St. Michael (Kneheim)

St. Michael in Kneheim im niedersächsischen Landkreis Cloppenburg ist eine römisch-katholische Pfarrkirche der Gemeinde St. Petrus (Lastrup).[1] Sie steht unter dem Patrozinium des heiligen Michael und gehört zum Dekanat Löningen im Bistum Münster. Das Gotteshaus ist ein neuromanischer Backsteinbau und bietet 300 Gläubigen Platz.

Geschichte

Weil der Weg für die Katholiken zur zuständigen St.-Andreas-Kirche in Cloppenburg viel zu weit war, wurde 1801 in der Bauerschaft Kneheim eine Kapelle erbaut. Für den Gottesdienst an Sonn- und Feiertagen war ein Kaplan aus Cloppenburg zuständig.

Nach den Plänen des Architekten Bernhard Becker (Oldenburg) entstand 1850/56 die St.-Michael-Kirche als neuromanisches Backsteingebäude mit großem Glockenreiter. Von Servatius Wüstefeld (Cloppenburg) wurde 1921/22 ein Querhaus mit Chorraum angefügt. 1963 kam ein neuer Eingangsbereich als Anbau dazu. Zu den Gebäuden der Gemeinde gehörten das Pfarrhaus von 1959/60 und das 1978/79 erbaute Pfarrheim (mit Bücherei).[2]

Die Bauerschaften Kneheim und Nieholte wurden 1906 zu einer Kapellengemeinde zusammengeschlossen. Nach der Abtrennung von St. Andreas (Cloppenburg) am 1. Oktober 1925 entstand daraus die eigenständige Pfarrei St. Michael (Kneheim), die ein Mitglied der Pfarreiengemeinschaft Lastrup ist. Durch Fusion wurde aus der Pfarreien Lastrup, Hemmelte und Kneheim am 22. Februar 2010 die neue Kirchengemeinde St. Petrus mit Sitz in Lastrup gebildet.[3]

Am 1. Januar 2024 schlossen sich die katholischen Gemeinden in Bethen, Cappeln, Cloppenburg, Emstek, Molbergen, Essen, Löningen, Lastrup und Lindern zusammen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Cloppenburg-Löningen“ mit Sitz in Cloppenburg.[4]

Glocken

Nur eine einzige Kirchenglocke hängt im aufgesetzten Turm von St. Michael. Diese Glocke mit einem Durchmesser von 50 cm ist aus Bronze, hat den Schlagton g2 und wurde vermutlich vor 1800 gegossen.[5]

Orgel

Unter Verwendung einzelner Elemente der beiden Vorgängerinstrumente baute Rudolf Haupt (Osnabrück) 1934 eine größere Orgel (II+P/14). Die Firma Matthias Kreienbrink (Osnabrück) reinigte und reparierte das Instrument 1979. Nach der Erweiterung der Empore tauschte Herrmann Stahl (Oldenburg) die Keilbälgchen der reparierten Orgel aus. Matthias Kreienbrink setzte den Spieltisch 1989 instant, reinigte 2000 das Instrument und erneuerte die Balganlage. Die Manufaktur Stefan Peters (Glandorf) führte 2020 umfangreiche Arbeiten bei der Reinigung, Instandsetzung und Spieltischrestaurierung durch.

Die pneumatische Kegelladen-Orgel von 1934 hat 14 Register. Zur Ausstattung gehören zwei Manuale (C - g3) sowie ein Pedal (C - f1) und mehrere Spielhilfen. Die Spieltraktur und die Registertraktur sind mechanisch.[6]

Literatur

  • Willi Baumann, Peter Sieve (Hg.): Die katholische Kirche im Oldenburger Land: Ein Handbuch. Plaggenborg Verlag, Vechta 1995, ISBN 3-929358-99-9.
  • Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster, Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-064-68.
  • Wolfgang Runge: Kirchen im Oldenburger Land, Band III. Kirchenkreise Oldenburg 1 und 2. Heinz Holzberg Verlag, Oldenburg 1988, ISBN 3-87358-29-88.

Einzelnachweise

  1. Günter Mleziva: Wir leben Kirche! In: St. Petrus: Katholische Pfarrgemeinde in Lastrup, Hemmelte & Kneheim. 2025, abgerufen am 18. Oktober 2025.
  2. Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster, Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8, S. 722–723.
  3. Offizialatsarchiv Vechta: Kneheim, St. Michael. In: Matricula Online. 2025, abgerufen am 18. Oktober 2025.
  4. Offizialatsarchiv Vechta: Lastrup, St. Peter. In: Matricula Online. 2025, abgerufen am 18. Oktober 2025.
  5. Willi Baumann, Peter Sieve: Die Dekanate und Kirchengemeinden im Offizialatsbezirk Oldenburg. In: Willi Baumann, Peter Sieve (Hrsg.): Die katholische Kirche im Oldenburger Land: Ein Handbuch. Plaggenborg Verlag, Vechta 1995, ISBN 3-929358-99-9, S. 514–515.
  6. Gabriel Isenberg: Kneheim: Kath. Kirche St. Michael. In: Orgeln im Oldenburger Land. 2025, abgerufen am 18. Oktober 2025.

Koordinaten: 52° 48′ 32,4″ N, 7° 56′ 58,5″ O