Internationalen Stabs der NATO. Zuletzt war Babst von 2006 bis 2020 stellvertretende beigeordnete Generalsekretärin (englisch Deputy Assistant Secretary General) der Public Diplomacy Division und galt damit zu dieser Zeit als ranghöchste Deutsche im NATO-Generalsekretariat.[1] Nach ihrem Ausscheiden aus der NATO ist sie in der Politikberatung und als Publizistin tätig, weiter nimmt sie Funktionen unter anderem im Präsidium der DGAP wahr.
Leben
Stefanie Babst wurde als Tochter von Otto Babst und dessen Frau Margot, geb. Holst, in Kiel geboren.[2] Nach dem Abitur an der Andreas-Gayk-Schule in Kiel-Wellingdorf im Mai 1983 studierte Babst Politische Wissenschaft, Slavische Philologie und Öffentliches Recht an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und der Pennsylvania State University (USA). Im Januar 1989 schloss sie ihr Studium in Kiel mit dem Magisterexamen ab. Anschließend war Babst Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Politische Wissenschaft an der Universität Kiel. Als Stipendiatin der Friedrich-Naumann-Stiftung wurde sie dort im Dezember 1991 bei Werner Kaltefleiter mit einer Arbeit über Opposition und Dissens in der Sowjetunion promoviert (Zweitgutachter war Arnim Knigge). Während der Promotion absolvierte Babst mehrmonatige Forschungsaufenthalte am Russian Research Center der Harvard University (USA) sowie in Moskau.
Nach ihrer Promotion war Babst bis 1998 Dozentin für Osteuropawissenschaften an der Führungsakademie der Bundeswehr sowie Gastdozentin in den Vereinigten Staaten, der Russischen Föderation, der Ukraine und der Tschechischen Republik.[1] Sie war 1995 und 1996 für die OSZE Wahlbeobachterin in Russland.[3]
Sie wechselte 1998 in den Internationalen Stab im NATO-Hauptquartier nach Brüssel. Dort war sie zunächst drei Jahre als German Information Officer in der Presseabteilung tätig und ab dann in der Public Diplomacy Division Referatsleiterin für NATO countries. 2006 wurde sie zur stellvertretenden beigeordneten Generalsekretärin in dieser Abteilung befördert. Ab 2012 leitete sie auch den strategischen Planungsstab (englisch Strategic Foresight Team).[4]
Nach ihrem Ausscheiden bei der NATO 2020 trat sie in das von Elizabeth Linder gegründete Politikberatungs-Unternehmen Brooch Associates ein.[5] Als Expertin für Fragen und Themen der NATO und Osteuropa wurde sie unter anderem zu Anne Will geladen[6] und wurde in diversen Podcasts von Nachrichtenportalen befragt.[7][8][9][10][11][12]
Publikationen
- Opposition und Dissens in der Sowjetunion. DNB 920866042 (Kiel, Univ., Diss., 1991).
- Die Freiheit des Westens. In: Michael Rutz (Hrsg.): Freiheit oder Diktatur? Russlands Ukrainekrieg und wir. Herder, Freiburg im Breisgau 2022, ISBN 978-3-451-39665-6, S. 75–87.
- Sehenden Auges. Mut zum strategischen Kurswechsel. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2023, ISBN 978-3-423-28329-8.
Weblinks
- Stefanie Babst | DGAP – Profil auf den Webseiten der DGAP
- NATO - Biography: Stefanie Babst – Lebenslauf auf den Webseiten der NATO (englisch, Stand 2010)
- "Für Putin gibt es keine roten Linien". Stefanie Babst im Interview mit n-tv, 21. April 2024
- Stefanie Babst bei IMDb
Einzelnachweise
- ↑ a b Stefanie Babst / DGAP. Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik, November 2022, abgerufen am 8. April 2023 (Profil bei der DGAP).
- ↑ Autor*innenporträt Stefanie Bapst. In: dtv.de. dtv Verlagsgesellschaft, abgerufen am 9. April 2023.
- ↑ NATO – Biography: Stefanie Babst. NATO, 1. Dezember 2010, abgerufen am 8. April 2023 (englisch, Lebenslauf).
- ↑ Nato-Planungsstableiterin Stefanie Babst: „Im diplomatischen Geschäft sind Erfolge selten“. Deutschlandfunk, 8. Februar 2017, abgerufen am 8. April 2023 (Podcast).
- ↑ Home –– Brooch Associates. Abgerufen am 8. April 2023 (englisch, Homepage).
- ↑ Anne Will: Putins Angriff - Krieg ohne Ende? / Das Erste. ARD, 20. März 2022, abgerufen am 8. April 2023 (Sendungsübersicht).
- ↑ Ex-NATO-Strategin zu Raketeneinschlag: „Fehlendes russisches Echo wundert mich“. FAZ, 17. November 2022, abgerufen am 8. April 2023.
- ↑ Ex-NATO-Strategin Babst: „Deutsches Zögern fast unerträglich“. FAZ, 19. Januar 2023, abgerufen am 8. April 2023.
- ↑ Ex-NATO-Strategin Babst: „Müssen Regime in Moskau mit allen Mitteln zurückdrängen“. FAZ, 5. April 2023, abgerufen am 8. April 2023.
- ↑ deutschlandfunk.de: Nato steht kurz vor Zerreißprobe (3. März 2025)
- ↑ Johanna Metz: „Das hat seinen Preis“ – Nato-Expertin Stefanie Babst im Interview mit der Wochenzeitung „Das Parlament“. Deutscher Bundestag, 5. August 2022, abgerufen am 8. April 2023.
- ↑ NATO: Finnland ein "Stabiler Zuwachs". ZDF, 4. April 2023, abgerufen am 8. April 2023 (Interview).