St. Urban (Bamberg)

St. Urban ist eine römisch-katholische Pfarrkirche in Bamberg. Entworfen wurde sie von dem Bamberger Architekten Gregor Neundorfer.

Geschichte

Im Zuge der Stadtentwicklung Bambergs in den 1970er Jahren mit dem Gebiet Bamberg Südwest oder auch Babenberger Viertel unterhalb der Altenburg war der Bau einer katholischen Kirche von den Bewohnern der neuen Siedlung gewünscht worden.

Zunächst wurden ab 1979 die Gottesdienste in einer hölzernen Notkirche abgehalten, auf dem heutigen Grundstück des gemeindeeigenen Kindergartens St. Urban. 1981 wurde der Förderverein Kirche und Gemeindezentrum St. Urban gegründet. 1984 wurde die Katholische Filialkirchenstiftung St. Urban, Bamberg durch das Erzbischöfliche Ordinariat Bamberg gegründet und ein Architektur-Wettbewerb ausgeschrieben.

1984 erhielt der Bamberger Architekt Gregor Neundorfer den Zuschlag zum Bau der Kirche unter dem Motto Geht auch ihr in meinen Weinberg. Am 24. Mai 1987 erfolgte die Grundsteinlegung und am 18. Juni 1989 die Weihe der Kirche und die kirchliche Segnung des daneben liegenden Gemeindezentrums durch den Bamberger Erzbischof Elmar Maria Kredel.[1]

Gebäude

Neben dem großen einfach und klar strukturierten weißen Baublock der Kirche mit großen Fenstern ragt der freistehende Glockenturm mit kleinen, schießschartenähnlichen Öffnungen empor. Ein weiter Vorplatz zwischen Kirche und Turm mit einem Brunnen bezieht die Gemeindebauten ein. Durch eine großzügige Eingangshalle mit wandhohem Fresko von Anton Greiner, das den in Bamberg sehr verehrten Kirchenpatron der Häcker (Weinbauern), St. Urban, mit Trauben und Weinreben zeigt, kommt man in den eigentlichen Kirchenraum. Dieser wird von zwölf Stützen getragen. Beleuchtet wird der weite Raum aus den großen hochliegenden Fenstern und im Erdgeschoss durch fast versteckte Fensterschlitze.

Innenausstattung Hauptkirche

Die Ausgestaltung der Kirche[2] lag in den Händen des Salzburger Bildhauers Friedrich Koller. Von ihm stammen neben dem Gesamtausstattungskonzept u. a. die Reliefs an den zwölf Säulen, der Ambo aus dem französischen Muschelkalk Savonnières, das Kreuz über dem Altar sowie das Sakramentshaus, der Taufstein und der Kreuzweg. Die vom Architekt gesetzten außergewöhnlichen Fensterlaibungen hat der Künstler mit den Seligpreisungen aus der Bergpredigt geschmückt. Der reliefierte Weihwasserstein in der Eingangshalle stammt von dem Bamberger Bildhauer Albert Ultsch. Am 13. März 2005 wurde eine neue Orgel eingeweiht.

Werktagskirche

Das Zentrum bildet ein schlichter Tischaltar, daneben ein einfacher Aambo. An der Ostwand sind sieben Bilder heiliger Frauen (Maria Magdalena, Felicitas von Karthago, Hildegard von Bingen, Hedwig von Schlesien, Katharina von Siena, Theresa von Avila, Edith Stein) von Gertrud Turban. Hinter dem Altar ist ein großer, farbenprächtiger Wandteppich mit dem Motiv des brennenden Dornbuschs von Angelika Turban.

Glocken

Die vier Glocken im Turm wurden von der Firma Perner in Passau gegossen.[3]

  • Die Marienglocke (120 kg, e-Dur-Terz) mit der Inschrift Meine Seele preist die Größe des Herrn.
  • Die Engelsglocke (604 kg, Ton gis) mit der Inschrift Lobt den Herrn, ihr, seine Engel, halleluja!
  • Die Heinrich- und Kunigundenglocke (331 kg, Ton h) mit der Inschrift: In der Schwachheit vollendet sich Gottes Kraft.
  • Die Edith-Stein-Glocke (242 kg, Ton cis) mit der Inschrift: Komm, wir gehen für unser Volk!

Literatur

  • Ursula Pechloff, Titus Wegener: Bamberg. St. Urban, Passau 1996 , ISBN 3-89643-006-8
Commons: St. Urban – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Geschichte. Abgerufen am 24. Oktober 2025.
  2. Kirche / Kirchenraum. Abgerufen am 30. Oktober 2025.
  3. Turm und Vorplatz. Abgerufen am 2. November 2025.

Koordinaten: 49° 52′ 34″ N, 10° 52′ 39″ O