St. Vitus (Alterode)
Die evangelische Kirche St. Vitus ist eine barocke Saalkirche im Ortsteil Alterode von Arnstein im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt. Sie gehört zum Pfarrbereich Welbsleben im Kirchenkreis Eisleben-Sömmerda der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.
Geschichte und Architektur
Die barocke Saalkirche wurde im Jahr 1718 unter Verwendung eines quadratischen Westturms und eines dreiseitig geschlossenen Chors mit Maßwerkfenstern nach Plänen des Pfarrers Georg Heinrich Zincke erbaut, ähnlich wie in Großwangen und in Wippach. Das nördliche Schiffsportal ist architektonisch hervorgehoben und von Wappen bekrönt; beiderseits sind Epitaphe für ein Ehepaar Seyfried aus der Mitte des 18. Jahrhunderts angebracht.
Das Innere wurde im Sinne einer zentral orientierten evangelischen Predigtkirche geschickt umgeformt. Es ist doppelgeschossig mit weit in den Raum hineingezogenen Emporen ausgebaut, deren untere halbrund mit Brüstungsstuck gestaltet ist und auf steinernen ionischen Säulen ruht; die obere ist leicht zurückgesetzt. Ein stuckiertes Muldengewölbe mit erhöhtem Plafond schließt den Raum ab.
Die Kirche steht unter Denkmalschutz und ist als Baudenkmal mit der Erfassungsnummer 094 65273 im Denkmalverzeichnis von Sachsen-Anhalt registriert.[1]
Ausstattung
Das Hauptstück der Ausstattung ist ein bis in die Gewölbezone hineinreichender Kanzelaltar aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts; die den Kanzelkorb flankierenden Säulen sind durch Gebälkstücke mit einem zweiten in den Raum hineingezogenen Säulenpaar verbunden, auf denen zwei Engel mit den Leidenswerkzeugen dargestellt sind; in der Mitte bekrönt der auferstandene Christus das Ganze. Der Taufstein ist ein Werk aus dem Jahr 1743 mit reich ausgeführten Schriftkartuschen, das von Erdmann Neumeister aus Hamburg gestiftet wurde.
Die Orgel ist ein Werk von Johann Gottlob Trampeli aus dem Jahr 1797, das ursprünglich für die Leipziger Peterskirche geschaffen und im Jahr 1886 durch den Orgelbauer Hildebrand hierher umgesetzt wurde.[2]
Literatur
- Ute Bednarz, Folkhard Cremer, Hans-Joachim Krause (Bearb.): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt II. Regierungsbezirke Dessau und Halle. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1999, ISBN 3-422-03065-4, S. 17–18 (dehio.org).
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage zur schriftlichen Beantwortung. (PDF) 19. März 2015, abgerufen am 5. Januar 2026 (9,9 MB; Anfrage der Abgeordneten Olaf Meister und Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen) – Kleine Anfrage 6/8670; Drucksache 6/3905 – Antwort durch das Kultusministerium – betrifft: Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt – siehe PDF-Seite 2827).
- ↑ Informationen zur Orgel auf der Website der Gemeinde. Abgerufen am 29. November 2025.
Koordinaten: 51° 40′ 31,9″ N, 11° 22′ 57″ O