St. Martini (Veckenstedt)
| St. Martini Veckenstedt, 2006 | |
| Basisdaten | |
|---|---|
| Konfession | evangelisch |
| Ort | Veckenstedt, Deutschland |
| Landeskirche | Evangelische Kirche in Mitteldeutschland |
| 51° 54′ 5,7″ N, 10° 43′ 58,7″ O | |
St. Martini ist die evangelische Kirche in Veckenstedt, einem Ortsteil der Gemeinde Nordharz im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt. Die Kirche gehört zum Pfarrbereich Veckenstedt im Kirchenkreis Halberstadt der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM).
Geschichte
Der Turm der Vorgängerkirche ging vermutlich auf die Romanik zurück.[1] Er war gemauert und besaß eine später ergänzte, verschieferte Glockenstube. Dem Schiff südlich vorgelagert waren Anbauten aus Fachwerk und Stein.[2] Die Turmglocken entstammten unterschiedlichen Jahrhunderten. Die größere wurde auf das Jahr 1798 datiert und hatte einen Durchmesser von 118 cm. Sie wurde von Friedrich Gottlieb Brackenhoff in Halberstadt gegossen. Die kleinere Glocke hatte einen Durchmesser von 108 cm und stammte aus dem Jahr 1485.[3]
In den Jahren von 1907 bis 1908 wurde die Kirche nach dem Entwurf des fürstlich-stolbergischen Baurates Paul Kilburger im Stil der Neoromanik neu erbaut.[4]
An der Kirche wurden in den letzten Jahren umfangreiche Sanierungsarbeiten vorgenommen, die von der Stiftung KiBa unterstützt wurden, darunter eine Schwammbekämpfung im Jahr 2020 und eine Innenraumsanierung 2025.[5]
Architektur und Ausstattung
Der Neubau des frühen 20. Jahrhunderts entstand als zweischiffige Kirche, wobei das südliche Schiff von Außen wie Vorbauten gestaltet wurde, die drei große Zwerchhäuser aufweisen. Östlich des Langhauses befindet sich der Chor mit 3/8-Schluss.[6] Im Winkel zwischen Südschiff und Turm befindet sich ein Treppenturm.
Zur besonderen Ausstattung der Kirche gehört die Orgel von Hugo Hülle aus dem Jahre 1907.[7] Die Orgelempore befindet sich im Westen des Hauptschiffs. Eine hohe Rundbogenarkade trennt Haupt- und Seitenschiff voneinander. Zudem befindet sich eine eingebaute Empore im Seitenschiff. Die Ausmalung der Kirche ist bauzeitlich. An der Emporenbrüstung finden sich zwei geschnitzte Apostelfiguren des frühen 18. Jahrhunderts. Zwei geschnitzte Türblätter der barocken Altarwand von 1712 fanden am Durchgang zur Sakristei Wiederverwendung. Der Chor besitzt ein Kreuzgratgewölbe sowie drei Farbglasfenster. Im mittleren Fenster findet sich die Christusfigur, daneben die vier Apostel nach dem Vorbild des gleichnamigen Gemäldes von Albrecht Dürer.[8]
Die Kirche steht unter Denkmalschutz und ist als Baudenkmal mit der Erfassungsnummer 094 56224 im Denkmalverzeichnis von Sachsen-Anhalt registriert.[9]
Literatur
- Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen Anhalt I. Regierungsbezirk Magdeburg. Bearbeitet von Ute Bednarz, Folkhard Cremer u. a. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2002, ISBN 3-422-03069-7, S. 954 (S. 954 im Digitalisat von Google Books).
- Eduard Jacobs, Gustav Sommer: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Sachsen. Siebentes Heft: Die Grafschaft Wernigerode. Verlag von Otto Hendel, Halle (Saale) 1883 (S. 73 im Digitalisat der Universität Heidelberg; zum Vorgängerbau).
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Jacobs/Sommer: Die Grafschaft Wernigerode, S. 73.
- ↑ Kirche in Veckenstedt, 1831. In: global.museum-digital.org. 7. Februar 2025, abgerufen am 30. Oktober 2025 (Historische Ansicht der Kirche von 1831, vermutlich von Ferdinand Friederich).
- ↑ Jacobs/Sommer: Die Grafschaft Wernigerode, S. 73, 75.
- ↑ Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt II, S. 954 ordnet sie seinem Vater Otto Kilburger zu.
- ↑ Martinikirche Veckenstedt. In: stiftung-kiba.de. 2025, abgerufen am 30. Oktober 2025.
- ↑ Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt II, S. 954.
- ↑ Orgel Veckenstedt. In: pfarrbereich-veckenstedt.de. Abgerufen am 30. Oktober 2025.
- ↑ Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt II, S. 954–955.
- ↑ Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage zur schriftlichen Beantwortung. (PDF) 19. März 2015, abgerufen am 30. Oktober 2025 (9,9 MB; Anfrage der Abgeordneten Olaf Meister und Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen) – Kleine Anfrage 6/8670; Drucksache 6/3905 – Antwort durch das Kultusministerium – betrifft: Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt – siehe PDF-Seite 1970).