St. Michael (Hagenbach)

St. Michael

Blick von der Ludwigstraße über den Kirchplatz zum Eingangsportal

Daten
Ort Hagenbach
Baumeister Hofbaumeister Sigismund Zeller
Baustil Rokoko-Saalkirche
Baujahr 1752–1759
Koordinaten 49° 1′ 7,8″ N, 8° 14′ 53″ O

Die römisch-katholische Kirche St. Michael in Hagenbach steht an der örtlichen Ludwigstraße im Kreis Germersheim (Rheinland-Pfalz). Sie gehört zur Wörther Pfarrei Heiliger Christophorus im Bistum Speyer und trägt das Patrozinium des Erzengels Michael. Das Kirchengebäude steht unter Denkmalschutz.

Lage

Die Kirche mit ihrem Vorplatz liegt im Zentrum von Hagenbach an der Ludwigstraße.

Geschichte

Am 23. und 24. Dezember 1146 hielt sich Bernhard von Clairvaux auf seinem Weg zum Speyerer Dom in Hagenbach auf. In Speyer rief er später zur Beteiligung am Zweiten Kreuzzug auf. 1463 wird erstmals ein Pfarrer in Hagenbach erwähnt. Nach mehrfachen Konfessionswechseln im Nachgang der Reformation, wurde die Hagenbacher Pfarrei 1648 wieder katholisch.[1.1]

Im Jahr 2005 wurde eine Innenrenovierung vorgenommen, 2021 wurde das Kirchenäußere renoviert.[1.2]

Beschreibung

Das heutige Kirchengebäude wurde zwischen 1752 und 1759 nach Entwürfen des kurpfälzischen Hofbaumeisters Sigismund Zeller im Stil des Rokoko errichtet. Es handelt sich um eine große Saalkirche, dessen Chor mit einem Tonnengewölbe ausgeführt ist. Der Kirchturm trägt eine Zwiebelhaube und bildet auf Steinpfeilern stehend mit der durch Pilaster gegliederten Fassade eine Front.

Die Ausstattung der Kirche ist teilweise historisch. Aus der Erbauungszeit stammen die Kanzel, zwei Beichtstühle sowie der Taufstein. Die Augsburger Monstranz wurde zwischen 1737 und 1739 von Franz Ignaz Berdolt geschaffen. Zudem sind Paramente aus dem 18. Jahrhundert vorhanden.

Auf dem Kirchfriedhof steht eine vierfigurige Kreuzigungsgruppe auf einem Tischsockel, die 1835 von Bernhard Joseph Würschmitt geschaffen wurde.

Orgel

Johann Michael Hartung (Dürkheim) baute im Jahr 1752 eine Orgel für die St.-Michael-Kirche. Diese wurde 1789 von Johann Michael Stiehr (Seltz) repariert. Die heutige Orgel wurde 1913 von H. Voit & Söhne (Durlach) mit pneumatischen Trakturen gebaut. Ernst Steuer (Karlsruhe) nahm im Jahr 1953 eine neobarocke Umdisponierung vor und stellte das Werk mit einem neuen Spieltisch auf elektrische Traktur um. Das Instrument verfügt heute über 28 Register auf zwei Manualen und Pedal; die Pfeifen stehen auf Membranladen. Die Disposition lautet:[2][3]

I Hauptwerk C–g3
1. Gedacktpommer 16′
2. Prinzipal 08′
3. Gedeckt 08′
4. Zart 08′
5. Oktave 04′
6. Gemshorn 04′
7. Waldflöte 02′
8. Mixtur IV–V 0113
9. Trompete 08′
II Schwellwerk C–g3
10. Lieblich Gedackt 8′
11. Quintade 8′
12. Prinzipal 4′
13. Koppelflöte 4′
14. Oktave 2′
15. Terz 135
16. Larigot 113
17. Schwiegel 1′
18. Scharfzimbel IV 12
19. Krummhorn 8′
Pedal C–f1
20. Hintersatz 16′
21. Grobgedackt 16′
22. Echogedackt 16′
23. Oktavbass 08′
24. Flötenbass 08′
25. Engbass 04′
26. Pedalmixtur IV 02′
27. Posaune 16′
28. Trompetenbaß 04′
  • Koppeln: II/I, I/P, II/P
  • Spielhilfen: 2 freie Kombinationen, Organo Pleno, Tutti, Auslöser, Automatisches Piano-Pedal, Crescendo-Walze mit Absteller, Einzelzungenabsteller
Ursprüngliche Hartung-Disposition von 1752[2]
I Hauptwerk C–c3
01. Prinzipal 8′
02. Bourdon 8′
03. Violdegam 8′
04. Quintathoen 8′
05. Oktav 4′
06. Floet Gedackt 4′
07. Quinte 3′
08. Super Octava 2′
09. Gemshorn 2′
10. Tertia 135
11. Mixtur IV 1′
Tremulant
II Oberwerk C–c3
12. Hohlpfeiff 8′
13. Salicional (D) 8′
14. Rohrflöt 4′
15. Nasat 112
16. Zimmel III 1′
17. Krummhorn 8′
18. Vox humana 8′
Pedal C–e0
19. Subbaß 16′
20. Oktavbaß 08′
21. Posaunbaß 08′

Seelsorge

In Hagenbach ist seit über 100 Jahren eine Lourdesgrotte vorhanden, in welcher alljährlich Maiandachten durchgeführt werden. Am 4. Fastensonntag organisiert die Gemeinde regelmäßig Hungermärsche der Indienhilfe durch den Bienwald.[1.3]

Literatur

  • Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler. Kreis Germersheim. 6. November 2024, S. 10 (rlp.de [PDF; 6,7 MB; abgerufen am 28. Juli 2025]).
  • Hans Caspary (Bearb.): Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Rheinland-Pfalz, Saarland. 2., bearbeitete und erweiterte Auflage. Deutscher Kunstverlag, Berlin / München 1984, ISBN 3-422-00382-7 (DEHIO digital [abgerufen am 28. Juli 2025]).
Commons: St. Michael – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Pfarreirat (Hrsg.): Pastorales Konzept der Pfarrei Hl. Christophorus Wörth. 21. März 2023, S. 4 (hl-christophorus-woerth.de [PDF; 912 kB; abgerufen am 4. Januar 2026]).
    1. S. 16
    2. S. 20
    3. S. 17
  2. a b Eintrag zur Orgel (Beschreibung Nr. 2015829). In: Orgeldatenbank orgbase.nl. Abgerufen am 28. Juli 2025.
  3. Hagenbach, St. Michael – Organ index, die freie Orgeldatenbank. Abgerufen am 28. Juli 2025.