St. Ursula (Dürboslar)

St. Ursula ist eine römisch-katholische Nebenpfarrkirche in Dürboslar, einem Ortsteil der Gemeinde Aldenhoven im Kreis Düren in Nordrhein-Westfalen.

Die Kirche ist unter der Nummer 17 in die Liste der Baudenkmäler in Aldenhoven eingetragen, steht unter dem Patronat der hl. Ursula von Köln, wurde zwischen 1904 und 1906 nach Plänen von Hermann Sammeck erbaut und gehört zur Pfarre Hl. Maria Magdalena/Jülich im Pastoralen Raum Aldenhoven/Jülich.

Geschichte

Eine Kapelle in Dürboslar wurde erstmals im Liber valoris aus der Zeit um 1300 erwähnt. Zu dieser Zeit gehörte der Ort noch zur Pfarre Aldenhoven. Im 16. Jahrhundert wurde Dürboslar schließlich von Aldenhoven losgelöst und eigenständige Pfarrei.

Von dem um 1300 erwähnten Gotteshaus waren bis zum Abriss der alten Kirche 1904 noch die unteren Geschosse des Glockenturms aus dem 12.–13. Jahrhundert erhalten. Daran schloss sich ein in den 1490er Jahren errichtetes zunächst dreijochiges Langhaus im Baustil der Gotik an, welches am Ende des 18. Jahrhunderts nach Osten um zwei Joche im Baustil des Barock verlängert wurde. Gleichzeitig baute man eine Sakristei an. Im 19. Jahrhundert wurde vor dem Hauptportal im Untergeschoss des Turmes eine fünfseitig geschlossene Vorhalle angebaut. Das Langhaus war von einer Holzdecke überspannt, lediglich in der Turmhalle befand sich ein Kreuzrippengewölbe. Von der Ausstattung der alten Kirche waren der barocke Hochaltar und die dazugehörige Kanzel zu erwähnen. Beides waren Arbeiten des 18. Jahrhunderts. Durch die wachsende Bevölkerungszahl Dürboslars wurde die alte Kirche zu klein und man beschloss auf dem Platz dieser, eine neue Pfarrkirche zu errichten. So wurde das alte Gotteshaus 1904 abgerissen.[1]

In den Jahren 1904 bis 1906 wurde schließlich die heutige, neugotische Kirche errichtet. Die Pläne dazu entwarf der Aachener Regierungsbaumeister Hermann Sammeck.[2] Die feierliche Kirchweihe erfolgte am 12. Oktober 1910 durch den Kölner Weihbischof Joseph Müller.[3]

Im Zweiten Weltkrieg sollte das Gotteshaus gesprengt werden, wozu es jedoch nicht mehr kam.[4]

Die Pfarre St. Ursula wurde zum 1. Januar 2026 aufgehoben und mit weiteren aufgelösten Pfarreien zur Großpfarre Hl. Maria Magdalena/Jülich fusioniert. Seitdem ist St. Ursula keine Pfarrkirche mehr, sondern eine Nebenpfarrkirche.[5]

Architektur

Die Pfarrkirche St. Ursula ist eine einschiffige Kreuzkirche aus Backsteinen im Baustil der Neugotik mit einem dreigeschossigen Glockenturm, dessen achtseitiger Turmhelm von vier kleinen Fialtürmchen begleitet wird, und einem 5/8-Chorschluss. Die Fenster besitzen alle Maßwerk und sind zwei- bis dreibahnig. Das Kirchenschiff wird von Kreuzrippengewölben überwölbt.

Ausstattung

In der Kirche befinden sich neogotische Kirchenbänke und Fenster der Künstlerin Maria Katzgrau aus den Jahren 1955 bis 1958.[6]

Orgel

Die Orgel, gebaut von der Firma Orgelbau Kreienbrink aus Georgsmarienhütte, hat 9 Register mit folgender Disposition:

Pedal C-d1
Subbaß 16′
Pommer 4′
Manual I C–f3
Hohlflöte 8′
Prinzipal 4′
Mixtur 3f.
Manual II C–f3
Stillgedackt 8′
Rohrflöte 4′
Prinzipal 2'
Sesquialter 2f.

Glocken

Nr.
 
Name
 
Durchmesser
(mm)
Masse
(kg, ca.)
Schlagton
(HT-1/16)
Gießer
 
Gussjahr
 
1 1.229 1.150 e′ +4 Hans Hüesker; Fa. Petit & Gebr. Edelbrock, Gescher 1960
2 1.033 661 fis′ +3 Karl Gaulard und Sohn, Aachen 1851
3 895 420 a′ +4 Hans Hüesker; Fa. Petit & Gebr. Edelbrock, Gescher 1960
4 Nikolaus 791 300 h′ +3 Hans Hüesker; Fa. Petit & Gebr. Edelbrock, Gescher 1967

Motiv: Christ ist erstanden[7]

Pfarrer

Folgende Priester wirkten bis zur Auflösung der Pfarre 2026 als Pfarrer an St. Ursula:[8]

von – bis Name
1896–1903 Lambert Emunds[9]
1903–1909 Hubert Franken[10]
1909–1925 Konrad Blaesen[11]
1926–1940 Peter Schütz
1940–1951 Heinrich Vieth
1951–1973 Konrad Weißweiler
1973–1975 Wilhelm Klingen
1975–2015 Wilhelm Maqua
2015–2018 Alfred Bergrath (Administrator)
2018–2021 P. Josef Költringer OSFS (Administrator)
2021–2024 Heinz Philippen (Administrator)
2024–2025 Hans-Otto von Danwitz

Einzelnachweise

  1. Karl Franck-Oberaspach und Edmund Renard: Die Kunstdenkmäler des Kreises Jülich, in: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz Band 8, Hrsg. Paul Clemen, Düsseldorf 1902, S. 52 ff.
  2. Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen 3. Ausgabe, Aachen 1994, S. 295.
  3. Jülicher Kreisblatt Nr. 82 - 79. Jahrgang. Samstag, 15. Oktober 1910. Artikel: Bischofstage im Dekanat Aldenhoven Digitalisat zeit.punkt NRW
  4. http://www.limburg-bernd.de/Dueren/DenkAld/Nr.%2017.htm (abgerufen am 27. September 2014)
  5. Nr. 144 Dekret über die Errichtung der Pfarrei und Kirchengemeinde Hl. Maria Magdalena in Jülich. In: Kirchliches Amtsblatt des Bistums Aachen Nr. 9.2/2025. Abgerufen am 4. Januar 2026.
  6. http://www.glasmalerei-ev.de/pages/b2684/b2684.shtml (abgerufen am 27. September 2014)
  7. Norbert Jachtmann: Glockenmusik in der Region Düren, S. 16
  8. Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen 3. Ausgabe, Aachen 1994, S. 295.
  9. Dürener Zeitung Nr. 18 - 31. Jahrgang. Freitag, 23. Januar 1903. Artikel: Kirchliche Nachrichten Digitalisat zeit.punkt NRW
  10. Jülicher Kreisblatt Nr. 58 - 78. Jahrgang. Mittwoch, 21. Juli 1909. Artikel: Kirchliche Nachrichten Digitalisat zeit.punkt NRW
  11. Jülicher Kreisblatt Nr. 58 - 78. Jahrgang. Mittwoch, 21. Juli 1909. Artikel: Kirchliche Nachrichten Digitalisat zeit.punkt NRW

Koordinaten: 50° 54′ 19,5″ N, 6° 15′ 22,1″ O