Staffelseemuseum

Das Staffelseemuseum ist ein regionalgeschichtliches Museum in Seehausen am Staffelsee in Oberbayern. Das vom Heimat- und Museumsverein Seehausen am Staffelsee e. V. betriebene Museum befindet sich seit 2018 im Obergeschoss des denkmalgeschützten Pfarrhofs nahe der Kirche St. Michael.

Geschichte

Das Museum entstand aus einer Sammlung des 1986 gegründeten Heimatvereins. Neben historischen Schriften, Urkunden, Zeichnungen, Ölgemälden, Fotografien, Postkarten und Briefen wurden wertvolle Hinterglasbilder angekauft oder dem Verein gespendet. Die Prähistorische Staatssammlung München stellte Fundstücke der 1992 bis 1997 auf der Insel Wörth im Staffelsee durchgeführten archäologischen Grabungen als Leihgaben zur Verfügung. Das Heimatmuseum Seehausen wurde am 17. Juni 2000 in fünf Räumen eines Geschäftshauses an der Dorfstraße eröffnet.[1]

Nach der Übernahme des Pfarrhofs durch die Gemeinde Seehausen begann im Jahr 2016 die Planung für den Umzug in das erste Stockwerk des historischen Gebäudes. Die Gemeinde finanzierte die notwendigen Baumaßnahmen. Ein Planungsbüro erstellte in Zusammenarbeit mit dem Heimat- und Museumsverein für die drei Ausstellungsräume ein Einrichtungskonzept, das mit Eigenmitteln des Vereins, Spenden und Fördermitteln in Höhe von insgesamt 245.000 € umgesetzt werden konnte. Das neugestaltete Staffelseemuseum wurde am 26. Januar 2018 eröffnet.

Die Versicherungskammer Kulturstiftung zeichnete das Museum 2019 als ehrenamtlich geführtes Haus mit dem Bayerischen Museumspreis aus.[2]

Ausstellung

Ein Bereich der Dauerausstellung befasst sich mit dem Lebensraum Staffelsee. Mit einem inszenierten Blick auf und in den See sind die heimischen Fischarten und Wasservögel zu sehen. Zur wirtschaftlichen Nutzung gehört die Fischerei, zu der mehrere Exponate gezeigt werden, und der Wandel zur Tourismusregion.

Im Mittelpunkt des Geschichtsraums steht ein Modell der Klosterkirche aus dem 8. Jahrhundert mit Grabungsfunden von der Insel Wörth. In der Schreibstube des Klosters wurde möglicherweise das Wessobrunner Gebet niedergeschrieben, das als Tondokument zu hören ist. Die Ausstellung erinnert an Joseph von Utzschneider, der 1839 die Simpertkapelle als Ersatz für die Inselkirche stiftete, und die seit 1935 jährlich stattfindende Fronleichnamsprozession auf dem See.

Ein Raum illustriert die Hinterglasmalerei seit dem 17. Jahrhundert mit Bildern regionaler Künstler, darunter Werke der Seehauser Glasmalerfamilien Kirchmayr, Noder und Gege. Eine interaktive Medienstation erklärt die Technik der Hinterglasmalerei. Die ausgestellte Transportkraxe aus Oberammergau, mit deren Hilfe die Bilder zu den Abnehmern gelangten, gehört zu den 100 Heimatschätzen, die als regionaltypische Objekte Bayerns ausgezeichnet wurden.[3]

Ein weiterer Raum ist Sonderausstellungen vorbehalten, mit denen wechselnde Themen und Künstler der Staffelseeregion vorgestellt werden.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Jahresmitteilung 2000. 15. Jahrgang, Heft 15. Heimatverein Seehausen am Staffelsee e. V., Juni 2001, S. 21–30.
  2. Bayerischer Museumspreis. Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern, abgerufen am 27. Oktober 2025.
  3. 100 Heimatschätze. Bayerisches Staatsministerium der Finanzen und für Heimat, abgerufen am 27. Oktober 2025.

Koordinaten: 47° 41′ 20″ N, 11° 11′ 8,4″ O