Stanisław Jakiel

Stanisław Jakiel (* 12. April 1910 in Jaćmierz, Königreich Galizien und Lodomerien, Österreich-Ungarn; † 26. März 1983 in Przemyśl, Volksrepublik Polen) war ein polnischer, römisch-katholischer Geistlicher und Weihbischof in Przemyśl.

Leben

Stanisław Jakiel wurde am 12. April 1910 in Jaćmierz im damaligen Österreich-Ungarn geboren. Seine Schulausbildung begann er am Staatlichen Gymnasium in Sanok, brach die Schule jedoch in der ersten Klasse ab. Er kehrte in sein Elternhaus zurück, wo er fortan Privatunterricht erhielt. Die vierte Klasse absolvierte er am Staatlichen Gymnasium in Brzozów und die fünfte bis achte Klasse am Staatlichen Kazimierz-Morawski-Gymnasium in Przemyśl als Absolvent des Kleinen Seminars. 1929 legte er das Abitur ab und begann sein Studium am Großen Seminar in Przemyśl. Von 1931 bis 1934 setzte er seine Studien an der Universität Innsbruck fort, wo er 1935 zum Doktor der Theologie promovierte. Er setzte seine Ausbildung als Auditor an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom fort.

Am 26. August 1934 empfing er in Innsbruck die Priesterweihe. Anschließend war er in verschiedenen pastoralen und administrativen Ämtern tätig: als Vikar, Kaplan von Bischof Franciszek Barda, Notar der Kurie, Religionslehrer und Professor sowie später Rektor des Priesterseminars von Przemyśl.

Bischofsamt

Am 3. Juni 1957 ernannte Papst Pius XII. ihn zum Titularbischof von Tanagra und zum Weihbischof in Przemyśl ernannt. Die Bischofsweihe empfing er am 4. August 1957 durch Bischof Franciszek Barda in der Kathedrale von Przemyśl. Mitkonsekratoren waren Karol Pękala, Weihbischof in Tarnów, und Herbert Bednorz, Weihbischof in Katowice. Danach war er zunächst Pro-Generalvikar und ab 1962 Generalvikar. In den Jahren 1965–1966 amtierte er als Kapitularvikar der Diözese.

Jakiel nahm an der zweiten, dritten und vierten Sitzungsperiode des Zweiten Vatikanischen Konzils als Konzilsvater teil. Von 1975 bis zu seinem Tod war er Vorsitzender der Liturgiekommission der Polnischen Bischofskonferenz und wirkte maßgeblich an der Umsetzung der liturgischen Reformen mit.

Tod und Vermächtnis

Stanisław Jakiel starb am 26. März 1983 während eines Gottesdienstes in der Kapelle der Schwestern von der Familie Mariens im Priesterseminar von Przemyśl. Er wurde in der Krypta der Kathedrale von Przemyśl beigesetzt.

Sein Wirken als Bischof, Pädagoge und Liturgiker wird in der Diözese Przemyśl bis heute hochgeschätzt. 2010 wurde in seinem Geburtsort Jaćmierz eine Gedenktafel zu seinem 100. Geburtstag enthüllt.[1]

Werke

  • Modlitewnik (Gebetbuch), 1946.

Literatur

  • Tadeusz Śliwa: „Ks. biskup Stanisław Jakiel sufragan przemyski 1910–1983“, in: *Premislia Christiana*, Jg. 1 (1987–1988), S. 171–176.

Einzelnachweise

  1. https://archive.is/Vn7Bx