Stadtbahn Baixada Santista

_  Stadtbahn Baixada Santista
(VLT da Baixada Santista)
Wagen A004 an der Station Mascarenhas (2015)
Basisdaten
Ortslage Santos und São Vicente,
Brasilien Brasilien
Eröffnung 31. Januar 2016
Netz
Linien 2
Streckenlänge 19,5 km
Stationen 27
Einzugsbereich 768.000 Ew. (Schätzung 2025)[1]
Fahrgastzahl 8,3 Mio. (2024)[2]   12,2 %
Technik
Fahrzeugtypen 22 Vossloh Tramlink V4
Spurweite 1435 mm
Stromsystem 750 V über Oberleitung
blau: Linie 1, gestrichelt: Linie 2

Betrieb
Betreiber ARTESP
Betriebsart Zweirichtungsbetrieb
Betriebshöfe 1
Takt in der HVZ 10 min

Die Stadtbahn von Baixada Santista (portugiesisch Veículo Leve sobre Trilhos da Baixada Santista, kurz: VLT da Baixada Santista) ist das Stadtbahnnetz in der Metropolregion Baixada Santista und verbindet die beiden Gemeinden Santos und São Vicente auf der Insel São Vicente.

Die ab April 2015 testweise und abschnittsweise eröffnete Stadtbahn wurde unter Nutzung des Planums einer 11,5 Kilometer langen bisher meterspurigen Eisenbahnstrecke, die bis 1999 von Reise- und bis 2008 noch von Güterzügen genutzt wurde, gebaut. Die Bahnanlagen wurden jedoch regelspurig neugebaut. Das bundesstaatliche Unternehmen EMTU-SP ist für den Betrieb der Stadtbahn verantwortlich, hat diesen jedoch über eine öffentlich-private Partnerschaft an das private Konsortium BR Mobilidade konzessioniert.[3]

Auf der ersten Linie der Stadtbahn, die zwischen São Vicente (Barreiros) und dem Hafen von Santos in Betrieb ist, wurden im Jahr 2024 etwa 8,3 Millionen Passagiere befördert[2] nach 7,4 Millionen im Vorjahr.

Die zweite VLT-Linie verbindet seit Dezember 2025 im Zentrum von Santos die Station Conselheiro Nébias der Linie 1 mit dem historischen Zentrum und Valongo. Die Linie ist 8,0 Kilometer lang und bedient 14 Stationen. Eine dritte Linie wird von der derzeitigen Endstation der Linie 1 Barreiros nach Westen bis Samaritá führen und weitere 7,5 Kilometer und 4 Stationen haben. Darüber hinaus gibt es Pläne für einen Ausbau in die benachbarten Gemeinden Cubatão und Praia Grande.

Liniennetz

Seit 2017 besteht das Liniennetz der Stadtbahn Baixada Santista aus einer Linie mit 15 oberirdischen Haltestellen. Die zweite Linie mit 14 Stationen schließt als eingleisige, gegen den Uhrzeigersinn befahrene Ringstrecke an diese Linie an und sollte ursprünglich im ersten Halbjahr 2025 eröffnen[4], ist jetzt seit Dezember des Jahres unter Verkehr.

Linie Linienweg Länge Stationen
1 Barreiros – Mascarenhas de Moraes – São Vicente – Antônio Emmerich – Nossa Senhora das Graças – José Monteiro – Itararé – João Ribeiro – Nossa Senhora de Lourdes – Pinheiro Machado – Bernardino de Campos – Ana Costa – Washington Luís – Conselheiro Nébias – Porto 11,5 km 15
2 Conselheiro Nébias – Xavier Pinheiro – Universidades I – Mercado – Paquetá – Poupatempo – Mauá – São Bento – Valongo – José Bonifácio – Bittencourt – Campos Salles – Universidades II – Carvalho de Mendonça – Tamandaré – Conselheiro Nébias 08,0 km 14

Betrieb

Haltestellen

Die Fahrzeuge der Stadtbahn halten an Stationen mit Mittelbahnsteigen, die komplett überdacht sind und über Zugangssperren zum Betreten und Verlassen verfügen. Alle Haltestellen sind über Rampen barrierefrei erreichbar.

