St. Mauritius und Martin (Assel)
Die evangelisch-lutherische Kirche St. Mauritius und Martin steht in Assel, einem Ortsteil der Gemeinde Drochtersen im Landkreis Stade von Niedersachsen. Die Kirche steht unter Denkmalschutz. Die Kirchengemeinde gehört zur Gesamtkirchengemeinde Kehdingen im Kirchenkreis Stade im Sprengel Stade der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.
Geschichte und Beschreibung
Die Kirche wurde 1124 erstmals genannt und ist damit neben der Dionysiuskirche von Hamelwörden die älteste des Landes Kehdingen. Zunächst unterstand die dem Bremer Dompropst. 1400 wehrte sich die Gemeinde erfolgreich gegen die von Papst Bonifatius IX. verfügte Inkorporation in das Kloster Zeven. Wohl 1552 wurde die Reformation eingeführt.[1]
Im Westen und Norden des Langhauses sind Reste der Feldsteinkirche aus dem 12. Jahrhundert vorhanden: Im westlichen Teil der Nordwand des Langhauses sind Reste dreier vermauerter Bogenfenster und eines Portals mit Gewänden aus Muschelkalk erkennbar. Die langgestreckte Saalkirche wurde in der Mitte des 13. Jahrhunderts in Backstein vergrößert. Dabei wurden auch neue Fenster eingebrochen. Um 1500 wurde das Langhaus nach Osten mit dem polygonal abgeschlossenen Chor erweitert.
Ursprünglich war ein Rundturm aus Feldsteinen vorhanden. 1845 wurde ein neuer Kirchturm im Westen aus Backsteinen nach einem Entwurf von Conrad Ernst Albrecht Giesewell, dem Vorsteher des Landbaudistrikts Stade errichtet. Wohl gleichzeitig erhielt die Kirche eine Holzbalkendecke, die 1909 vom Kirchenmaler Reinhold Ebeling aus Hannover bemalt wurde.
Von den vorreformatorisch fünf Altären[1] ist nur der spätgotische, um 1510/1520 entstandene Flügelaltar, der frühere Hochaltar, vorhanden. In der Mitte des Altarretabels befindet sich der Schrein mit einer Szene über die Kreuzigung und vier Reliefs über die Passion. Auf den Innenseiten der beiden Seitenflügel stellen je vier Reliefs weitere Szenen aus der Passionsgeschichte dar, teilweise angelehnt an Dürers Holzschnitte. In der Predella sind Christus und die Zwölf Apostel dargestellt, im Aufbau in der Mitte ein Marienbildnis und an den Seiten der heilige Georg und ein heiliger Bischof. Das Gesprenge wurde im 19. Jahrhundert nachgeschnitzt. Vor der Mensa stehen zwei Kniebänke mit Füßen aus Balustern aus der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts.
Das steinerne Taufbecken ist in der Mitte des 13. Jahrhunderts gefertigt worden. In acht rundbogigen Wandnischen sind zwischen Säulen biblische Szenen mit vollplastischen Figuren dargestellt.
Die beiden Glocken stammen noch aus der Barockzeit und wurden 1669 bzw. 1694 gegossen.
Siehe auch
Literatur
- Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bremen, Niedersachsen. Deutscher Kunstverlag, München 1992, ISBN 3-422-03022-0, S. 325.
Weblinks
- Assel. In: kirchengemeindelexikon.de. Abgerufen am 15. Dezember 2025.
- Assel. St. Martin. In: kirchen-in-kehdingen.de. Abgerufen am 15. Dezember 2025.
- St. Mauritius und St. Martin im Denkmalatlas Niedersachsen
Einzelnachweise
Koordinaten: 53° 41′ 30,1″ N, 9° 26′ 9″ O