St. Peter und Paul (Schierling)

Die denkmalgeschützte, römisch-katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul steht in Schierling, einem Markt im Landkreis Regensburg (Oberpfalz, Bayern). Sie ist dem Bistum Regensburg zugeordnet. Das Bauwerk ist unter der Denkmalnummer D-3-75-196-6 als Baudenkmal in die Bayerische Denkmalliste eingetragen.

Beschreibung

Die Wandpfeilerkirche wurde von 1720 bis 1726 unter Beibehaltung eines Teils der alten Mauern der 1418 gebauten Saalkirche errichtet. Sie besteht aus einem Langhaus zu vier Jochen, einem eingezogenen, segmentbogig geschlossenen Chor im Osten und einem gotischen Chorflankenturm auf quadratischem Grundriss an dessen Südwand, der mit zwei achteckigen Geschossen aufgestockt wurde. Das untere beherbergt die Turmuhr, das obere den Glockenstuhl. Bedeckt wurde er mit einer Zwiebelhaube, die von einer Laterne bekrönt ist. Völlig neu entstand damals das Tonnengewölbe, das gerade einmal 14 Zentimeter stark ist und deshalb schon wenige Jahrzehnte nach der Errichtung stabilisiert werden musste. Der inzwischen verstorbene Regensburger Kunsthistoriker Peter Morsbach hat Ende der 1990er Jahre von einem „barocken Bauschaden“ gesprochen. Dass es bereits vor dem 1418 bezeugten Bau eine Kirche oder Kapelle gegeben haben muss, haben dendrochronologische Untersuchungen ergeben. So ist belegt, dass im Kirchturm verbautes Holz in der Ebene unter dem Glockenstuhl zum Teil aus den Jahren 1242 bis 1265 stammt.

Bei der Restaurierung 1880/81 wurden die Altäre einschließlich des Hochaltars entfernt. Die Deckenmalerei wurden 1725 unter dem Einfluss der in Schierling tätigen Straubinger Jesuiten von Joseph Anton Merz geschaffen. Sie zeigen von West nach Ost 1. Bekehrung des Paulus, 2. Strahlenregen und Engel, 3. Petrus wandelt auf dem Meere, 4. Paulus predigt in Athen, 5. Paulus in der Glorie und 6. Petrus in der Glorie.

Die Stuckarbeiten in der Pfarrkirche Schierling stammen aus der „Wessobrunner Schule“. Es handelt sich um „Akanthusranken als Füllungen der Gewölbegurte, der Gewölbezwickel, der Friese unter den Gebälkstücken der Pilaster“, wie in den Kunstdenkmälern von Niederbayern zu lesen ist. Durch die Farbgebung kommen vor allem auch die fünf stuckierten Engel und der stuckierte Kopf eines Mannes in den Kapitellen zur Wirkung. Die stuckierten Weihekreuze um die Apostelleuchter sind in ihrer Ursprünglichkeit farbig gefasst und vergoldet, ebenso der Strahlenschein des Heiligen Geistes. „Die Pfarrkirche Schierling ist ein hochinteressantes Werk für den Übergang der Stuckarbeiten von der italienischen auf die bayerische Kunst“, hat einmal der Regensburger Kunsthistoriker Peter Morsbach zusammengefasst.

Eine grundlegende und umfassende Renovierung der Pfarrkirche erfolgte in den Jahren 1997/1998.

Die Orgel wurde 2018 von der Arbeitsgemeinschaft des Orgelbauers Claudius Winterhalter und der Thomas Jann Orgelbau errichtet.[1]

Literatur

Commons: St. Peter und Paul – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Information zur Orgel

Koordinaten: 48° 50′ 19,6″ N, 12° 8′ 16,8″ O