St. Nikolaus (Dürscheid)

St. Nikolaus ist die römisch-katholische Pfarrkirche von Kürten-Dürscheid (Rheinisch-Bergischer Kreis) in Nordrhein-Westfalen.

Geschichte

1217 ist der Besitz einer Mühle in Dürscheid durch die Kommende der Johanniter auf Schloss Burg belegt. Von dort aus wurde eine neue Kommende in Herrenstrunden gegründet, zu der die Pfarrkirche in Herkenrath gehörte. 1413 wurde die aus dem 13. Jahrhundert stammende Kirche zu Dürscheid Filiale von Herkenrath und unterstand dem Johanniterorden. 1727 wurde der Neubau eines neuen Langhauses erforderlich, weil das alte Kirchenschiff aufgrund von Baufälligkeit eingestürzt war. Der vorhandene Turm wurde mit Eisenankern gesichert, die die Jahreszahl 1727 anzeigen. 1895 wiederum entschloss man sich wegen des starken Bevölkerungswachstums zum Bau einer großen neogotischen Kirche an Stelle des alten Langhauses, Pläne auch zum Abbruch des romanischen Turms wurden aus Geldmangel nicht in die Tat umgesetzt, so dass sich heute ein eigentümliches Bild zeigt, da der Turm in seinen Ausmaßen nicht zu den Proportionen der neuen Kirche passt.

Innenausstattung

Die innere Ausstattung der Kirche ist unter anderem geprägt von einem neugotischen Hauptaltar mit farbigen Reliefs aus dem Leben und Sterben Christi, einer Marien- und einer Josefsstatue, einer modernen Orgel sowie einem Taufbecken aus schwarzem Marmor mit einem Messingdeckel.

Kirchenfenster

Auffälligstes Merkmal der Kirche sind die Fensterverglasungen. Die drei neugotischen Chorfenster wurden kurz nach dem Neubau des Langhauses 1896 eingebaut. Sie zeigen die Motive St. Nikolaus, die Kreuzigung Christi sowie Jesus mit zwei Jüngern am See Genezareth. Zwischen 1965 und 1984 wurden durch Hans Lünenborg 14 Fenster im Kirchenschiff gestaltet. Diese stellen die Sieben Werke der leiblichen Barmherzigkeit und die Sieben Werke der geistigen Barmherzigkeit in Szenarien aus dem Leben von biblischen Gestalten und Heiligen dar.

Orgel

Die von der Firma Josef Potthoff gebaute Orgel wurde im Dezember 2024 grundlegend renoviert. Da die Traktur sich als sehr schwergängig erwies, weil sie nicht optimal konstruiert war, wurde sie elektrifiziert.

Im Zuge dieser Maßnahme wurde die gesamte Elektronik der Orgel komplett erneuert und auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Damit erhielt sie Spielhilfen sowie eine moderne Setzeranlage und erfüllte außerdem auch sämtliche Anforderungen an den Brandschutz.

Neu errichtet wurde auch der komplette Spieltisch; schadhafte Bälge wurden restauriert. Ferner waren, bedingt durch den Komplettaustausch der alten Elektronik, einige Änderungen am Chassis erforderlich.

Als bedeutsame klangliche Erweiterung wurde als neues Orgelregister ein Quintbass 10 2/3' eingebaut, um das akustische Potenzial der Kirche mit langem Nachhall optimal zu nutzen.[1]

Literatur

  • Paul Clemen (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Band 5, Abt. II: Die Kunstdenkmäler des Kreises Mülheim am Rhein. Schwann, Düsseldorf 1901.
  • Kunibert Förster: Dürscheid an der Dürsch, in: Kürtener Schriften, Band 5, 2005, Herausgeber: Geschichtsverein für die Gemeinde Kürten und Umgebung e. V.
Commons: St. Nikolaus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Dürscheid St. Nikolaus – Erneuerung der Orgel aus orgelbau-potthoff.de, abgerufen am 20. November 2025

Koordinaten: 51° 0′ 36,2″ N, 7° 13′ 5,1″ O