St. Oswald und St. Otmar (Frenkenbach)
Die römisch-katholische Filialkirche St. Oswald und Otmar ist eine romanische Chorturmkirche aus dem 12. Jahrhundert in Frenkenbach, einem Ortsteil von Immenstaad am Bodensee im Bodenseekreis in Baden-Württemberg. Der viergeschossige quadratische Turm wurde im 15. Jahrhundert umgebaut.
Beschreibung
Das rechteckige Langhaus misst 12,10 m × 6 m. Daran schließt sich der quadratische Chor an, dessen Ostwand ein romanisches Fenster zeigt. Die seitlichen Fenster und das Kreuzgratgewölbe des Chors wurden hingegen erst später eingebaut.
Die Nord-, Ost- und Westseite des Turms sind gleich eingeteilt: Zwischen den großen, segmentbogigen Fenstern – oben zwei und unten eines – befinden sich zwei längliche, schießschartenartige Fenster übereinander. Der Turm schließt mit einem Krüppelwalmdach ab, auf dem ein gleichschenkliges Kreuz sitzt.
Im Kirchenschiff befinden sich auf jeder Seite zwei große, segmentbogenartige Fenster, die im 18. Jahrhundert eingebaut wurden. Die ursprünglich romanischen Fenster, von denen auf jeder Seite vier vorhanden waren, wurden ersichtlich vermauert.
Die Fassade von Turm und Kirchenschiff ist überwiegend unverputzt, sodass das aus Wacken, Kieseln und Findlingen bestehende, mit dünnen Mörtellagen zusammengehaltene Mauerwerk noch sichtbar ist. Auf dem Bruchsteinmauerwerk ist die Putzritzung der Bauzeit großflächig erhalten. Am Sockel der Nordseite sind Fischgrätenmuster erkennbar. Nur die Nordseite des Turms und das Glockengeschoss sind teilweise verputzt. Das Kirchenschiff wird durch eine flache, schmucklose Holzdecke abgedeckt, die zum rustikalen Erscheinungsbild der Kapelle beiträgt. Im Volksmund wird die Kapelle auch „Frenkenbacher Münster“ genannt.
Glocken
Im obersten Geschoss befindet sich der hölzerne Glockenstuhl mit zwei Glocken. Die ältere Glocke stammt aus dem Jahr 1677 und wurde vom Konstanzer Glockengießer Leonhard Rosenlächer gegossen. Die zweite Glocke wurde 1977 von der Karlsruher Glockengießerei gefertigt und trägt die Aufschrift „St. Oswald und Otmar 1977. 150 Jahre Erzbistum Freiburg“.[1]
Einzelnachweise
- ↑ Kunstführer Nr. 1403 (Erstausgabe 1983), 3., völlig neu bearbeitete Auflage 2016, Verlag Schnell & Steiner Regensburg, ISBN 978-3-79545113-4
Weblinks
Koordinaten: 47° 40′ 41,4″ N, 9° 19′ 57,9″ O