St. Peter und Paul (Oberbuch)
Die römisch-katholische Kirche St. Peter und Paul ist eine gotische Kirche im Ortsteil Oberbuch von Tyrlaching im oberbayerischen Landkreis Altötting. Sie gehört als Filialkirche zur Kirchengemeinde St. Johannes der Täufer Tyrlaching im Pfarrverband Kirchweidach des Bistums Passau.
Geschichte und Architektur
Die zweischiffige Hallenkirche wurde Mitte des 15. Jahrhunderts als Tuffquaderbau auf einem ungewöhnlichen Grundriss mit Mittelpfeiler errichtet, der sich ähnlich in St. Rupertus in Burgkirchen am Wald findet. An das Schiff schließen sich der eingezogene, zweijochige Chor mit Dreiachtelschluss und der hohe, leicht in die Westwand eingestellte Westturm vom Ende des 14. Jahrhunderts an. Die Westseite des Turms verfügt über ein zugesetztes Gewände; der Turmabschluss wird durch eine spätbarocke, mit Schindeln gedeckte Doppelzwiebelhaube über einem Putzgesims gebildet. Der durch äußere Strebepfeiler gegliederte Chor ist niedriger als das Langhaus. An der Südseite neben der Sakristei ist ein vermauertes Rundfenster zu erkennen.
Die südliche Vorhalle wird durch ein Netzgewölbe abgeschlossen; ein gotisches Portal mit Stab und Kehle und einem geraden Profilstück darüber erschließt das Bauwerk. Die Tür aus Eichenholz ist mit gotischen Bändern versehen. Renovierungen erfolgten außen 1988, innen 1959 und 2001. Das Netzgewölbe des Chores ist mit gekehlten Rippen über Wandvorlagen und Runddiensten versehen. Der Mittelpfeiler ist achteckig und trägt ein Netzgewölbe über gekehlten Wandpfeilern, die das Langhaus in zwei ganze, östlich und westlich in je zwei halbe Joche unterteilen.
Ausstattung
Die Altäre sind Werke der 17. Jahrhunderts mit künstlerisch wertvoller Figurenausstattung. Der mit gesprengtem Giebel und gewundenen Säulen versehene Hochaltar zeigt im Mittelschrein eine meisterhaft gestaltete Madonnenfigur in eleganter Haltung, die vermutlich Mitte des 17. Jahrhunderts entstand und von rustikaleren Schnitzfiguren der Heiligen Petrus und Paulus vom Ende des 15. Jahrhunderts flankiert wird. Im Altarauszug ist eine Figur des heiligen Michael als Seelenwäger mit Flammenschwert zu sehen. Das Antependium ist mit Bandelwerkschnitzerei aus der Zeit um 1740 geschmückt, Volksaltar und Ambo wurden 2002 nach Entwürfen von Johannes R. Potzler aus München geschaffen.
Der nördliche Seitenaltar birgt eine ebenfalls künstlerisch bedeutende Figurengruppe mit einer auf Wolken schwebenden Mondsichelmadonna, die Rosenkränze an den knienden heiligen Dominikus und die heilige Katharina von Siena übergibt, gerahmt von geschnitzten Medaillons der Rosenkranzgeheimnisse. Im Altarauszug sind Figuren der Heiligen Jakobus und Bartholomäus vom Beginn des 16. Jahrhunderts zu finden, ausdrucksvolle Engelsfiguren gehören dem 17. Jahrhundert an.
Der südliche Seitenaltar beherbergt eine Schnitzfigur des auferstandenen Christus vom beginnenden 16. Jahrhundert; die Bekrönung des Retabels obliegt einer Schutzmantelmadonna mit den flankierenden Heiligen Rupert und Virgil, beide aus dem 15. Jahrhundert, und darüber Blasius. Die Tür des Tabernakels trägt einer Darstellung des letzten Abendmahls.
Im Chor sind große vergoldete Schnitzfiguren der Heiligen Barbara und Katharina aus dem 17. Jahrhundert angeordnet. Zwei ehemalige Altarflügel an der Nordwand aus der Zeit um 1500 zeigen den heiligen Oswald mit Vogel und Reichsapfel, den heiligen Veit mit Ölfass, Heinrich den Heiligen mit Reichsapfel und Zepter und den heiligen Laurentius mit Kreuz und Buch.
Im Langhaus stehen auch kleine Schnitzfiguren der Heiligen Johann Nepomuk (zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts) und Sebastian (Ende des 15. Jahrhunderts). Das Kruzifix im Chorbogen ist ein Werk der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Der untere Teil der doppelten Empore aus Holz wurde 1676 eingebaut, der obere Teil beim Einbau der Orgel im 19. Jahrhundert ergänzt. An der Rückwand unterhalb der Empore wurden Reliefs der Heiligen Andreas und Paulus angebracht.
Drei mittelalterliche Glocken von 1434, 1487 und 1520 entgingen der Ablieferung im Zweiten Weltkrieg und blieben dadurch erhalten.
Literatur
- Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Bayern IV: München und Oberbayern. Deutscher Kunstverlag, München, Berlin 2006, ISBN 978-3-422-03115-9, S. 983.
- Ludwig Zellhuber, Matthias Wolferstetter, Resi Maier, Elfriede Eder, Pfarrer Jakob Krowiak, Renate Heinrich: Oberbuch. Filialkirche St. Peter und Paul. Kirchenführer, hrsg. vom Pfarrgemeinderat Tyrlaching.
Weblinks
Koordinaten: 48° 3′ 20,5″ N, 12° 38′ 18,4″ O