St. Michael (Rokytnice nad Jizerou)

St. Michael (tschechisch kostel sv. Michala) ist eine römisch-katholische Filialkirche in Rokytnice nad Jizerou (deutsch Rochlitz a. d. Iser) im Okres Semily im Liberecký kraj in Tschechien.

Geschichte

Rochlitz wurde um die Mitte des 16. Jahrhunderts gegründet. Eine Holzkirche wurde 1598 erbaut. 1638 erhielt die Kirche eine Glocke, 1646 einen Chor mit Gewölbe. 1657 wurde die Kirche in Stein aufgeführt, nur der hölzerne Kirchturm blieb stehen, bis dieser 1684 ebenfalls massiv erbaut wurde. Der obere Turmbereich blieb hölzern und wurde 1724 vom Sturm mit dem Dach herabgerissen. 1753 wurde mit dem Neubau begonnen, und 1759 war der heutige Bau vollendet. Heute ist die Kirche eine Filialkirche im Vikariat Jilemnice.[1]

Bauwerk

Die Kirche ist ein Bau des auslaufenden Spätbarocks im Übergang zum Klassizismus. Das Kirchenschiff überspannt ein Tonnengewölbe, beide Sakristeien und die darüber liegenden Oratorien haben ein Gewölbe mit Lünetten. Der Turm ist in die Stirnfront der Kirche zurückgesetzt, hat im Obergeschoss auf jeder Seite ein großes Fenster mit Zifferblättern darunter und einen mächtigen, abgesetzten Helm. Das Schiff hat beiderseits je vier hohe Fenster. Der Chor mit rundem Abschluss und zwei Fenstern ist schmaler als das Kirchenschiff. Das Dach über dem Chor ist mit einem barocken blechgedeckten Dachreiter verziert. Das Turmdach ist mit Schindeln gedeckt.

Ausstattung

Altäre und Kanzel aus Eichenholz stammen aus der Zeit von 1778 bis 1807. Über dem Hauptaltar befindet sich ein Bild des Erzengels Michael, über dem linken Seitenaltar ein Marienbild, über dem rechten das Bildnis des Papstes Pius IV. Über der Sakristei hängt ein Marienbild vom Rochlitzer Maler Augustin Palme. Die beiderseitigen Emporen und der Orgelchor werden von 12 quadratischen Säulen getragen. Schon um 1760 stand in der Kirche eine Orgel, die 1853 und 1882 überholt, 1904 durch eine neue ersetzt wurde. Die Turmuhr stammt von 1746, der Kreuzweg von 1931. Der zinnerne Taufbrunnen stammt von 1738. Unter den drei Glocken ist die große wertvoll, sie wurde der Inschrift nach 1638 in Arnau gegossen.

Literatur

  • Franz Schöbel, Beda Menzel: Gotteshäuser der Heimat: ein Heimatbuch des Riesengebirges und Braunauer Ländchens. Riesengebirgs-Heimatverlag Renner, Kempten 1970, Seite 68
Commons: St. Michael (Rokytnice nad Jizerou) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Webseite des Vikariat Jilemnice

Koordinaten: 50° 43′ 46″ N, 15° 26′ 53,2″ O