Ab 2017 ließ die EMTU-SP an allen Stationen Bahnsteigtüren, die sich nach Halt eines Triebwagens öffnen, installieren. Die Kosten beliefen sich dafür auf 40 Millionen Real, umgerechnet knapp 12 Millionen Euro. Die Bahnsteigtüren soll nicht nur die Sicherheit für die Fahrgäste erhöhen, sondern auch zu einer besseren Klimatisierung der Haltestellen beitragen, die Nutzung der Stadtbahn durch nicht zahlende Fahrgäste verhindern und die Vermüllung der Gleise verringern.[5]

Fahrplan

Die Züge des Stadtbahnsystems fahren täglich zwischen 5:30 und 23:30 Uhr im Zehnminutentakt.[6]

Züge

Für das Stadtbahnsystem bestellte der Betreiber 2012 bei Tremvia, einem Konsortium aus TTrans und Vossloh Kiepe, 22 siebenteilige, mehrfachtraktionsfähige Zweirichtungszüge in Niederflurbauweise des Typs Tramlink V4. Die Züge sind 43,7 Meter lang, 2,65 Meter breit und 3,56 Meter hoch und besitzen pro Seite sechs Doppeltüren und eine Einfachtür. Die Fahrzeuge entwickeln eine Dauerleistung von 4 × 105 kW, sie sind für eine Geschwindigkeit von 70 km/h zugelassen.[7]

Die Züge besitzen klassische Stromabnehmer auf dem Dach und beziehen den Fahrstrom größtenteils über Oberleitungen. Für den Betrieb auf einem fahrleitungslosen Abschnitt im Stadtzentrum von Santos sind sie zusätzlich mit Akkumulatoren ausgerüstet. Ein Zug kann bis zu 400 Fahrgäste aufnehmen.

Die Züge wurden komplett bei Stadler Rail Valencia (bis 2015 Vossloh) produziert und per Schiff nach Santos geliefert. Die letzten zwei der 22 bestellten Züge erreichten Santos im März 2018.[8] Alle Wagen sind im Betriebshof Pátio Porto beheimatet. Die Fahrzeuge sind in den Farben weiß, rot und blau lackiert – inspiriert von den Farben der Flagge des Bundesstaates von São Paulo.

Fahrkarten

Einzelfahrausweise (Cartão Unitário) für die Nutzung der Stadtbahn können in akkreditierten Geschäften, Kiosken sowie an allen Haltestellen erworben werden. Alle Haltestellen verfügen über Zugangssperren (Drehkreuze), für deren Freigabe der Einzelfahrausweis eingesteckt werden muss. Des Weiteren gibt es persönliche Guthabenkarten unter dem Namen „Cartão BRCard“, auf die mehrere (mindestens aber zwei) Fahrten aufgeladen werden können. Seit Juni 2016 können mit der Guthabenkarte zudem kostenfrei Zugangs- und Anschlussbusse des Betreibers EMTU-SP/BR Mobilidade genutzt werden. Ziel des Betreibers soll es sein, eine Art Verkehrsverbund in der Region einzurichten.[9] Zudem gibt es Sonderfahrkarten für Fahrgäste über 60 Jahre, Fahrgäste mit eingeschränkter Mobilität, sowie Fahrkarten für Schülerinnen und Schüler.[10] Im Jahr 2025 wurden die Fahrpreise inflationsbedingt von 5,15 auf 5,35 Real, umgerechnet rund 0,83 Euro, für eine Einzelfahrt sowie 5,75 Real als Kombiticket mit Busfahrt erhöht.[11]

Betreiber

Eigentümer des Stadtbahnnetzes ist der brasilianische Bundesstaat São Paulo. Das Netz wurde vom staatlichen Verkehrsunternehmen Empresa Metropolitana de Transportes Urbanos de São Paulo (EMTU-SP) betrieben, das unter anderem auch für den Betrieb zahlreicher Buslinien, der Metro sowie der Vorortbahnen (CPTM) von São Paulo zuständig war. Der Betrieb als solcher ist an das private Konsortium BR Mobilidade, bestehend aus den Unternehmen Viação Piracicabana S/A und Comporte Participações S.A., über eine öffentlich-private Partnerschaft konzessioniert.[3] EMTU-SP ging im März 2025 in die Liquidation, die Infrastruktur und der Fuhrpark wurden an die Agência Reguladora de Serviços Públicos Delegados de Transporte do Estado de São Paulo (ARTESP) übertragen, die Betriebskonzession von BR Mobilidade ist davon vorerst unberührt.[12]

Geschichte

Vorbereitungen

In den 2000er Jahren begann die Regierung des Bundesstaates von São Paulo, Pläne für einen besseren Nahverkehr auf der dicht besiedelten Insel São Vicente mit den beiden Gemeinden Santos und São Vicente zu entwickeln. Zwischen 1990 und 1999 bot das bundesstaatliche Unternehmen Ferrovia Paulista SA (kurz „Fepasa“) bereits eine Art Vorortzugverkehr auf einer Eisenbahnstrecke auf der Insel an. Im Zuge der gesamten Privatisierung der staatlichen brasilianischen Eisenbahnunternehmen in den 1990er Jahren wurde der Betrieb jedoch eingestellt. Es bot sich an, die bereits vorhandene Gleistrasse für ein modernes Schienenverkehrsmittel zu nutzen.

