St. Quirinus (Twisteden)

Katholische Kirche St. Quirinus
Basisdaten
Konfession römisch-katholisch
Ort Twisteden, Deutschland
Diözese Bistum Münster
Patrozinium St. Quirinus
Baugeschichte
Architekt Jakob van Aaken, Emmerich
Bauzeit 1922–1925
Baubeschreibung
Einweihung 9. Juni 1925
Baustil Neoromanik
Bautyp Saalbau
Koordinaten 51° 33′ 12,9″ N, 6° 12′ 45,6″ O
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Die römisch-katholische Kirche St. Quirinus ist ein Saalbau in neoromanischen Formen mit eingezogenem zweijochigem, polygonal geschlossenem Chor in Twisteden, einem Ortsteil der Stadt Kevelaer im Kreis Kleve, Nordrhein-Westfalen.[1] Bis zum 6. September 2014 war sie Pfarrkirche einer gleichnamigen Pfarrei, seit dem 7. September 2014 ist sie eine Filialkirche der neugegründeten Pfarrgemeinde St. Antonius Kevelaer.

Die Kirche wird als Baudenkmal A 176 in der Denkmalliste der Wallfahrtsstadt Kevelaer geführt.

Ausstattung

Im Inneren der Kirche finden sich unter anderem ein Fragment eines niederrheinischen Schnitzretabels mit Kreuztragung (um 1500), ein Taufstein aus Namurer Blaustein (1471), eine Franziskus-Darstellung aus dem Umfeld von Arnt Beeldsnider (um 1480/90) sowie die Darstellung eines heiligen Bischofs (um 1530/40).[1]

Der Hochaltar und die beiden Nebenaltäre rühren aus der alten Twistedener Kirche (heute Friedhofskapelle) her.

Zum Paramentenbestand zählt eine moosgrüne Kasel („Bassgeige“) nach einem Entwurf der Paramentikerin Helene Stummel.

Orgel

Die Orgel wurde von der in Kevelaer ansässigen Orgelbaufirma Romanus Seifert & Sohn gebaut. Sie hat 22 Register auf zwei Manualen und Pedal.[2]

Die Orgelweihe fand am 16. September 1956 statt.[2] Die Disposition lautet:

I. Manual C–g3
1. Pommer 16′
2. Principal 08′
3. Gedackt 08′
4. Oktavflöte 04′
5. Nasat 223
6. Oktave 02′
7. Terz 113
8. Mixtur IV
9. Schalmei 08′
II. Manual C–g3
10. Offenflöte 08′
11. Salicional 08′
12. Principal 04′
13. Nachthorn 02′
14. Quinte 113
15. Zimbel II
16. Krummhorn 08′
Pedal C–f1
17. Subbass 16′
18. Oktavbass 08′
19. Gedacktbass 08′
20. Choralbass 04′
21. Flachflöte 02′
22. Schalmeibass 16′

Glocken

Gegenwärtige Glocken

Im Turm der Kirche hängt ein vierstimmiges Geläut.[3]

Nr. Name Nominal Gussjahr Gießer Gussort Material Inschrift
1 De Klep cis1 1693 Peter IV. von Trier Bronze DOOR DAT VIER BIN ICK GEVLOTEN PETER VAN TRIER HEFT MY GEGOOTEN. ANNO 1693

S. QUIRINVS PATRON IN TWISTIEN

2 Maria f1 1951 Bochumer Verein Bochum Gussstahl Mater ter admirabilis protegat parochiam Twisteden
3 Cornelius as1 St. Cornelius oret uno parochia Twisteden
4 Antonius b1 St. Antonius abbas vigilet pro parochia Twisteden

Frühere Glocken

Nr. Name Nominal Gussjahr Gießer Gussort Material Inschrift
II Maria fis1 1887 Metz Bronze
III Anna h1

Die Glocken II und III wurden während des Zweiten Weltkriegs als kriegswichtiges Material beschlagnahmt und eingeschmolzen.

Pfarrarchiv

Das Pfarrarchiv der Pfarrgemeinde St. Quirinus Twisteden findet sich als Depositum im Bistumsarchiv Münster. Ein Teil der Pfarrmatriken kann über das Kirchenbuchportal Matricula Online eingesehen werden,[4] ein weiterer Teil über das Archivportal Archive in Nordrhein-Westfalen.[5]

Literatur

  • Heinrich Börsting (Bearb.): Handbuch des Bistums Münster. Zweiter Band: Gegenwart. 2. Aufl. Münster 1946, S. 763–764.
  • Peter Brouwers: Die Geschichte der Kaplanei Twisteden. In: Historischer Verein für Geldern und Umgegend (Hrsg.): Geldrischer Heimatkalender 2013. Geldern 2012, S. 157–161.
  • Peter Brouwers: Teufelsaustreibungen in Twisteden 1816–1822. In: Historischer Verein für Geldern und Umgegend (Hrsg.): Geldrischer Heimatkalender 2004. Geldern 2003, S. 266–270.
  • Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Nordrhein-Westfalen I. Rheinland. Deutscher Kunstverlag. München / Berlin 2005, S. 1140.
  • Michaela Winkels, Bernd Grüntjens: Ein Jahrhundert im Glockenschlag des Glaubens. 100 Jahre St.-Quirinus-Kirche Twisteden. A.D. 1925–2025. Hrsg.: Katholische Pfarrgemeinde St. Antonius Kevelaer. Twisteden 2025.
Commons: St. Quirinus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Nordrhein-Westfalen I. Rheinland. Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 2005, ISBN 3-422-03093-X, S. 1140.
  2. a b Michaela Winkels, Bernd Grüntjens: Ein Jahrhundert im Glockenschlag des Glaubens. 100 Jahre St.-Quirinus-Kirche Twisteden. A.D. 1925–2025. Hrsg.: Katholische Pfarrgemeinde St. Antonius Kevelaer. Twisteden 2025, S. 26–27.
  3. Michaela Winkels, Bernd Grüntjens: Ein Jahrhundert im Glockenschlag des Glaubens. 100 Jahre St.-Quirinus-Kirche Twisteden. A.D. 1925–2025. Hrsg.: Katholische Pfarrgemeinde St. Antonius Kevelaer. Twisteden 2025, S. 36–38.
  4. Matricula Online: Twisteden, St. Quirinus. In: Matricula Online. ICARUS – International Centre for Archival Research;
  5. Kirchenbücher der Ortsgerichte und Bürgermeisterämter: Gemeinde St. Quirinus Twisteden, römisch-katholisch. In: Archive in Nordrhein-Westfalen. Landesarchiv NRW;