St. Pius (München)

St. Pius ist eine römisch-katholische Pfarrkirche im Münchner Stadtteil Berg am Laim. Die 1932 fertiggestellte Kirche fällt durch ihren ungewöhnlichen, wuchtigen und über die gesamte Kirchenschiffbreite reichenden Turm auf. Der Kirchenbau gehört zur frühen Moderne und steht unter Denkmalschutz.

Zusammen mit St. Maria Ramersdorf bildet St. Pius seit 2009 den Pfarrverband Maria Ramersdorf–St. Pius, der zum Dekanat München-Perlach im Erzbistum München-Freising gehört.

Geschichte

1931/1932 wurde die Kirche für die damals neu angelegte Wohnsiedlung „Neuramersdorf“ gebaut, an deren Planung der Architekt der Kirche auch beteiligt war. Die Grundsteinlegung erfolgte am 28. Juni 1931, die Weihe durch Kardinal Michael von Faulhaber am 4. April 1932. Als Patron wurde Papst Pius V. (1504 bis 1572) gewählt.

Am 12. Juli 1944 wurde die Kirche von Bomberangriffen schwer beschädigt, das angrenzende Pfarrhaus wurde völlig zerstört.

Gebäude

Es handelt sich um eine dreischiffige Hallenkirche, die besonders auffällt durch einen massiven Turm als Fassadenblock nach Art eines Westwerks mit offener Portalvorhalle, die als Haupteingang dient. Der Architekt der Kirche war Richard Berndl, der Baumeister war Georg Berlinger.

Die Kirche ist 49 Meter lang und 25 Meter breit. Der Kirchenraum hat eine Höhe von 15 Metern, der Turm ist 28 Meter hoch. Auf dem Turm sitzt ein 6 Meter hohes Kreuz.

Innenausstattung

Die Vier Evangelisten an der Kanzel sind das Werk von Ludwig Magnus Hotter. Die Fresken der 14 Stationen des Kreuzweg schuf der Maler Albert Figel. Die Holzarbeiten fertigte der Bildhauer Josef Henselmann an.

Die bunten Glasfenster aus den 1960er Jahren wurden nach Entwürfen des Malers Wilhelm Braun von der Firma Gustav van Treeck Werkstätten für Mosaik und Glasmalerei ausgeführt.[1]

Orgel

Die Orgel wurde 1979 von WRK Orgelbau gebaut. Sie hat vier Manuale und 51 Register. 2014 wurde ein neuer Spieltisch mit zusätzlichen elektronischen Funktionen eingebaut, wobei auch die Manualzugehörigkeit von Positiv (früher IV. Man.) und Oberwerk (früher II. Man.) getauscht wurde.[2] Die Disposition lautet:[3]

I Hauptwerk C–g3
Prinzipal 16′
Prinzipal 8′
Koppelflöte 8′
Gemshorn 8′
Oktave 4′
Kupferflöte 4′
Nasatquinte 223
Schwiegel 2′
Mixtur major 2′
Mixtur minor 1′
Trompete 8′
II Positivwerk C–g3
Gedeckt 8′
Oktave 4′
Spitzflöte 4′
Prinzipal 2′
Terzian II 135′+113
Mixtur IV–V 113
Rankett 16′
Clairon 4′
Tremulant
III Schwellwerk C–g3
Rohrflöte 8′
Hornflöte 8′
Weidenpfeife 8′
Schwebung 8′
Prinzipal 4′
Spillpfeife 4′
Sesquialter II 223′+135
Glöckleinton II 2′+1′
Scharff III–IV 1′
Oboe 8′
Tremulant
IV Oberwerk C–g3
Gedeckt 8′
Quintade 8′
Violflöte 8′
Prinzipal 4′
Rohrflöte 4′
Flachflöte 4′
Quinte 113
Oktävlein 1′
Zimbel III 13
Krummhorn 8′
Tremulant
Pedalwerk C–g1
Prinzipalbass 16′
Subbass 16′
Stillgedackt 16′
Oktavbass 8′
Gedecktbass 8′
Choralbass 4′
Weitpfeife 4′
Rauschbass V 4′
Posaune 16′
Basson 8′

Glocken

Im Turm hängen vier Gussstahl-Glocken, die vom Bochumer Vereins 1932 und 1936 gegossen wurden.[4]

Glocke Name Gussjahr Durchmesser Gewicht Schlagton
1 Pius 1932 2050 mm 3844 kg gis°
2 Johannis 1936 1768 mm 2205 kg
3 Georg 1932 1540 mm 1583 kg cis′
4 Maria 1936 1270 mm 1138 kg dis′

Gemeinde

Von St. Pius aus wird auch die Hauskapelle im Altenheim St. Maria-Ramersdorf betreut.

Commons: St. Pius (München) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. St. Pius feiert Jubiläum. 19. April 2012, abgerufen am 21. Mai 2023.
  2. München/Berg am Laim, St. Pius – Organ index, die freie Orgeldatenbank. Abgerufen am 14. September 2022.
  3. Orgelbeschreibung. In: Edition Musik Südost. Franz Metz, abgerufen am 21. Mai 2023.
  4. Glockendatenbank createsoundscape.de: Kath. Stadtpfarrkirche St. Pius in München-Berg am Laim

Koordinaten: 48° 7′ 23″ N, 11° 36′ 44″ O