Nach Jahren der Planungen begannen 2012 die Vorbereitungen für den Bau des neuen Stadtbahnnetzes – dem ersten modernen Stadtbahnnetz Brasiliens. Das Parlament des Bundesstaates, die Assembleia Legislativa de São Paulo, hatte das Vorhaben beschlossen und die Regierung ermächtigt, eine Finanzierung über Kredite der Bundesregierung Brasiliens in Höhe von 400 Millionen Reais in Anspruch zu nehmen.[13] Der erste Spatenstich der Bauarbeiten erfolgte am 29. Mai 2013 in Anwesenheit des Gouverneurs des Bundesstaates, Geraldo Alckmin, sowie des Vorsitzenden des Parlaments von São Paulo, Samuel Moreira.

Probebetrieb

Am 22. Mai 2014 erreichte der erste von Vossloh in Valencia produzierte Zug des Typs Tramlink V4 den Hafen von Santos.[14] Am 6. Juni 2014 eröffnete Gouverneur Geraldo Alckmin die ersten fünf Haltestellen der Stadtbahn (Mascarenhas de Moraes, São Vicente, Antônio Emmerich, Nossa Senhora das Graças, José Monteiro), obwohl der Betrieb noch gar nicht beginnen konnte.[15]

Am 30. August 2014 begannen die ersten Testfahrten ohne Fahrgäste auf einem einen Kilometer langen Stück der bereits fertiggestellten Strecke zwischen den Haltestellen Nossa Senhora das Graças und José Monteiro.[16] Am 18. November 2014 begann der Probebetrieb mit ausgewählten Fahrgästen zwischen den Haltestellen Antônio Emmerich und Mascarenhas de Moraes.[17]

Am 27. April 2015 nahm der Betreiber BR Mobilidade einen zunächst für die Öffentlichkeit freigegebenen, kostenfreien, aber noch zeitlich eingeschränkten Fahrgastbetrieb auf: Zwischen den Haltestellen Mascarenhas de Moraes und João Ribeiro fuhren zwischen 13 und 16 Uhr zwei Fahrzeuge mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von etwa 20 km/h.

Vollständige Eröffnung

Am 31. Januar 2016 – gut eineinhalb Jahren nach der ersten Fahrt im Testbetriebs – begann der Betreiber BR Mobilidade mit dem kommerziellen Vollbetrieb der Stadtbahn Baixada Santista zu einem Einzelfahrpreis von 3,80 Real. Vorerst fuhren die Züge zunächst nur zwischen 9:00 und 16:00 Uhr, ab dem 10. April erweiterte die BR Mobilidade die Fahrpläne auf 7:00 bis 19:00 Uhr. Ab dem 5. März 2017 fuhr die Stadtbahn ab 5:30 bis 20:00 Uhr und erst seit April 2018 wird der heutige Fahrplan von 5:30 bis 23:30 Uhr gefahren.[18]

Neben der schrittweisen Ausweitung des Fahrplans wurden auch die Strecke der Stadtbahn verlängert, sodass die erste Bauphase seit 2017 komplett abgeschlossen ist. Am 28. Dezember 2016 folgte die Erweiterung um eine Haltestelle von Pinheiro Machado nach Bernardino de Campos und am 31. Januar 2017 die Verlängerungen von Bernadino de Campos nach Porto sowie von Mascarenhas de Moraes nach Barreiros. Am 12. Februar 2017 wurde nachträglich die Haltestelle Conselheiro Nébias eröffnet. Unabhängig von der Strecke, die durchweg einen eigenen separaten Gleiskörper besitzt, verläuft auf den meisten Streckenabschnitten ein Fahrradweg parallel neben den Gleisen. An der Endhaltestelle Barreiros wurde ein Fahrradparkhaus für bis zu 80 Fahrräder errichtet.

