St. Wigberti (Riestedt)

Die evangelische Kirche St. Wigberti ist eine spätgotische Saalkirche im Ortsteil Riestedt von Sangerhausen im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt. Sie gehört zum Kirchengemeindeverbund Gonna-Leinetal im Kirchenkreis Eisleben-Sömmerda der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und kann in der Regel nicht besichtigt werden.[1]

Geschichte und Architektur

Eine kleine Kapelle wird bereits im Jahr 777 in einer Schenkungsurkunde Kaiser Karls des Großen erwähnt. Das heutige Bauwerk ist eine stattliche spätgotische Saalkirche aus quadratischem Westturm, Langhaus und dem etwas breiteren Chor mit Dreiachtelschluss aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Instandsetzungen erfolgten um 1730/35, nach einer Inschrift von 1734 am Südportal. Der Westturm schließt mit einem abgewalmten Schieferdach und einem Dachreiter; die Teilungssäulchen seiner spitzbogigen Schallöffnungen stammen aus dem 19. Jahrhundert. Eine Restaurierung wurde im Jahr 1996 begonnen.

Das kreuzgratgewölbte Turmuntergeschoss war ursprünglich mit einem Spitzbogen zum Schiff geöffnet. Im Schiff ist eine zweigeschossige Hufeisenempore eingebaut; die Empore im Chor wurde in den 1960er Jahren auf eine einfache Empore reduziert. Die Bemalung der durchgehenden Holztonne des Schiffs und des Chors wurde im Jahr 1735 von Wagner aus Breitungen geschaffen und in den Jahren 1924–1927 freigelegt; sie zeigt in einen von Engeln mit Musikinstrumenten und Leidenswerkzeugen bevölkerten Himmel eingebundene Darstellungen Christi mit der Siegesfahne, Moses, Gottvaters mit dem Opferlamm und das Auge Gottes.

Ausstattung

Das Hauptstück der Ausstattung ist ein hölzerner barocker Altaraufsatz von Johann Friedrich Neubert aus Querfurt von 1744; der 1876 überarbeitet wurde. Dargestellt ist ein Ölbergrelief zwischen diagonal gestellten Säulen; seitlich sind die vollplastischen Figuren von Moses und Johannes dem Täufer angeordnet. Im Sprenggiebel ist eine plastische Gruppe der Deesis dargestellt. Die hölzerne Kanzel ist ein Werk aus dem Jahr 1673; die Taufe aus Sandstein zeigt eine achteckige Kuppa und die Jahreszahl 1599. Auf der Nordempore befinden sich zwei Gemälde, die das Abendmahl und die Auferweckung der Toten darstellen; sie stammen vermutlich aus der Mitte des 17. Jahrhunderts, möglicherweise von einem früheren Altar, außerdem ein Epitaph eines Pfarrerehepaars aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. In der Ostwand des Chores ist ein Sandsteinepitaph mit Stiftern zu beiden Seiten des Kreuzes eingefügt, mit der Jahreszahl 1572. Neben dem Kanzelaltar befindet sich ein Opferstock aus Sandstein mit einem Relief des Kreuzes, mit der Jahreszahl 1695.

Die Orgel ist ein Werk des Orgelbauers Maurer (Kölleda) aus dem Jahr 1829.

Auf dem Friedhof sind zahlreiche Grabsteine des 18. und 19. Jahrhundert erhalten.

Literatur

Commons: St. Wigberti – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Information auf architektur-blicklicht.de

Koordinaten: 51° 29′ 48″ N, 11° 21′ 27,7″ O