St. Michael (Thalhofen an der Wertach)
Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Michael steht in Thalhofen an der Wertach, einem Stadtteil von Marktoberdorf im schwäbischen Landkreis Ostallgäu von Bayern. Das Bauwerk ist in der Liste der Baudenkmäler in Marktoberdorf als Baudenkmal unter der Nr. D-7-77-151-79 eingetragen. Die Pfarrei gehört zum Dekanat Marktoberdorf des Bistums Augsburg.
Beschreibung
Die spätgotische Saalkirche wurde 1687 barock überarbeitet. Sie besteht aus einem Langhaus, das 1719 nach Westen verlängert wurde, einem eingezogenen, dreiseitig geschlossenen Chor im Südosten und einem Chorflankenturm auf quadratischem Grundriss an der Südwestwand, der in das Langhaus hineinragt. Sein oberstes Geschoss beherbergt hinter den als Triforien gestalteten Klangarkaden den Glockenstuhl mit fünf Kirchenglocken. Zwischen den Giebeln, an denen die Zifferblätter der Turmuhr angebracht sind, erhebt sich ein spitzer Helm.
Der Innenraum des Langhauses wurde 1802/03 mit einer Flachdecke überspannt, der des Chors mit einem Stichkappengewölbe. Die Fresken hat 1803 Joseph Keller eingebracht. Im Langhaus wurden sie 1907 von Leonhard Thoma übermalt. Auf dem Altarblatt des Hochaltars hat Ignaz Baldauf den Erzengel Michael dargestellt. Dieses Altarblatt kann ausgebaut werden, um den Altar an den Lauf des Kirchenjahres anzupassen. So steht beispielsweise im Rosenkranzmonat Oktober eine kleine Marienstatue im Zentrum des Hochaltars.
Die Kirche und der Friedhof sind „seltsamerweise mit einer starken wehrhaften Mauer umgeben“.[1] An ihrer Nordostseite erinnert eine Gedenktafel an die abgegangene Burg Thalhofen, deren Überreste als Bodendenkmal (Nr. D-7-8229-0024) geschützt sind.[2] An der Südwestseite betritt man den Friedhof durch ein zusammen mit der Mauer im 16. Jahrhundert errichtetes Torhaus mit Rundbogenöffnung und Satteldach.[2] Vor diesem steht eine alte Linde (Friedhofslinde), die als Naturdenkmal ausgewiesen ist.
Literatur
- Bruno Bushart, Georg Paula (Bearbeiter): Bayern III: Schwaben (= Georg Dehio [Begründer], Dehio-Vereinigung [Hrsg.]: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler). 2. Auflage. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2008, ISBN 978-3-422-03116-6, S. 1012 (dehio.org).
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Ewald Kohler: Marktoberdorf, Stadt. In: Aegidius Kolb OSB, Ewald Kohler im Auftrag des Landkreises Ostallgäu (Hrsg.): Ostallgäu – einst und jetzt. Band 2. Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1984, ISBN 3-88006-103-3, S. 1154–1166, hier S. 1165.
- ↑ a b Denkmalliste für Marktoberdorf (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, Fassung vom 10. September 2025.
Koordinaten: 47° 46′ 24,4″ N, 10° 35′ 54,3″ O