Am 15. Juni 2016 eröffnete der Betreiber BR Mobilidade die Betriebsleitzentrale (Centro de Controle Operacional) beim Betriebshof Pátio Porto. Der Betriebshof, in dem alle Wartungsarbeiten an den Wagen ausgeführt werden, verfügt über eine Kapazität von bis zu 33 Fahrzeugen.[19]

Ausbau ins Stadtzentrum von Santos

Die erste Strecke der Stadtbahn Baixada Santista dient vor allem als Verbindung zwischen den Gemeinden Santos und São Vicente. Um auch das Stadtzentrum von Santos besser zu erschließen, entstanden bereits beim Bau der ersten Strecke Pläne für eine Erschließung des Zentrums und des benachbarten Stadtteils Valongo.[20]

Die dem deutschen Planfeststellungsverfahren vergleichbare Planung begann im Mai 2018 im Auftrag der Regierung des Bundesstaates von São Paulo und des Betreibers Empresa Metropolitana de Transportes Urbanos de São Paulo.[8] Die neue Strecke führt von der bereits bestehenden Haltestelle Conselheiro Nébias als eingleisige gegen den Uhrzeigersinn befahrene Ringstrecke durch das Zentrum und umfasst 14 Haltestellen.[21] Neben dem Stadtzentrum von Santos werden auch die Universitätsgebäude der Universidade Católica de Santos und der Universidade Federal de São Paulo (Unifesp), die städtische Markthalle, der überregionale Autobusbahnhof Valongo sowie der Krankenhauskomplex Dos Estivadores angeschlossen.

Die Kosten für die Strecke sollten sich auf 430 Millionen Real belaufen, davon umfassen 270 bis 280 Millionen Real als eigentliche Baukosten. Die Bauarbeiten sollten in der zweiten Hälfte des Jahres 2019 beginnen und 30 Monate dauern.[22][23] Im Oktober 2024 war die Strecke fertig gebaut, sie sollte im ersten Halbjahr 2025 in Betrieb gehen, ist dann am 1. Dezember des Jahres in den eingeschränkten Betrieb täglich von 9 bis 15 Uhr gegangen, dafür war die Nutzung kostenlos.[24] Am 16. des Monats wurde die Linie fahrscheinpflichtig[11] bei allerdings weiterhin eingeschränkten Betriebszeiten von 8:30 bis 16:30 Uhr.[25]

Ausbau nach Westen bis Samaritá

Die EMTU-SP erwog bereits 2017 eine Verlängerung der ersten Strecke von der Haltestelle Barreiros um 7,5 Kilometer und vier Haltestellen nach Westen bis zum Stadtviertel Samaritá der Gemeinde São Vicente, das sich auf dem Festland befindet. Für die Verlängerung muss die sowieso sanierungsbedürftige Barreiros-Brücke erneuert werden.[23]

Der Baubeginn für diesen dritten Abschnitt der Stadtbahn wurde ursprünglich für die zweite Jahreshälfte 2023 erwartet[26], verzögerte sich aber, weil die Bauarbeiten für die Brückenertüchtigung separat ausgeschrieben wurden. Die Regierung des Bundesstaates São Paulo hat die Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten an der Brücke dann im März 2024 in Auftrag gegeben, außerdem wurden die Gesamtkosten des Projektes nunmehr mit 562 Millionen Real beziffert, umgerechnet rund 103 Millionen Euro.[27] Die Liquidation der EMTU-SP zum 20. März 2025 sorgte dann für erneute Verzögerungen, die CPTM übernahm im Rahmen eines Subrogationsvertrages den Vertrag für die Sanierung der nunmehr „Ponte a Tribuna“ genannten Brücke und handelte mit dem Baukonsortium Paulitec-Agis eine Laufzeitverlängerung um 12 Monate ab dem 8. April 2026 aus. auch wurde bekannt gegeben, dass die zweite Projektphase, die den Bau der vier Haltestellen beinhaltet, bereits 2025 ausgeschrieben werden könnte.[28]

Planungen

Darüber hinaus gibt es weitere Ideen für mögliche Erweiterungen des Stadtbahnsystems Baixada Santista, sowohl seitens der Regierung des Bundesstaates als auch der Gemeinden der Region.

