Staatspreis Patent
Der Staatspreis Patent wird seit 2016 im Zweijahresabstand vom Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur gemeinsam mit dem Österreichischen Patentamt vergeben. Er ist die höchste staatliche Auszeichnung für Erfindungen und Marken in Österreich und gehört zur Gruppe der Staatspreise der Republik Österreich.
Beschreibung
Die Auswahl der Nominierten erfolgt durch eine externe Jury, bestehend aus namhaften Personen aus den Bereichen Wirtschaft, Kunst und Medien. In Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Patentamt wählt die Jury unter jenen Unternehmen und Kreativen, die wesentlichen Anteil am wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Fortschritt in Österreich haben, drei Nominierte je Kategorie aus: „Patent des Jahres“, „Marke des Jahres“ sowie ein wechselnder Spezialpreis.
Bislang wurden folgende Spezialpreise vergeben:
- 2016: Hedy Lamarr Spezialpreis für Frauen mit Erfindungsgeist
- 2018: Spezialpreis Lebenswerk für das Gesamtwerk einer österreichischen Erfinderin oder eines österreichischen Erfinders
- 2020: Spezialpreis Humanity für Erfindungen mit besonderer humanitärer Bedeutung
- 2023: Spezialpreis Weltraum für besondere Beiträge zur Erforschung des Weltraums
- 2025: Spezialpreis Matilda für die Förderung von Frauen im Innovationsbereich
Die Nominierten werden im Rahmen einer festlichen Verleihungsfeier der Öffentlichkeit vorgestellt und die prämierten Projekte vom Bundesminister durch Überreichung der von Designer Lukas Bast entworfenen Trophäen[1] ausgezeichnet.
Teilnahmebedingungen
In den Kategorien Patent und Marke können alle Inhaber eines bzw. einer vom Österreichischen Patentamt innerhalb der vergangenen zwei Jahre vor dem Verleihungsjahr erteilten Patents bzw. registrierten Marke einreichen.
Für den Spezialpreis können Inhaber eines österreichischen Patents einreichen, das innerhalb eines für das Thema des Spezialpreises angemessenen Zeitraums erteilt wurde.
Voraussetzungen für eine gültige Einreichung sind:[2]
- aufrechter Schutz
- Veröffentlichungsdatum des Patents im Österreichischen Patentblatt (Teil II) im genannten Zeitraum bzw.
- Registrierungsdatum der österreichischen Marke im genannten Zeitraum
- Wohnsitz bzw. Geschäftsniederlassung in Österreich
Ausschlaggebend für die Bewertung sind[3]:
- Patent: Originalität, technologische Komplexität, Umsetzungschancen, Bedeutung für Gesellschaft
- Marke: Künstlerische Konzeption, Unverwechselbarkeit und Wiedererkennungswert, stimmige und klare Markenbotschaft, Einbettung in das Firmenportfolio bzw. Verwendung
- Sonderpreis: Bedeutung für Gesellschaft, Wirkungsradius, Anwendbarkeit
Ausgezeichnete Schutzrechte und Preisträger
Details zu den ausgezeichneten Schutzrechten siehe unter Weblinks.
1. Verleihung am 9. November 2016
- Patent des Jahres[4]: Pulverschnee aus der „künstlichen Wolke“
Preisträger (Patentinhaber): Technische Universität Wien, Universität für Bodenkultur Wien. Erfinder: Michael Bacher, Meinhard Breiling, George F. Best, Sergej Sokratov
- Marke des Jahres: JOHAN
Preisträger (Markeninhaber): Alois Hechinger
- Spezialpreis Hedy Lamarr: Infrarot-Halbleiterlaser aus Basis von Galliumnitrid
Preisträgerin: Alberta Bonanni. Patentinhaber: JKU Linz
Für die Verleihung des Spezialpreises Hedy Lamarr reiste Lamarrs Sohn Anthony Loder extra aus den USA an.
