St. Petrus Canisius (Sedelsberg)
St. Petrus Canisius in Sedelsberg, einem Ortsteil von Saterland im niedersächsischen Landkreis Cloppenburg, ist eine römisch-katholische Filialkirche der Pfarrei St. Jakobus (Ramsloh).[1] Sie steht unter dem Patrozinium des Jesuiten Petrus Canisius und gehört zum Dekanat Friesoythe im Bistum Münster. Das Gotteshaus ist ein basilikaler Backsteinbau mit Turm und bietet 500 Gläubigen Platz.
Geschichte
Wegen des in den Jahren 1921 bis 1935 erbauten Küstenkanals stieg die Zahl der Arbeiter und ihrer Familien im Saterland. In der nordwestlich von Friesoythe gelegenen Moorkolonie Sedelsberg erwarb das Bischöflich Münstersche Offizialat Vechta 1929 einige Grundstücke, um dort einen Friedhof und eine Seelsorgestelle zu errichten. Da der Weg zur zuständigen Pfarrei St. Peter und Paul in Scharrel viel zu weit war, wurde im selben Jahr in Sedelsberg eine Notkirche aus Holz gebaut.
Mit finanzieller Unterstützung von Kollekten entstand nach den Plänen des Architekten Otto Harren (Haselünne) 1936 in Sedelsberg die Kirche St. Petrus Canisius. Die Konsekration des Gotteshauses erfolgte am 12./13. Juli 1954 durch Weihbischof Heinrich Baaken.
Weil sich nach dem Zweiten Weltkrieg durch den Zustrom von Heimatvertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten die Zahl der Katholiken in Sedelsberg fast verdoppelt hatte, wurde St. Petrus Canisius am 1. Januar 1951 zur selbstständigen Pfarrei erhoben. Zu den Gebäuden der Gemeinde gehören das Pfarrhaus von 1984/85, das von der politischen Gemeinde 1987 übernommene und erweiterte Pfarrheim (mit Bücherei) sowie das Haus der Schönstätter Marienschwestern, das mit dem 1945 eröffneten und 1976/77 vergrößerten Kindergarten verbunden ist.[2]
Durch Fusion wurde aus den Pfarreien Ramsloh, Scharrel, Sedelsberg und Strücklingen (und dem 2006 aufgehobenen Pfarrrektorat Bokelesch) am 27. April 2008 die neue Kirchengemeinde St. Jacobus für das Saterland mit Sitz in Ramsloh gebildet. Am 1. Januar 2024 schlossen sich die katholischen Gemeinden in Barßel, Bösel, Friesoythe, Garrel, Saterland und Westerstede zusammen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Friesoythe“ mit Sitz in Friesoythe.[3]
Glocken
Im Kirchturm von St. Petrus Canisius hängen die folgenden drei Bronzeglocken:
- Glocke 1: Schlagton: cis2; Ø 75 cm; stammt aus Matzkirch (im Kreis Cosel in Oberschlesien); Gussjahr: ca. 1500
- Glocke 2: Schlagton: e2; Ø 59 cm; Gießerei: Feldmann & Marschel (Münster); Gussjahr: 1952
- Glocke 3: Schlagton: as2; Ø 50 cm; hing ursprünglich in St. Catharina (Dinklage)[4]
Orgel
In der Kirche St. Petrus Canisius in Sedelsberg steht keine Pfeifenorgel, sondern eine elektronische Orgel.[5]
Literatur
- Willi Baumann, Peter Sieve (Hrsg.): Die katholische Kirche im Oldenburger Land: Ein Handbuch. Plaggenborg Verlag, Vechta 1995, ISBN 3-929358-99-9.
- Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster, Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-064-68.
- Wolfgang Runge: Kirchen im Oldenburger Land, Band III. Kirchenkreise Oldenburg 1 und 2. Heinz Holzberg Verlag, Oldenburg 1988, ISBN 3-87358-29-88.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Ludger Fischer: St. Jakobus Saterland. In: Kath. Kirchengemeinde St. Jakobus, Saterland. 2025, abgerufen am 28. Oktober 2025.
- ↑ Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster, Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8, S. 819–820.
- ↑ Offizialatsarchiv Vechta: Ramsloh, St. Jakobus. In: Matricula Online. 2025, abgerufen am 28. Oktober 2025.
- ↑ Willi Baumann, Peter Sieve: Die Dekanate und Kirchengemeinden im Offizialatsbezirk Oldenburg. In: Willi Baumann, Peter Sieve (Hrsg.): Die katholische Kirche im Oldenburger Land: Ein Handbuch. Plaggenborg Verlag, Vechta 1995, ISBN 3-929358-99-9, S. 610–611.
- ↑ Gabriel Isenberg: Sedelsberg: Kath. Kirche St. Petrus Canisius. In: Orgeln im Oldenburger Land. 2025, abgerufen am 28. Oktober 2025.
Koordinaten: 53° 2′ 39″ N, 7° 44′ 17,3″ O