St. Mauritius (Oberfrankenhain)

Die evangelische Kirche St. Mauritius ist eine romanische Saalkirche im Ortsteil Oberfrankenhain von Frohburg im Landkreis Leipzig in Sachsen. Sie gehört zum Kirchspiel Geithain-Frohburg-Lunzenau im Kirchenbezirk Leipziger Land der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.

Geschichte und Architektur

Die romanische Chorturmkirche wurde im Jahr 1514 nach Osten erweitert; eine Restaurierung wurde im Jahr 1984 vorgenommen. Das Bauwerk ist ein verputzter Bruchsteinbau mit hohem, eingezogenem Chorturm. Das Traufgesims des Saales zeigt noch romanische Formen, an den südlichen Ecken finden sich zwei Kämpferplastiken in Form eines menschlichen Armes. Die Chorerweiterung mit unregelmäßigem Schluss ist mit einfachen Maßwerkfenstern versehen. An der Saalsüdseite erschließt ein romanisches Rundbogenportal mit dreifach gestaffeltem Gewände und Kreuzrelief im Tympanon das Bauwerk; davor befindet sich ein kleiner spätgotischer Vorbau. An der Südseite ist ein schlichtes Gruftbauwerk des 18. Jahrhunderts angeordnet.

Die weiträumige Wirkung des Inneren wird durch die spätgotische Erweiterung und Vereinheitlichung des Chores erreicht. Der Saal ist mit einer Holzdecke mit Unterzug geschlossen. Ein spitzbogiger Triumphbogen führt zum Chor mit einem Sterngewölbe: die Schlusssteine sind mit Steinmetzzeichen, Vierpass und Christusmonogramm mit der Jahreszahl 1514 versehen. Eingeschossige Emporen sind an drei Seiten eingebaut. An der Saalsüdwand und an der Chornordwand sind vermauerte romanische Rundbogenfenster erhalten.

Ausstattung

Das Hauptstück der Ausstattung ist ein wertvoller spätgotischer Flügelaltar mit reichem Schleierwerk vom Anfang des 16. Jahrhunderts, der vermutlich aus einer Chemnitzer Werkstatt stammt. Er zeigt in der Predella eine gemalte Darstellung des Abendmahles; im Schrein eine Mondsichelmadonna und die Heiligen Mauritius und Sebastian; in den Flügeln sind je sechs Heilige dargestellt: Georg, Petrus, Paulus, Katharina, Anna und Barbara sowie Margareta, Dorothea, Agnes, Valentin, Nikolaus und Wolfgang. Die Wandlung zeigt eine gemalte Darstellung von Elisabeth, der Verkündigung und Laurentius. Im Auszug befindet sich eine kleine Kreuzigungsgruppe vom Anfang des 15. Jahrhunderts.

Die hölzerne Kanzel des 17. Jahrhunderts steht auf einer spätromanischen Säule mit Blattkapitell; die Evangelistendarstellungen stammen vom Ende des 19. Jahrhunderts.

Die spätgotische Taufe aus Sandstein ist ein Werk vom Anfang des 16. Jahrhunderts. Vermutlich von einem älteren Altar stammen mehrere Schnitzfiguren aus der Zeit um 1400, die Mauritius, Christus und drei weitere Heilige darstellen.

Eine spätgotische Sakramentsnische ruht auf einer gedrehten, tief gekehlten Dreiviertelsäule, mit Kielbogen und Kreuzblume als Abschluss und wird von zwei Fialen begleitet; die originale Tür mit gekreuzten Eisenbändern ist erhalten und stammt vermutlich aus der Zeit um 1514. Ein beachtenswerter gotischer Schrank mit Schablonenmalerei stammt wohl aus dem 15. Jahrhundert. In der Sakristei befindet sich eine schwere eisenbeschlagene Truhe mit der Jahreszahl 1746. Auf dem Kirchhof ist die Kuppa eines romanischen Taufbeckens mit Rundbogenfries erhalten.

Die Orgel mit Prospekt im Neorenaissance-Stil ist ein Werk von Paul Schmeisser aus dem Jahr 1882.[1]

Literatur

Commons: St. Mauritius – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Informationen zur Orgel auf orgbase.nl. Abgerufen am 21. Oktober 2025.

Koordinaten: 51° 4′ 55,2″ N, 12° 39′ 11,1″ O