St. Pankratius (Mainz-Hechtsheim)
Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Pankratius ist ein denkmalgeschütztes[1] Kirchengebäude in Hechtsheim, einem Stadtteil der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz. Die Kirche steht unter dem Patrozinium des römischen Märtyrers Pankratius und prägt das Ortsbild von Hechtsheim.[1] Die Kirchengemeinde gehört zum Pastoralraum Mainz-Süd in der Region Rheinhessen im Bistum Mainz.
Geschichte
Bevor die heutige Pfarrkirche St. Pankratius in Hechtsheim erbaut wurde, existierte bereits ein kleiner Kapellenbau im Ort, der wahrscheinlich um das Jahr 800 erbaut wurde und ebenfalls das Patrozinium des Heiligen Pankratius trug.[2] Diese Pankratiuskapelle wurde im 12. oder 13. Jahrhundert durch eine größere romanische Dorfkirche ersetzt, von der heute noch der Glockenturm im Kernbestand erhalten ist.[1][2] Die Hechtsheimer Kirche unterstand anfangs als Filiale der Stiftskirche Maria auf dem Felde, ehe sie 1279 zur eigenständigen Pfarrkirche erhoben wurde.[2] Mit der Einführung der Reformation in Hechtsheim durch die Grafen von Isenburg 1552 wurde die Kirche zeitweise evangelisch, doch mit der Übernahme des Ortes durch den Mainzer Erzbischof im Jahr 1658 ging die Kirche wieder in katholischen Besitz über.[2] 1752 wurde die mittelalterliche Kirche bis auf den Turm abgerissen und als einschiffige Saalkirche im barocken Stil neu erbaut.[1] Die Kirchweihe fand nach Abschluss der Bauarbeiten am 8. Oktober 1758 statt.[3] Bereits hundert Jahre später erwies sich die neue Kirche wegen des starken Bevölkerungswachstums im 19. Jahrhundert als zu klein für die Gemeinde. Daher wurde der Mainzer Architekt Ludwig Becker mit einer Erweiterung der bestehenden Kirche beauftragt, die von 1901 bis 1902 durchgeführt wurde. Nach Abriss des barocken Chores im Osten entstand an gleicher Stelle ein Langhaus-Erweiterungsbau, der als dreischiffige Staffelhalle im neugotischen Stil errichtet wurde und von einem neuen, ebenfalls neugotischen Choranbau im Osten abgeschlossen wurde.[1] Dank der Erweiterung von St. Pankratius wurde die Größe des Kirchenraumes verdoppelt, sodass die Kirche den Gläubigen nun wieder ausreichend Platz bot.[2] Die letzte tiefgreifende Veränderung erfuhr die Pankratiuskirche mit der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils, die 1969/70 zu einer umfassenden Umgestaltung des Altarraumes führte.[3]
Baubeschreibung
Die Pfarrkirche St. Pankratius steht an der Bergstraße 43 im Mainzer Stadtteil Hechtsheim.[1] Ältester Bauteil ist der im Kern romanische Kirchturm[1] mit Wehrcharakter[4] aus dem späten Hochmittelalter.[2] Das westliche Langhaus wurde zwischen 1752 und 1758 als einschiffiger Saalbau im Stil des Barock errichtet.[2] Das östliche Langhaus wurde als dreischiffige Staffelhalle ausgeführt und zusammen mit dem Chor von 1901 bis 1902 im neugotischen Stil erbaut.[1]
Ausstattung
Nach dem Neubau des Langhauses der Pankratiuskirche im Stil des Barock verfügte das Gotteshaus über ein sehenswertes barockes Altarensemble. Einzelne Figuren dieser Altäre sind erhalten geblieben und zieren seit der neugotischen Erweiterung der Kirche die Wände ihres Innenraums.[3]
Glocken
Das heutige Geläut der Kirche besteht aus vier Glocken. Die beiden älteren Glocken wurden Ende des 18. Jahrhunderts von Johann Martin Roth in Mainz gegossen und ersetzten ältere, gesprungene Exemplare. Die beiden jüngeren Glocken von 1966 stammen aus der Gießerei von Friedrich Wilhelm Schilling in Heidelberg und wurden als Ersatz für eine 1822 von Ewald Schott gegossene Glocke angefertigt, die 1917 zu Kriegszwecken konfisziert worden war.[4]
| Glocke | Widmung | Gewicht | Durchmesser | Schlagton | Gussjahr | Glockengießer |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Christus | 1922 kg | 1407 mm | d1 | 1966 | Friedrich Wilhelm Schilling, Heidelberg |
| 2 | Maria | 715 kg | 1130 mm | f1 −3 | 1791 | Johann Martin Roth, Mainz |
| 3 | Michael | 730 kg | 1028 mm | g1 | 1966 | Friedrich Wilhelm Schilling, Heidelberg |
| 4 | Pankratius | 390 kg | 900 mm | a1 −1 | 1777 | Johann Martin Roth, Mainz |
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f g h Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreisfreie Stadt Mainz. In: gdke.rlp.de. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, 5. Dezember 2023, abgerufen am 4. Januar 2026.
- ↑ a b c d e f g Juliane Märker: St. Pankratius in Hechtsheim. In: regionalgeschichte.net. Institut für Geschichtliche Landeskunde Rheinland-Pfalz e.V., 14. August 2014, abgerufen am 4. Januar 2026.
- ↑ a b c Nixnubix: Infotafel der kath. Pfarrkirche St. Pankratius in Hechtsheim. In: Commons. Wikimedia Foundation, 16. April 2015, abgerufen am 4. Januar 2026.
- ↑ a b Quintade8: Mainz-Hechtsheim St. Pankratius Johann-Martin-Roth-Geläute. In: YouTube. 14. März 2015, abgerufen am 4. Januar 2026.
Koordinaten: 49° 57′ 40,2″ N, 8° 16′ 57,3″ O