St. Peter und Paul (Petersdorf)

St. Peter und Paul in Petersdorf, einem Ortsteil von Bösel, im niedersächsischen Landkreis Cloppenburg ist eine römisch-katholische Filialkirche der Pfarrei St. Cäcilia (Bösel).[1] Sie steht unter dem Patrozinium der Apostel Peter und Paul und gehört zum Dekanat Friesoythe im Bistum Münster. Das Gotteshaus ist eine Saalkirche mit Dachturm und bietet 300 Gläubigen Platz.

Geschichte

Ab 1870 siedelten zahlreiche abgehende Bauernsöhne und -töchter mit ihren Familien im Moor- und Heidegebiet zwischen Bösel und Wardenburg. Die neue Kolonie wurde 1876 „Petersdorf“ nach dem Oldenburger Großherzog Nikolaus Friedrich Peter benannt. Weil der Weg zur nächsten Pfarrkirche in Bösel viel zu weit war, wünschten sich die Katholiken schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein eigenes Gotteshaus. Aber der Erste Weltkrieg und der Zweite Weltkrieg verzögerten den Baubeginn mehrere Jahrzehnte lang.

Nach den Plänen des Architekten Martin Vensky (Oldenburg) entstand 1948/50 in Petersdorf die erste Kirche, die 1950 den Apostelfürsten Peter und Paul geweiht wurde. Der 1952 gebaute Chorraum komplettierte das Gotteshaus. Das Pfarrrektorat Petersdorf bekam 1950 einen eigenen ortsansässigen Kaplan und wurde 1972 zur Kapellengemeinde erhoben. Die Seelsorge in Petersdorf nimmt seit 1987 der Pfarrer von Bösel wahr. Zu den Gebäuden der Gemeinde gehören das Pfarrhaus von 1950, das 1954 erbaute und 1986/87 umgestaltete Gemeindezentrum „Franziskusheim“ sowie der St.-Franziskus-Kindergarten von 1991.[2]

Durch Fusion wurde aus der Pfarrei Bösel und der Kapellengemeinde Petersdorf am 30. Oktober 2005 die neue Kirchengemeinde St. Cäcilia (Bösel) gebildet. Am 1. Januar 2024 schlossen sich die katholischen Gemeinden in Barßel, Bösel, Friesoythe, Garrel, Saterland und Westerstede zusammen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Friesoythe“ mit Sitz in Friesoythe.[3]

Glocken

Im Dachturm von St. Peter und Paul hängen die folgenden zwei Bronzeglocken:

  • Glocke 1: Schlagton: es2; Ø 58 cm; Gießerei: Johann Mark (Brockscheid); Gussjahr: 1976
  • Glocke 2: Schlagton: f2; Ø 50 cm; Gießerei: Johann Mark (Brockscheid); Gussjahr: 1976[4]

Orgel

Für St. Peter und Paul in Petersdorf baute Herbert Kruse (Lohne) 1961 eine Orgel (II+P/20), die 1982 von Alfred Führer (Wilhelmshaven) gereinigt und repariert wurde. Durch Friedrich Fleiter (Münster) erfolgte 1998 eine Renovierung sowie 2021 eine Reinigung und Überarbeitung des Instruments vor allem durch den Einbau der Posaune 16‘ anstelle des Rauschwerks 3f.

Die Schleifladen-Orgel von 1961 hat 20 Register. Zur Ausstattung gehören zwei Manuale (C - g3) und ein Pedal (C - f1) sowie einige Spielhilfen. Die Registertraktur ist elektrisch und die Spieltraktur mechanisch.[5]

Literatur

  • Willi Baumann, Peter Sieve (Hrsg.): Die katholische Kirche im Oldenburger Land: Ein Handbuch. Plaggenborg Verlag, Vechta 1995, ISBN 3-929358-99-9.
  • Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster, Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-064-68.
  • Wolfgang Runge: Kirchen im Oldenburger Land, Band III. Kirchenkreise Oldenburg 1 und 2. Heinz Holzberg Verlag, Oldenburg 1988, ISBN 3-87358-29-88.

Einzelnachweise

  1. Stefan Jasper-Bruns: St. Cäcilia in Bösel und St. Peter und Paul Petersdorf. In: St. Cäcilia in Bösel: Katholische Kirchengemeinde. 2025, abgerufen am 26. Oktober 2025.
  2. Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster, Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8, S. 796.
  3. Offizialatsarchiv Vechta: Bösel, St. Cäcilia. In: Matricula Online. 2025, abgerufen am 26. Oktober 2025.
  4. Willi Baumann, Peter Sieve: Die Dekanate und Kirchengemeinden im Offizialatsbezirk Oldenburg. In: Willi Baumann, Peter Sieve (Hrsg.): Die katholische Kirche im Oldenburger Land: Ein Handbuch. Plaggenborg Verlag, Vechta 1995, ISBN 3-929358-99-9, S. 586.
  5. Gabriel Isenberg: Petersdorf: Kath. Kirche St. Peter und Paul. In: Orgeln im Oldenburger Land. 2025, abgerufen am 26. Oktober 2025.

Koordinaten: 53° 0′ 5,7″ N, 8° 1′ 49,2″ O