Die benachbarte Gemeinde Cubatão hält eine Verlängerung der Stadtbahn von der neuen Station Valongo aus über das vorhandene Planum der zuletzt nur noch für Güterzüge genutzten Eisenbahnstrecke für sinnvoll.[29] Die Gemeinde Praia Grande sah bereits 2019 Bedarf für eine Zweigstrecke von Barreiros bis mindestens zum Bus-Umsteigeknoten Terminal Tudo Bastos, an dem ein Umstieg zu einem von der EMTU geplanten Bus-Rapid-Transit-System bestanden hätte.[30] Allerdings bevorzugte der Bürgermeister die Stadtbahn auf der geplanten BRT-Route bis Caiçara.[31] Aktuell sehen die Planungen vor, dass nunmehr die im Bau befindliche Linie 3 über Samaritá hinaus bis zu einer zukünftigen Endstation Tatico in Praia Grande verlängert werden soll. Auf Seiten Santos’ ist zudem eine weitere innerstädtische Zweigstrecke ab Conselheiro Nébias bis zum Porto Ponta da Praia und von dort durch einen Unterwassertunnel bis in die Nachbarstadt Guarujá in Planung. Beide Projekte sind von der Banco Nacional de Desenvolvimento Econômico e Social (BNDES) in der Aktualisierung der Estudo Nacional de Mobilidade Urbana (ENMU) vom Oktober 2025 enthalten, womit die Bereitstellung von Bundesmitteln zu deren Umsetzung einhergeht.[32] In São Vicente könnte es hinter Samaritá auch noch einen Abzweig mit einer Station Parque das Bandeiras geben.

Museumsstraßenbahn

Außer dem modernen Straßenbahnbetrieb gibt es in Santos ein weiteres Straßenbahnnetz. 1971 war die letzte Linie des 1870 gegründeten und seit 1909 elektrifizierten Netzes mit 1350 mm Spurweite[33] zugunsten von Oberleitungsbussen eingestellt worden. Ein erster Anlauf zu einer touristischen Reaktivierung wurde 1986 mit einem der letzten erhaltenen Triebwagen und 900 m Strecke aufgenommen, aber zwei Jahre später wieder eingestellt, insbesondere weil die Strecke zu weit vom Depot des städtischen Verkehrsbetriebes entfernt lag.

In einem zweiten Anlauf wurde am 23. September 2000 ein Rundkurs von 1,7 km mit einem anderen restaurierten Altwagen in Betrieb genommen. Inzwischen besteht das Netz aus mehren ineinander verschlungenen Ringstrecken von insgesamt 5 km Länge. 2002 konnte ein weiterer Wagen aus dem Altbestand wieder Betrieb genommen werden. Seit 2005 wurden historische Wagen aus verschiedenen überseeischen Ländern hinzugekauft, die ersten beiden aus Porto in Portugal und 2006 zwei Wagen aus Turin. 2019 kam ein 1950 gebauter Wagen aus Nagasaki hinzu. Der Betreiber Companhia de Engenharia de Tráfego (CET-Santos) feiert diesen Betrieb als «primeiro Museu Vivo Internacional de Bondes da América Latina» „erstes lebendiges internationales Straßenbahnmuseum Lateinamerikas“[34] Darüber hinaus betreibt er Bus- und O-Buslinien in Santos.

