St. Modestus (Dörenthe)

St. Modestus in Dörenthe im Tecklenburger Land (Kreis Steinfurt) ist eine römisch-katholische Filialkirche der Pfarrei St. Mauritius (Ibbenbüren). Sie steht unter dem Patrozinium des heiligen Modestus und gehört zum Dekanat Ibbenbüren im Bistum Münster. Das Gotteshaus ist eine Saalkirche mit Dachreiter und hat 285 Sitzplätze.

Geschichte

Die Einwohnerzahl der Bauerschaft Dörenthe stieg nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem durch Ostvertriebene und -flüchtlinge stark an. Wegen des nahen Dortmund-Ems-Kanals zogen auch mehrere Schifferfamilien in diese Region. Weil der Weg zur nächstgelegenen Pfarrei St. Peter und Paul (Brochterbeck) viel zu weit war, wurden Sonntagsmessen öfters in zwei Privathäusern gefeiert. Daher wünschten sich die Katholiken ein eigenes Gotteshaus und gründeten 1947 einen Kapellenbauverein. Nach den Plänen des Architekten Gregor Thalmann (Ibbenbüren) entstand 1948/49 in Dörenthe die St.-Modestus-Kirche mit großer Unterstützung durch Spenden und ehrenamtliche Arbeitsleistungen der Einwohner. Die Konsekration erfolgte am 15. September 1949 durch Weihbischof Heinrich Roleff.[1]

Das Gebäude besteht aus Quadermauerwerk und ist ein Saalbau unter einem Satteldach aus roten Dachziegeln. Ein hölzerner Dachreiter im Süden besitzt ein kupfergedecktes Helmdach. Auch die angebaute eingeschossige Sakristei im Nordwesten hat ein Satteldach. Zu den Gebäuden der Gemeinde gehören das Pfarrhaus von 1968 und das Pfarrheim von 1982. Nach der Abtrennung von St. Ludwig (Ibbenbüren) wurde der 1949 eingerichtete Seelsorgebezirk Dörenthe 1963 ein selbstständiges Pfarrrektorat und 1985 die eigenständige Pfarrei St. Modestus.[2]

Durch Fusion entstand aus den Pfarreien St. Mauritius und St. Maria Magdalena (Laggenbeck) am 17. April 2006 die neue Kirchengemeinde St. Mauritius (Ibbenbüren).[3]

Am 22. September 2019 führte der Bischof von Münster, Felix Genn, die zehn Pfarreien der Region Ibbenbüren zu einer Pfarrgemeinde St. Mauritius zusammen und machte dadurch auch St. Modestus zu einer Filialkirche.[4]

Am 1. Januar 2024 schlossen sich die Pfarreien St. Reinhildis (Hörstel), St. Mauritius (Ibbenbüren) und Seliger-Niels-Stensen (Lengerich) zusammen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Hörstel-Ibbenbüren-Lengerich“.[5]

Glocken

Im Dachreiter von St. Modestus in Dörenthe hängen die folgenden vier Bronzeglocken:

  • Glocke 1: Schlagton: d2; Ø 67 cm; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1964
  • Glocke 2: Schlagton: f2; Ø 55 cm; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1964
  • Glocke 3: Schlagton: g2; Ø 50 cm; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1964
  • Glocke 4: Schlagton: a2; Ø 43 cm; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1964.[2]

Orgel

Für St. Modestus in Dörenthe baute die westfälische Firma Siegfried Sauer (Höxter) 1986 eine Pfeifenorgel mit 16 Registern und mechanischen Trakturen.[2]

Literatur

  • Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster, Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8.
  • Hans J. Lechtreck: KirchenSchätze Tour: Ein Reiseführer zu ausgewählten Kirchen im Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 3-402-00413-5.
  • Margarete Luise Goecke-Seischab und Jörg Ohlemacher: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen. Ein Handbuch. Anaconda, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-457-4.
Commons: St. Modestus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Gabriele Böhm: Kirchenführer: Katholische Kirche St. Modestus Ibbenbüren-Dörenthe. In: Katholische Kirche in Ibbenbüren und Brochterbeck. 2025, abgerufen am 10. November 2025.
  2. a b c Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster, Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8, S. 315–316.
  3. Bistumsarchiv Münster: Ibbenbüren, St. Mauritius. In: Matricula Online. 2025, abgerufen am 7. November 2025.
  4. Hartmut Niehues: St. Mauritius, Ibbenbüren. In: Katholische Kirche in Ibbenbüren und Brochterbeck. 2025, abgerufen am 7. November 2025.
  5. Marko Marincel: Pastorale Räume. In: Kreisdekanat Steinfurt: Katholische Kirche Bistum Münster. 2025, abgerufen am 7. November 2025.

Koordinaten: 52° 13′ 52,1″ N, 7° 41′ 20,3″ O