Stadtfriedhof Soltau

Der Stadtfriedhof Soltau liegt in der Kernstadt Soltau im niedersächsischen Landkreis Heidekreis. Es ist der Begräbnisplatz für die Verstorbenen aus dem Kirchspiel Soltau.

Beschreibung

Der ca. 480 Meter lange und maximal ca. 210 Meter breite Friedhof liegt nordwestlich unweit der St.-Johanniskirche. Am nordwestlichen Rand des Friedhofs verläuft die Flachslandstraße, am nordöstlichen Rand die Bergstraße (= B 71), am südlichen Rand die Seilerstraße und am westlichen Rand der Wiedinger Weg. Auf dem Friedhof sind diese Grabarten möglich: Reihengrabstätten, anonyme Reihengrabstätten (für Sarg- und Urnenbestattungen), Wahlgrabstätten, Urnenwahl- und Urnenreihengrabstätten, Ehrengrabstätten und Rasenpartnergrabstätten.[1]

Geschichte

Bis 1850 befand sich die Begräbnisstätte für die Verstorbenen aus dem Kirchspiel Soltau auf dem Kirchhof unmittelbar hinter der St. Johanniskirche. Die Gemeinde legte 1850 einen neuen Friedhof an der Bergstraße an, der mehrmals erweitert wurde. Er erhielt 1935/37 eine Friedhofskapelle. Ende 1970 wurde der Friedhof an die Stadt Soltau abgegeben.[2]

Besonderheiten

Auf dem Friedhof sind insgesamt 295 Opfer beider Weltkriege und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in fünf Gräberfeldern bestattet:

  • In einem Sammelgrab liegen die sterblichen Überreste von 89 KZ-Häftlingen eines "KZ-Zuges", die während eines Bombenangriffes am 11. April 1945 auf das Bahnhofsgelände und den Zug ums Leben kamen oder zu fliehen versuchten, gejagt, eingefangen und anschließend erschossen wurden.
  • Ein Grabfeld ist für 31 namentlich bekannte ausländische Zwangsarbeiter verschiedener Nationen reserviert – meist polnische und sowjetische Staatsbürger, aber auch einige Ukrainer, einen Niederländer und zwei unbekannte französische Kriegsgefangene (Todeszeitraum 1943 bis 1946) – sowie einige deutsche Soldaten.
  • Ein Grabfeld beherbergt die Leichen von 36 deutschen Soldaten des Ersten und drei Soldaten des Zweiten Weltkrieges, die aus Kriegsgebieten überführt oder im ResLazarett Soltau verstorben sind.
  • Ein Grabfeld ist letzte Ruhestätte für 99 deutsche Soldaten des Zweiten Weltkrieges von Heer, Marine, Luftwaffe und Volkssturm, davon sind 88 im Kampf um Soltau und umliegende Ortschaften am 16./17. April 1945 gefallen oder wenig später ihren Verwundungen erlegen.
  • In einem Sammelgrab liegen 31 zivile Opfer – Reichsbahnpersonal sowie Frauen und Kinder – des Luftangriffes auf den Bahnhof Soltau am 11. April 1945.[3]

Siehe auch

Commons: Soltau Stadtfriedhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Satzung über die Friedhöfe der Stadt Soltau soltau.de (PDF, darin § 10 bis § 19: Grabarten).
  2. Friedhof in Soltau kirchengemeindelexikon.de.
  3. Soltau, Stadtfriedhof kriegsgraeberstaetten.volksbund.de.

Koordinaten: 52° 59′ 20,9″ N, 9° 49′ 41,7″ O