Commons: Baixada Santista Light Rail – Sammlung von Bildern
Commons: Santos heritage tramway – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Cidades e Estados. IBGE, abgerufen am 16. November 2025 (brasilianisches Portugiesisch).
  2. a b VLT. (PDF; 989 KB) EMTU-SP, abgerufen am 16. November 2025 (brasilianisches Portugiesisch).
  3. a b Institucional » Quem Somos. BR Mobilidade, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 2. September 2019; abgerufen am 3. September 2019 (portugiesisch).
  4. Estações do VLT. EMTU-SP, abgerufen am 3. September 2019 (portugiesisch).
  5. Estado autoriza publicação do edital de novo trecho do VLT em Santos. Governo do Estado de São Paulo, 26. März 2018, abgerufen am 3. September 2019 (portugiesisch).
  6. Operação VLT. BR Mobilidade, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 2. September 2019; abgerufen am 3. September 2019 (portugiesisch).
  7. Selectron Systems AG - Santos, Brasilien: Trams zuverlässig in Betrieb. Abgerufen am 3. September 2019.
  8. a b Estado autoriza publicação do edital de novo trecho do VLT em Santos. Governo do Estado de São Paulo, 26. März 2018, abgerufen am 3. September 2019 (portugiesisch).
  9. Integração VLT. EMTU-SP, abgerufen am 3. September 2019 (portugiesisch).
  10. Bilhetes e Cartões. EMTU-SP, abgerufen am 3. September 2019 (portugiesisch).
  11. a b Renato Lobo: Segunda Linha do VLT em Santos passa a ter cobrança de tarifa. In: ViaTrolebus. 16. Dezember 2025, abgerufen am 16. Dezember 2025 (portugiesisch).
  12. Tarcísio assina decreto para extinguir EMTU, estatal que gerencia transporte público na Grande SP. In: globo.com. 24. Februar 2025, abgerufen am 16. November 2025 (brasilianisches Portugiesisch).
  13. VLT entre Santos e São Vicente deve ficar pronto em 12 meses. Assembleia Legislativa do Estado de São Paulo, 23. Mai 2013, abgerufen am 3. September 2019 (portugiesisch).
  14. Primeira composição do VLT chega na Baixada Santista. In: Diário do Litoral. 22. Mai 2014, abgerufen am 3. September 2019 (portugiesisch).
  15. João Paulo de Castro: Alckmin inaugura primeiras estações do VLT em São Vicente, SP. In: G1. 6. Juni 2014, abgerufen am 3. September 2019 (portugiesisch).
  16. VLT passa por primeiro teste com viagem por ruas de São Vicente, SP. In: G1. 30. August 2014, abgerufen am 3. September 2019 (portugiesisch).
  17. Renato Lobo: VLT da Baixada Santista inicia operação assistida. In: Via Trolebus. 19. November 2014, abgerufen am 3. September 2019 (portugiesisch).
  18. VLT terá horário de funcionamento ampliado a partir de domingo. In: G1. 26. April 2017, abgerufen am 3. September 2019 (portugiesisch).
  19. VLT da Baixada Santista tem CCO inaugurado. In: Diário do Transporte. 15. Juni 2016, abgerufen am 3. September 2019 (portugiesisch).
  20. Estudo vai definir segundo trecho do VLT em Santos. In: A Tribuna. 11. Mai 2017, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 3. September 2019; abgerufen am 3. September 2019 (portugiesisch).
  21. Nova versão do edital de obras do VLT mantém trajeto, estações e prazos. In: G1. 13. Juli 2018, abgerufen am 3. September 2019 (portugiesisch).
  22. Sessão pública sobre 2º trecho do VLT é adiada pela quinta vez seguida. In: G1. 31. Januar 2019, abgerufen am 3. September 2019 (portugiesisch).
  23. a b Eduardo Brandão: Obra em ponte de São Vicente estimulará VLT. In: A Tribuna. 25. Dezember 2017, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 3. September 2019; abgerufen am 3. September 2019 (portugiesisch).
  24. Rafael Motta: VLT em Santos: novo trecho comeca a funcionar nesta segunda feira no litoral de São Paulo; saiba mais. In: A Tribuna. 30. November 2025, abgerufen am 14. Dezember 2025 (brasilianisches Portugiesisch).
  25. Linha 953 EX1 Tabela Horária. BRMobilidade, abgerufen am 16. Dezember 2025 (portugiesisch).
  26. Renato Lobo: Obras da 3º linha do VLT na Baixada Santista deve iniciar no segundo semestre. In: Viatrolebus. 29. Mai 2023, abgerufen am 16. November 2025 (brasilianisches Portugiesisch).
  27. Renato Lobo: EMTU inicia implantação da terceira linha do VLT da Baixada Santista. In: Viatrolebus. 13. März 2024, abgerufen am 16. November 2025 (brasilianisches Portugiesisch).
  28. Renato Lobo: CPTM assume contrato de obras do VLT na Baixada Santista. In: Viatrolebus. 16. September 2025, abgerufen am 16. November 2025 (brasilianisches Portugiesisch).
  29. Prefeitura de Cubatão pleiteia extensão do VLT na cidade. In: A Tribuna. 4. Juni 2017, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 3. September 2019; abgerufen am 3. September 2019 (portugiesisch).
  30. Antônio Marcos: Extensão do VLT pode beneficiar quase 3 milhões de pessoas em Praia Grande e Litoral Sul. In: A Tribuna. 3. März 2019, abgerufen am 3. September 2019 (portugiesisch).
  31. Renato Lobo: EMTU conclui projeto de BRT em Praia Grande, mas cidade pede VLT. In: Via Trolebus. 9. April 2019, abgerufen am 17. November 2025 (brasilianisches Portugiesisch).
  32. Renato Lobo: VLTs até Guarujá e Praia Grande são citados em relatório de investimentos. In: Via Trolebus. 30. Oktober 2025, abgerufen am 17. November 2025 (brasilianisches Portugiesisch).
  33. oblogferroviario.blogspot.com – portugiesisch und englisch, 2013 ohne Erwähnung der Museumsbahn
  34. CET Santos: Os Bondes