2. Verleihung am 8. November 2018
- Patent des Jahres[5]: BrailleRing – Vorrichtung zur Darstellung von tastbaren Zeichen
Preisträger (Patentinhaber): Technische Universität Wien. Erfinder: Michael Treml, Wolfgang Zagler, Dominik Busse
- Marke des Jahres: Libertydothome. Preisträger (Markeninhaber): Markus Hörmannseder, Philipp Hüttl
- Spezialpreis Lebenswerk: Beleuchtung ohne Blenden.
Preisträger: Lichtpionier Christian Bartenbach
3. Verleihung am 9. November 2020
- Patent des Jahres[6]: Herstellung von kristallinen Polyimiden
Preisträger (Patentinhaber): Technische Universität Wien. Erfinderinnen: Miriam Unterlass, Bettina Baumgartner - Marke des Jahres: Skarabeos
Preisträger (Markeninhaber): Wolfgang Langeder - Spezialpreis Humanity: Tremipen – Vorrichtung zum Erfassen und Auswerten von Tremor
Preisträger (Patentinhaber): Tibor Zajki-Zechmeister
4. Verleihung am 26. April 2023
- Patent des Jahres[7]: Wasserstoffaufbereitung mittels elektrochemischer Trenntechnik Preisträger (Patentinhaber): Technische Universität Wien Erfinder: Michael Harasek, Martin Miltner, Werner Liemberger
- Marke des Jahres: Wave Studios. Preisträger (Markeninhaber): Tonstudio Wave Studios e.U., Geschäftsführer Severin Körbler[7]
- Spezialpreis Weltraum: Beyond Gravity Austria Preisträger: Kurt Kober, Beyond Gravity Austria GmbH[7]
5. Verleihung am 2. Oktober 2025
- Patent des Jahres[8][9]: Energiesparende Beheizung der Tunnelöfen in der Ziegelindustrie Preisträger (Patentinhaber): Wienerberger AG Erfinder: Stefan Puskas, Bernhard Streibl, Mario Pichler, Florian Wesenauer, Christian Jordan, Michael Harasek, Franz Winter
- Marke des Jahres: Neworn. Preisträger (Markeninhaber): Neworn GmbH, Geschäftsführerin Caroline Schober[8][9]
- Spezialpreis Matilda: Universität für Bodenkultur Wien Preisträger: Universität für Bodenkultur Wien[8][9], Rektorin Eva Schulev-Steindl
Siehe auch
Weblinks
- www.staatspreis-patent.at
- Ausgezeichnete Schutzrechte 2016
- Ausgezeichnete Schutzrechte 2018
- Ausgezeichnete Schutzrechte 2020
- Ausgezeichnete Schutzrechte 2023
- Ausgezeichnete Schutzrechte 2025
Einzelnachweise
- ↑ Lukas Bast Design. In: Website Lukas Bast. Abgerufen am 2. März 2020.
- ↑ Teilnahmebedingungen 2020
- ↑ Staatspreis Patent 2025 | Das Österreichische Patentamt. Abgerufen am 10. November 2025.
- ↑ Staatspreis Patent 2016. In: Website des ÖPA. Abgerufen am 2. März 2020.
- ↑ Staatspreis Patent 2018. In: Website des ÖPA. Abgerufen am 2. März 2020.
- ↑ Das war der Staatspreis Patent 2020. In: patentamt.at. 9. November 2020, abgerufen am 1. April 2022.
- ↑ a b c Staatspreis Patent 2023 | Das Österreichische Patentamt. 24. April 2023, abgerufen am 18. Oktober 2025.
- ↑ a b c Staatspreis Patent 2025. In: bmimi.gv.at. 2. Oktober 2025, abgerufen am 18. Oktober 2025.
- ↑ a b c Staatspreis Patent 2025 | Das Österreichische Patentamt. Abgerufen am 18. Oktober 2025.